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Donau im Blick

Cyffka wird neuer Präsident der International Association for Danube Research

Sie ist der zweitlängste Fluss Europas und verbindet unter anderem als eine der ältesten und bedeutendsten Handelsrouten nicht weniger als zehn Länder. Sie ist aber auch ein bedeutender Naturraum, der ganzheitlich gesehen werden muss – und von wissenschaftlicher Seite auch gesehen wird – in Zukunft mit Eichstätt und Neuburg an eben jener Donau als zentralen Anlaufstellen. Denn Bernd Cyffka, Inhaber der Professur für Angewandte Physische Geographie an der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt (KU) und Leiter des Aueninstituts Neuburg, ist zum neuen Präsidenten der International Association for Danube Research (IAD), der Internationalen Vereinigung für Donauforschung, gewählt worden.

Donau im Blick
„Donau-Wächter“: Bernd Cyffka leitet ab 2022 die Internationale Vereinigung für Donauforschung (IAD). Foto: Schulte Strathaus/upd

1956 gegründet

Diese wissenschaftliche Vereinigung, deren Führung Cyffka ab 2022 übernehmen word, wurde 1956 gegründet und ist damit das älteste wissenschaftliche Netzwerk rund um die Donau. Ziel der IAD ist die Etablierung und Koordinierung von Forschung in den Bereichen Gewässerkunde, Wassermanagement sowie nachhaltige Entwicklung entlang des Flusses. Cyffka vertritt bereits seit 2015 Deutschland in der IAD.

Anlass für seine Wahl war die Online-Jahrestagung der Vereinigung, für die in diesem Jahr das Aueninstitut der KU als Gastgeber fungierte. Im Zentrum von rund 40 Fachvorträgen stand die Einwirkung des Menschen auf Flüsse und Auen unter dem Titel „Rivers and Floodplains in the Anthropocene – Upcoming Challenges in the Danube River Basin“. Die Donau misst mehr als 2800 Kilometer von der Quelle bis zur Mündung ins Schwarze Meer. Dabei fließt sie durch zehn Staaten, ihr Wasser speist sich aus 20 Ländern.

„Jede Veränderung hat Auswirkungen flussabwärts“

„Insofern ist es wichtig, die Donau aus einer Gesamtperspektive in den Blick zu nehmen. Jede Veränderung hat nicht nur in der unmittelbaren Umgebung Auswirkungen, sondern auch flussabwärts“, betont Professor Cyffka. Zentrale Themen der IAD sind deshalb insbesondere Fragen von Wasserqualität und Hochwasserschutz sowie Fischschutz und der Einsatz von Wasserkraft. Das Aueninstitut selbst hat dabei langjährige Expertise vorzuweisen: Das EU-Projekt „Danube Floodplain“ hatte einen besseren Hochwasserschutz durch Erhalt und Renaturierung von Auen zum Ziel. Aktuell untersucht – ebenfalls mit Förderung der EU – ein internationales Forschungsteam unter Leitung des Aueninstituts den Einfluss von intakten Ökosystemen auf die Wasserqualität der Donau.

Donau im Blick
Gewässer im Blick: Seit Jahren erforschen die Forscher des Aueninstituts unter anderem auf Artenvielfalt in Auen, die Auswirkungen von Renaturierungen oder Maßnahmen zum Hochwasserschutz. Auch Aspekte wie der Rückhalt von Nährstoffen oder die Speicherung von Kohlenstoff werden untersucht. Foto: Klenk/upd

„Sowohl bei unseren eigenen Projekten als auch den Initiativen der IAD gilt, dass Forschung und staatliche Stellen nicht unabhängig voneinander existieren. Bei der Bewirtschaftung eines Flusses lassen sich Fragen von Hochwasserschutz, Landwirtschaft, Energiegewinnung oder Artenvielfalt nicht getrennt voneinander planen“, so Cyffka. Deshalb bestehe ein zentrales Anliegen der IAD darin, Expertise an die zuständigen Stellen zu vermitteln. Die Vereinigung hat etwa einen Beobachterstatus in der Internationalen Kommission zum Schutz der Donau (IKDS).

Unmittelbaren Einfluss auf europaweite Planungen entlang der Donau

Mit Inkrafttreten der EU-Wasserrahmenrichtlinie im Jahre 2000 beziehungsweise der EU-Hochwasserrisikomanagementrichtlinie im Jahr 2007 haben sich die Vertragsparteien der IKSD darauf verständigt, diese als Plattform für die Koordinierung der nach diesen Richtlinien erforderlichen internationalen Pläne zu nutzen. Somit hat die IAD, die Cyffka für sechs Jahre leiten wird, unmittelbaren Einfluss auf die europaweiten Planungen entlang der Donau. Neben der Forschung sind auch für die IAD mittlerweile Fragen von Bildung für Nachhaltige Entwicklung zusätzlich ins Zentrum gerückt. „Auch wir wollen uns dem Anliegen widmen, an nachfolgende Generationen ein Bewusstsein für Fragen von Nachhaltigkeit zu vermitteln – anhand der Erkenntnisse, die wir in unserem internationalen Netzwerk bündeln“, betont Professor Cyffka.

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