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Über den Bundesfreiwilligendienst zum Beruf

Ilona Kuffer leistete als erste Person vor zehn Jahren den Dienst bei der Caritas im Bistum

Der Bundesfreiwilligendienst  (BFD) kann wegweisend für den weiteren Lebens- und Berufsweg sein. Dies zeigt das Beispiel der heute 30-jährigen Ilona Kuffer aus Hepberg: Sie war bei der bundesweiten Einführung des Dienstes, der vor zehn Jahren als Ersatz für den Zivildienst eingeführt wurde, die erste Person bei der Caritas im Bistum Eichstätt, die diesen Dienst startete. Nach einer Ausbildung zur Bäckerei-Fachverkäuferin und einer Mitarbeit im Fahrdienst für Kinder mit Behinderung des Malteser Hilfsdienstes war Kuffer vom 1. Juli 2011 bis 31. August 2012 die erste „Bufdi“ im Caritas-Zentrum St. Vinzenz in Ingolstadt. Dabei unterstützte sie die Betreuungsarbeit in der Schulvorbereitenden Einrichtung (SVE) und in der Tagesstätte für Kinder mit geistiger Behinderung.

In Arbeit hineingeschnuppert

„Durch den Fahrdienst war ich mit solchen Kindern vorher schon in Kontakt, und das hat mir gefallen. Auf eine Ausbildung zur Kinderpflegerin oder Heilerziehungspflegerin wollte ich mich aber nicht gleich einlassen. Durch den Freiwilligendienst sah ich die Möglichkeit, erst einmal in diese Arbeit hineinzuschnuppern“, erzählt die Hepbergerin. Sie selbst dachte zunächst an ein Freiwilliges Soziales Jahr. Da hierfür schon alle Plätze besetzt waren, machten sie die Verantwortlichen in St. Vinzenz auf den neuen Bundesfreiwilligendienst aufmerksam. Diese Chance nahm Ilona Kuffer wahr.

Über den Bundesfreiwilligendienst zum Beruf
Gute Lebenserfahrung: Ilona Kuffer war die erste Person, die einen Bundesfreiwilligendienst (BFD) bei der Caritas im Bistum Eichstätt absolvierte. Caritasdirektor Alfred Frank, der Leiter des Caritas-Zentrums St. Vinzenz Ingolstadt, Heinz Liebhart, und der stellvertretende Caritasdirektor, Andreas Steppberger, (von links) beglückwünschten sie dazu in der Eichstätter Caritas-Zentrale aus Anlass des zehnjährigen Jubiläums des Dienstes. Foto: Caritas/Esser

In dem Caritas-Zentrum spielte und bastelte sie mit den Kindern, wickelte sie, half ihnen beim Essen und bereitete Ausflüge mit vor. Neben ihrer vielfältigen und sie erfüllenden Arbeit gefiel ihr nach eigenen Worten vor allem auch, „dass wir bald mehrere Bufdis in der Einrichtung waren, uns so austauschen – und auch bei Seminaren andere Bereiche kennenlernen konnten“. Außerdem schätzte sie es, „dass ich auch als Freiwilligendienstleistende zum Team gehörte und nach meiner Meinung gefragt wurde“.

Im BFD überzeugte sie sich davon, dass die Arbeit mit beeinträchtigten Menschen für sie eine Lebensaufgabe werden könnte. Daher bildete sie sich anschließend zur Kinderpflegerin aus und arbeitete dann als Schulbegleiterin für betroffene Kinder. „Ich bringe ein Kind vom Fahrdienst in die Schule, helfe ihm beim Umziehen, achte im Unterricht darauf, dass es seine Hausaufgaben abgibt und wie es mitkommt und gehe mit ihm auch mal raus, um eine Pause zu machen“, beschreibt sie ansatzweise ihre Tätigkeit. Zurzeit ist die Mutter einer siebenjährigen Tochter und eines zehn Monate alten Sohnes in Elternzeit. Danach will sie als Schulbegleiterin weiterarbeiten.

Viel über sich selbst gelernt

Wenn sie an den BFD in St. Vinzenz zurückdenkt, fallen Ilona Kuffer vor allem Feste ein, bei denen sie mit den Kindern zum Beispiel einen Bewegungsparcours gestaltete. Die 14-monatige Zeit vor zehn Jahren möchte sie keinesfalls missen: „Man lernt dabei auch viel über sich selbst, seine eigenen Stärken und Schwächen“, erklärt sie. Sie habe dabei ihr Einfühlungsvermögen und ihre Geduld im Umgang mit Kindern mit Behinderung entdeckt. „Und, dass es sich lohnt, die Lebensgeschichte von jedem Kind zu hören.“

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