LebenPanorama

Mörnsheim wird zur Kinokulisse „Markt Greisendorf“

Vier Drehtage für Kinofilm „Wer gräbt den Bestatter ein“ der Geschwister Schmidbauer

Mörnsheim. Für vier Tage verwandelte sich der Markt Mörnsheim in den „Markt Greisendorf“ – und zwar für den Kinofilm mit dem Titel: „Wer gräbt den Bestatter ein“, den die Geschwister Andreas und Tanja Schmidbauer produzieren. Einige Szenen dazu wurden in der Gailachgemeinde abgedreht. Das Filmteam war mit einem enormen Umfang an Equipment vor Ort. Das Rathaus wurde da kurzerhand zum Techniklager. Andrea und Tanja Schmidbauer sind bekannt durch die bayerische Erfolgskomödie „Hinderdupfing“ und führten nun gemeinsam Regie. Hinter der Kamera stand Lukas Nicolaus, der für den Deutschen Filmpreis 2019 nominiert war. Als Schauspieler waren neben Max von Thun auch Angelika Sedlmeier, David Zimmerschied, Tom Kreß, Johanna Singer und Peter Rappenglück mit dabei. Der Film kommt voraussichtlich im Herbst 2022 in die Kinos.

Willkommen in „Greisendorf“: Das Zentrums Mörnsheims verwandelte sich für vier Tage in den fiktiven Ort „Greisendorf“ – inklusive künstlicher Ampel und Bestattungswagen mit Rosenheimer Kennzeichen. Fotos: Gabler

Von Hans-Peter Gabler

Für die Dreharbeiten wurde der Ortskern umgestaltet und abgesperrt. In seinem Rathaus musste Bürgermeister Richard Mittl dabei mit neuen historischen Informationstafeln und amtlichen Bekanntmachungen unter der Überschrift „Markt Greisendorf“ zurechtkommen. Aber er war sofort begeistert, als die Anfrage der Produktionsfirma Schmidbauerfilm bei ihm einging. „Da unsere Gemeinde auch sonst sehr kulturbeflissen ist, sind diese Drehtage auch für das Ansehen des Marktes förderlich“, teilte er mit.

Mörnsheim war für die Produzenten eigentlich ein Zufallstreffer. Sie suchten einen bestimmten Ortskern in der Oberpfalz oder Niederbayern. Aber dort gab es nichts, das ihren Vorstellungen entsprach. Dass sie über Umwege in Mörnsheim landeten, war eine besondere Fügung. „Die Gebäude und das Flair dieses Ortskerns hat uns sofort überzeugt und wir wussten: Hier ist der gesuchte Standort“, sagte Tanja Schmidbauer.

Gern gesehene Gäste: Bürgermeister Richard Mittl (rechts) mit dem verantwortlichen Filmteam um Tanja und Andreas Schmidbauer sowie Kameramann Lukas Nicolaus (v. l.).

Wirtshaus neu erschaffen

Filmdreharbeiten erfordern einen großen Vorlauf und eine immense Vorbereitung. Der Kästnerplatz wurde zum Marktplatz und ein angrenzendes Haus zum Wirtshaus umgestaltet. Moderne LED-Leuchten wurden gegen ältere Glühbirnen ausgetauscht. Eine Ampel wurde installiert und eine künstliche Baustelle aufgemacht. Verschiedene Fahrzeuge mussten vor Ort gebracht werden. Verkehrsschilder wurden kurzfristig neu angebracht oder bestehende anders ausgerichtet. Markierungen am Boden zeigten den Schauspielern die Punkte, an denen sie bei bestimmten Szenen nach Drehbuch stehen bleiben mussten. Große Reflektoren und schwarze Vorhänge sorgen für die geforderten Lichtverhältnisse. Jedes Detail wurde an die Filmhandlung nach Drehbuch angepasst.

Kamera ab in Mörnsheim: Für den Kinofilm „Wer gräbt den Bestatter ein“ verwandelte sich die Marktgemeinde mithilfe von allerhand Technik in den fiktiven Ort „Greisendorf“. Max von Thun dirigierte als Streifenpolizist die Fahrzeuge an der extra aufgebauten Baustelle (Foto rechts). Schauspieler Peter Rappenglück im Gespräch zur nächsten Szene mit Regisseur Andreas Schmidbauer (Foto links).

„Ton ab, bitte Ruhe – wir drehen!“

Gedreht wurden wie beim Film meist erforderlich immer nur kleinere Sequenzen – diese dafür aber einige Male, um die verschiedenen Perspektiven für den späteren Schnitt zu bekommen. Für die ersten Proben wurde das Umfeld noch sehr genau in Betracht gezogen und wenn nötig angepasst. Mit dem „Grauglas“ wurde das Umgebungslicht geprüft und die Kamera eingestellt. Am Set herrschte ständige Bewegung. Irgendwann kam von der Regie die Anweisung: „Ton ab, bitte Ruhe – wir drehen!“. Die Tonaufnahme erfolgte parallel zur Szene mit einer „Tonangel“, die außerhalb des sichtbaren Bereiches mitgeführt werden musste. „Ziel ist immer, dass dieser digital aufgezeichnete Ton nur in Ausnahmefällen nachbearbeitet werden muss“, erklärte der Techniker. Vor dem Originaldreh gab die Maske den Schauspielern den letzten Schliff. Und auch ein paar Mörnsheimer haben sich im Rahmen der Aufnahmen für die Komödie „verewigt“: Sie waren als Statisten im Einsatz.

Filminhalt: Wer gräbt den Bestatter ein?​

Mit dieser Frage finden sich Gärtner Gert, Müllfahrerin Rudi und Klempner Pat konfrontiert, als Schafkopf-Kumpel und Bestatter Bartl urplötzlich verstirbt und neben einem Berg von Schulden lediglich seine Schülerpraktikantin Marina zurücklässt. Der Auftrag der Gemeinde Greisendorf lautet: Kümmert euch um den Leichnam, denn niemand darf Wind bekommen von Bartls Tod – schon gar nicht die Bestatterin aus dem Nachbardorf Neubrunn. Schließlich stehen die beiden Dörfer mitsamt ihrer Bestattungsunternehmen in direktem Wettbewerb um Frau Gruber, deren Grundstück genau zwischen den beiden Orten liegt. Rekordverdächtige 114 Jahre alt, ist das Ableben der ältesten Deutschen nur noch eine Frage der Zeit. Die Aufmerksamkeit, die Frau Gruber in den Medien gebührt, ist schon jetzt groß und die Chance, dem eigenen Dorf durch sie und ihr Grab zum Aufschwung zu verhelfen, scheint erfolgsversprechend. Ein neuer Bestatter muss her, noch bevor Bartls Tod publik wird. Doch können sich Gert, Ralph und Pat von ihren Traumjobs lösen – und sind sie vor allem der Aufgabe gewachsen, ihren Freund würdevoll zu beerdigen?

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