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„Oba heit is koit“: Eichstätter Schäffler proben fleißig

Mit einem Jahr Verspätung: Schäfflertanz Eichstätt startet am 6. Januar

Eichstätt. – Die Uniformen sind angepasst, die Bögen geschmückt und auch Fass, Kronebaum und Standarte stehen bereit: Es ist angerichtet für den ersten Aufmarsch der Eichstätter Schäffler am 6. Januar. Nach diesmal nicht wie sonst traditionell sieben, sondern acht Jahren treten sie zum Jahresbeginn 2023 wieder bis zum Faschingsdienstag in Stadt und Umland auf. Erstmals unter der Fahne des neu gegründeten Vereins „Schäfflertanz Eichstätt“, deren drei Vorsitzende Karl Daum, Roland Reuder und Jochen Ziegler eine knapp 40-köpfige Truppe zusammengestellt haben.

So sah es vor acht Jahren aus, als die Eichstätter Schäffler zum letzten Mal ihre traditionsreichen Tänze zeigten. Normalerweise ist alle sieben Jahre Schäfflertanz, wegen Corona hat es diesmal acht Jahre gedauert.

Kasperl und Taferlbuam, Buttngrettln und Reifenschwinger, Tänzer und Vortänzer, Schnapstruppe und Orga-Team aus vier Generationen stehen sinnbildlich für die Botschaft der Schäffler: „Heraus auf die hellen liebfreundlichen Gassen, Euch sehen zu lassen, zu lustigem Fest wie einst nach der Pest!“ Und so werden sie zur Melodie „Oba heit is sakramentisch koit“ ihren Tanz aufführen – und zwar unabhängig davon, wie „koit“ es wirklich wird.

Schäfflermelodie, Marschmusik und „Überraschungen“

Die Eichstätter Schäffler unterstützt dabei die Schäfflermusi: Die rund 25 Musiker werden unter Leitung von Andreas Würzburger und Markus Beck neben der Schäfflermelodie auch Marschmusik und einige Überraschungen erklingen lassen. Bis zum ersten Tanz sind es nur noch wenige Wochen, aber die Schäffler sind guten Mutes: Seit Anfang November wird jeden Sonntagabend in der Turnhalle am Graben der Tanz einstudiert, wie immer musikalisch begleitet von Peter Gottstein am Akkordeon.

Auch der Fototermin für das obligatorische Gruppenfoto ist gemacht und hat für Gänsehaut bei allen gesorgt: Erstmals waren Schäffler in ihren Uniformen mit den markanten roten Jacken und grünen Hüten, die Kasperl in ihren scheckigen Kostümen und die Schnapstruppe mit ihren blauen Küffer-Hemden und Lederschürzen sowie die Musiker in ihren Trachten als Einheit für 2023 vereint. Ein Bild, das es nun im Fasching zwar um ein Jahr verspätet, aber endlich wieder regelmäßig gibt.

„Oba heit is koit“ – die Schäfflermelodie hören die rund 40 Mitglieder der Schäfflertanzes seit Anfang November regelmäßig in den Proben. Ab 6. Januar wird es dann „ernst“.

Keine Selbstzweck, sondern guter Zweck

Die Schäffler tanzen nicht zum Selbstzweck, sondern haben in ihrer Satzung klar festgelegt: „Spenden und Erlöse aus Veranstaltungen werden für gemeinnützige, soziale oder karitative Zwecke verwendet“ – ein guter Zweck also. Und so hoffen die Vorsitzenden auf regen Zuspruch bei den Auftritten. Als Erinnerung an den Schäfflertanz werden dabei Postkarten unters Publikum gebracht und gegen die Kälte eine besondere „Schäfflerfreid“ ausgeschenkt, die von innen wärmt.

Rund 90 bis 100 Tänze werden es wohl in Stadt und Landkreis werden, getanzt wird samstags und sonntags sowie am Unsinnigen Donnerstag, Rosenmontag und Faschingsdienstag. Auftakt ist traditionell am 6. Januar in Eichstätt – mit den vier Ehrentänzen für Bischof, Oberbürgermeister, Äbtissin von St. Walburg und Landrat. Mehr Infos unter www.schaefflertanz.de – dort können unter www.schaefflertanz.de/tanz-bestellen auch Tänze angefragt bzw. bestellt werden.

Lange Tradition – hier Bilder vom letzten Schäfflertanz 2016:
Quelle
Schäfflertanz Eichstätt
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