Sport

Später Befreiungsschlag

VfB Eichstätt schlägt SV Heimstetten mit 3:0

Da ist der erhoffte Befreiungsschlag für den VfB Eichstätt: Mit 3:0 (0:0) hat der VfB Eichstätt sein Heimspiel gegen den direkten Konkurrenten aus Heimstetten gewonnen und sich etwas Luft vor den Abstiegsplätzen verschafft. Durch den ersten Sieg nach drei Niederlagen in Folge steht der VfB mit nun 24 Punkten auf Rang 11 und distanzierte damit auch den zuvor punktgleichen heutigen Gegner aus Heimstetten.

Nachträgliche Ehrung für 100 Jahre VfB Eichstätt

Zu Beginn des Spiels stand zunächst ein nachträgliches Geburtstagsgeschenk: Der VfB Eichstätt hatte im letzten Jahr sein 100-jähriges Bestehen zu feiern – zumindest theoretisch. Denn weil die Feierlichkeiten coronabedingt verschoben werden mussten, gab es die Ehrung und Urkundenübergabe des Landessport-Verbandes an VfB-Vorstand Thomas Hein und Abteilungsleiter Hans Benz nun mit Verspätung. Viel wichtiger aber war den Verantwortlich wohl auch ein Sieg im heutigen, so wichtigen Spiel für die nun über 100-jährige „alte Dame“ VfB Eichstätt.

Ein Aktivposten war VfB-Flügelspieler Julian Kügel (Mitte) im Heimspiel gegen Heimstetten. In dieser Szene bekam er den Ball nicht mehr richtig unter Kontrolle, anschließend aber war er an allen drei Toren beteiligt. Fotos: Traub

Dabei sah es lange eher nach einer weiteren Niederlage für den VfB Eichstätt aus. Die Zuschauer sahen aktivere Gäste, die mutig nach vorne spielten, mehr vom Spiel hatten und sich ihrerseits offenbar vorgenommen hatten, die für beide Teams richtungsweisende Partie zu gewinnen. Die Gastgeber, bei denen Trainer Markus Mattes unter anderem auf gleich alle drei Mannschaftskapitäne verzichten musste – Jonas Fries und Markus Waffler sind verletzt, Philipp Federl war wegen der fünften gelben Karte gesperrt –, bemühten sich, defensiv stabiler zu stehen und die Offensive der Gäste um Torjäger Lukas Riglewski nicht zur Entfaltung kommen zu lassen.

Junghan hält „Null“ fest

Dennoch hatte der SV Heimstetten vor allem durch Moritz Hannemann mehrere Schussgelegenheiten, bei denen gerade noch ein VfB-Bein im Weg stand und Torhüter Felix Junghan den Ball gekonnt per Fußabwehr parieren konnte (11./22.). Weil auch Mohamad Awata das Tor mit einem Flachschuss aus 18 Metern knapp links verfehlte (25.), Junghan auch bei Riglewskis Flachschuss aus der Drehung abtauchte und den Ball um den Pfosten lenkte (28.) und die Partie anschließend etwas verflachte, ging es mit einem torlosen Unentschieden in die Pause.

Erst vermeintlich, dann richtig: „Neu-Kapitän“ Graßl trifft

Auch zu Beginn des zweiten Durchgangs sahen die 320 Zuschauer zunächst nur wenige Höhepunkte, hatten aber nach einer knappen Stunde erstmals Grund zum Jubeln – allerdings nur vorübergehend: Denn als Fabio Pirner per Chipball den Richtung Strafraum durchgestarteten Sebastian Graßl bediente, der den Ball aus elf Metern in halbrechter Position ins lange Eck versenkte, entschied das Schiedsrichtergespann auf Abseits. Als Heimstetten nach einer guten Stunde eine weitere vielversprechende Gelegenheit liegen ließ, rächte sich das – und die Eichstätter wurden für ihre geduldige und disziplinierte Leistung belohnt: Als Julian Kügel sich auf der linken Seite durchsetzte und an der Strafraumgrenze von Bernard Mwarome zu Fall gebracht wurde, versenkte Graßl den Ball mit etwas Glück nach leichtem Kontakt des Torwarts und mit Hilfe des linken Innenpfostens ins Netz (78.) – der erste Treffer für Graßl, den Markus Mattes in Abwesenheit der anderen drei Kapitäne die Spielführerbinde übergeben hatte.

Knotenlöser: „Neu-Kapitän“ Sebastian Graßl versenkt hier mit etwas Glück den Strafstoß zum 1:0.

Nach der Ladehemmung der Eichstätter Offensive in den letzten Spielen war nun der Knoten geplatzt: Nach einem herrlichen Pass tauchte Kügel plötzlich frei rechts im Strafraum der Gäste auf und setzte den Ball trocken ins lange Eck – 2:0 (83.). Aber damit noch nicht genug. In der 85. Minuten schnappte der agile Kügel seinem Gegenspieler den Ball vom Fuß weg, drang in den Strafraum ein und bediente kurz vor dem Torwart den mitgelaufenen und eingewechselten Fabian Neumayer, der zum 3:0-Endstand einschob (85.).

Endlich wieder jubeln durften die Spieler – inklusive dem auf den Platz gestürmten, gelb-gesperrten Kapitän Philipp Federl – gegen Heimstetten: hier nach dem 2:0 durch Julian Kügel.

Der Rest war Freude und große Erleichterung über ein Spiel, in dem der Heimstettener Trainer Christoph Schmitt im BFV-Interview nach dem Spiel seiner Mannschaft eine sehr gute Leistung bescheinigte, während Mattes sich einfach nur freute, dass es heute einmal geklappt hat – sowohl mit dem Vorhaben, defensiv stabiler zu stehen, als auch mit dem geplatzten Knoten. Und auch mit der Wahl seines neuen, vierten „Mannschaftskapitäns“ lag Mattes offenbar goldrichtig – schließlich war er am Ende so etwas wie der „Knotenlöser“.

Das Spiel in Kürze:

VfB Eichstätt: Junghan, Akmestanli, Fiedler, Halbmeyer, Graßl, N´gatie (75. Neumayer), Pirner, Lamprecht, Kraus, Kügel, Schröder – Trainer: Markus Mattes

SV Heimstetten: Riedmüller, Günzel, Weser (55. Skrijelj), Mwarome (87. Gebhart), Sengersdorf, Hannemann, Reuter, Riglewski, Müller, Micheli, Awata – Trainer: Christoph Schmitt

Schiedsrichter:

Tore: 1:0 (78.) Sebastian Graßl, 2:0 (83.) Julian Kügel, 3:0 (88.) Fabian Neumayer

Besondere Vorkommnisse: keine;

Zuschauer: 320

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