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Kein Grün(weißer)-Donnerstag: VfB verliert gegen Aubstadt

Harmlose Eichstätter kassieren verdientes 0:2 gegen zuvor punktgleiche Gäste

Eichstätt. – Das war zu wenig: Statt dem erhofften Heimsieg vor dem Osterwochenende musste der VfB Eichstätt heute eine schmerzhafte, weil verdiente 0:2-(0:1)-Niederlage gegen klar bessere Gäste des TSV Aubstadt hinnehmen. Nach dem unerwarteten Rückschlag wird die Luft nach zuletzt zwei überzeugenden Siegen wieder dünner im Abstiegskampf.

So locker wie hier konnten sich Tobias Stoßberger (links) und sein VfB Eichstätt gegen Steffen Behr, Torschütze zum 0:1, und die Gäste aus Aubstadt nur selten durchsetzen. Am Ende stand ein verdientes 0:2. Fotos: Traub

Markus Mattes hat seine zuletzt erfolgreiche Mannschaft erneut auf einigen Positionen umgestellt – und das zum Teil auch gezwungenermaßen: Nachdem Alexander Moratz aufgrund der fünften Gelben Karte pausieren musste, rückte Emanuel Gstettner neben Luca Trslic in die Innenverteidigung. Außerdem durfte Dominik Wolfsteiner auf der linken Abwehrseite für Florian Lamprecht ran. Im Tor stand erneut Florian Rauh, der bereits zuletzt den Vorzug vor Felix Junghan erhalten hatte. Zudem durfte erneut Tobias Stoßberger ran – diesmal aber nicht statt, sondern gemeinsam mit Timo Meixner, der auf der linken Offensviseite in der Startelf stand. Rechts begann Julian Kügel, Stoßberger ersetzte den erkrankten Fabian Eberle im Sturmzentrum.

Die Grünweißen hatten sich offenbar viel vorgenommen und setzten die Gäste von Beginn an unter Druck. Die Anfangseuphorie aber ebbte schon nach wenigen Minuten ab. Die Gäste konnten sich schon nach wenigen Minuten immer mehr befreien und kamen besser ins Spiel. Die erste echte Torchance aber hatten noch die Gastgeber: Nach einer Flanke von der linken Seite war Philipp Federl wenige Meter vor dem Gästetor freistehend zur Stelle, traf den Ball aber nicht richtig, der somit am Tor vorbeiging (11.) – es sollte die wohl beste Chance des VfB im gesamten Spiel bleiben.

Behr steigt am höchsten

Nach einer Viertelstunde übernahm Aubstadt allmählich das Kommando und hatte durch einen schönen Volleyschuss von Ben Müller nach einer abgewehrten Freistoßflanke von Leonard Langhans eine erste schöne Szene – letztlich aber kein Problem für Rauh (22.). Die Gäste setzten sich nun immer mehr in der Eichstätter Hälfte fest und stellten den VfB immer wieder mit Flanken vor Probleme. In der 26. Minute war es Jens Trunk, dem ein umkämpfter hoher Ball vor die Füße fiel. Sein schöner Schuss aus der Luft links im Strafraum aber strich knapp über das VfB-Tor. Aubstadt setzte nun konsequent nach, und der VfB tat sich schwer, sich kontrolliert zu befreien. Stoßberger im Sturmzentrum hing in der Luft und Spielmacher Daniel Haubner kam in dieser Phase kaum zur Geltung.

Der Frust war goß bei Dominik Wolfsteiner (vorne) – nicht nur hier beim 0:1 für die Gäste.

In der 33. Minute dann wieder eine gute Möglichkeit für die Mattes-Elf: Nach einer Haubnerecke gelangte der Ball zu Luca Trslic, dessen Schuss aus elf Metern ging allerdings deutlich am Tor vorbei. Aus dem Spiel heraus aber klappte wenig auf Seiten des VfB. So war man gegen die kopfballstarke Gästeabwehr auf Zufälle angewiesen, wirkte aber schon in der ersten Hälfte eher glücklos. Die Gäste waren aktiver und „griffiger“, wie Fußballer das gerne nennen, wenn man im Spiel ist und die Zweikämpfe sucht und gewinnt. Vor allem die rechte Seite der Gäste um den quirligen Langhans bekam die VfB-Abwehr nicht so recht in den Griff. Nach einem seiner Dribblings wurde eine Flanke noch zur Ecke abgewehrt. Die aber brachte dann kurz vor der Pause doch noch die nicht unverdiente Führung für die Rotweißen: Der großgewachsene Steffen Behr stieg wenige Meter vor dem Tor am höchsten und köpfte den Langhans-Eckball von rechts unhaltbar flach neben dem kurzen Pfosten ein (45.).

VfB-Abwehr zögerlich, Bieber nutzt Missverständnis

Die zweite Halbzeit begann recht zerfahren. Erneut waren es aber die Gäste, die sich allmählich leichte Vorteile erspielten. Nach einer knappen Stunde wurde es dann erstmals richtig gefährlich. In der 58. Minute setzte sich erst Langhans über rechts durch, seine Flanke schnappte sich der stabile Christopher Bieber, der als Fixpunkt für die Gäste im Sturmzentrum immer wieder viele Bälle behauptete, und flankte von der Außenlinie schön nach innen, wo Marco Nickel den Ball aus kurzer Distanz per Seitfallzieher aufs Eichstätter Tor bugsierte. Glück für den VfB, dass er den Ball nicht voll traf, so konnte Rauh ihn noch am Pfosten vorbei lenken. Dann aber war es doch so weit: Nach einem langen Ball von der Mittellinie ins Zentrum agierte die VfB-Abwehr viel zu zögerlich, Rauh und die Abwehrspieler behinderten sich gegenseitig, Bieber dagegen ließ sich nicht lange bitten und drückte den Ball aus knapp drei Metern einfach über die Linie – ein mehr als vermeidbares Tor.

Flanken aus dem Halbfeld wie hier von Daniel Haubner (rechts) waren heute die einzige Gefahrenquelle ansonsten insgesamt harmloser Eichstätter.

Markus Mattes war spätestens jetzt geladen und holte sich für seine lautstarken Beschwerden eine Verwarnung ab. Sein Team aber tat sich weiter schwer und fand kaum Mittel, sich gefährlich in Szene zu setzen. Im Zentrum konnten Federl, Sebastian Graßl und Daniel Haubner kaum Akzente setzen, und auch über die Flügel ging wenig zusammen. So blieben hohe Bälle aus dem Halbfeld das Mittel der Wahl für die Gastgeber. Nach einer Flanke in der 72. Minute konnte Aubstadt zunächst noch zur Ecke klären, den Eckball köpfte Trslic dann aufs linke Eck, allerdings auch in die Arme von Gästetorhüter Lukas Wenzel, der zur Stelle war.

Am Montag gegen Aschaffenburg

Der VfB gab nicht auf und probierte es jetzt mit dem jungen Leo Eberle im Sturm für Stoßberger, hätte nach einem Fehler in der Abwehr aber zunächst beinahe den dritten Gegentreffer kassiert. Die Gastgeber vergaben die Riesengelegenheit im zwei gegen zwei zunächst leichtfertig, blieben aber dran und holten sich einen Freistoß an der Strafraumgrenze. Den setzte Joshua Endres herrlich an die Unterkante der Latte, den hoch aufspringenden Ball köpfte dann auch noch Bieber platziert hoch in die lange Ecke, Rauh aber konnte per schöner Flugeinlage parieren (79.). Wenig später hatte der VfB dann erneut Glück, als die Gäste wieder durchbrachen und den Ball aus 14 Metern freistehend von rechts an Rauh vorbei an den Außenpfosten setzten. In der 88. Minute keimte beim VfB noch einmal kurz Hoffnung auf, als der Ball im Gewühl schließlich doch noch in die Hände von Wenzel fiel. Ansonsten aber ging heute gegen kampfstarke Gäste so gut wie gar nichts in der VfB-Offensive und es blieb beim 0:2.

Aubstadt war insgesamt das deutlich reifere Team und holte sich drei verdiente Punkte ins Osternest. Für den VfB Eichstätt dagegen ist die Heimniederlage ein schmerzhafter Rückschlag im Abstiegskampf. Der Druck steigt damit wieder etwas vor dem Heimspiel am Ostermontag (14 Uhr) gegen den SV Viktoria Aschaffenburg, der heute 3:1 gegen den FC Pipinsried gewonnen hat und Tabellenfünfter ist – ebenfalls keine leichte Aufgabe also. Für einen versöhnlichen Abschluss des Osterwochenendes bedarf es für die Mattes-Elf also einer Leistungssteigerung vor allem im Offensivbereich.

Das Spiel in Kürze:

VfB Eichstätt: Rauh – Wolfsteiner (83. Halbmeyer), Gstettner, Trslic, Golla – Meixner, Graßl, Federl, Kügel, Haubner – Stoßberger (74. L. Eberle).

TSV Aubstadt: Wenzel – Behr, Köttler, Maric (60, Endres), Hüttl – Heinze, Müller, Langhans (87. Rumpel), Trunk (89. Piwernetz) – Nickel (90. Weiß), Bieber (80. Harlass).

Schiedsrichter: Sebastian Stadlmayr

Tore: 1:0 (45.) Behr,

Gelbe Karten: VfB: Wolfsteiner, Gstettner – TSV: Hüttl, Harlass, Trunk

Besondere Vorkommnisse: –

Zuschauer: 410

Talent aus Ehekirchen im Anflug

Der Regionalligist VfB Eichstätt kann einen weiteren Neuzugang für die kommende Saison bekanntgeben: Pascal Schittler wechselt vom FC Ehekirchen in die Domstadt und wird das Mittelfeld des VfB verstärken. Der 24-Jährige hat in der aktuellen Saison in der Landesliga Bayern in 24 Spielen beachtliche neun Tore erzielt und ebenso viele Vorlagen gegeben. Er gilt als absoluter Leistungsträger seines bisherigen Vereins und soll nun auch beim VfB Eichstätt seine Qualitäten unter Beweis stellen. Er spielt am liebsten zentral im Mittelfeld, kann aber wegen seiner Körpergröße von ca 1,90 Meter problemlos in der Dreier- oder Viererkette eingesetzt werden.

In Zukunft im Grünweißen Trikot unterwegs: Pascal Schittler (rechts) wechselt vom FC Ehekirchen nach Eichstätt. Foto: oh

Sportvorstand Marco Schiebel freut sich über die Verpflichtung: „Pascal Schittler ist ein sehr gefragter Spieler, den wir bereits seit Jahren beobachten. Er hat sich in Ehekirchen zu einem Führungsspieler entwickelt und soll nun auch bei uns seine Stärken ausspielen. Wir sind sehr glücklich, dass er sich für den VfB Eichstätt entschieden hat.“

Auch Schittler selbst freut sich auf die kommende Saison beim VfB Eichstätt: „Ich habe mich für den VfB entschieden, weil ich von dem Projekt, auf junge Spieler zu setzen, überzeugt bin. Ich freue mich auf eine neue sportliche Herausforderung und werde alles geben, um mit der Mannschaft erfolgreich zu sein.“ Der Vertrag des Mittelfeldspielers gilt laut VfB Eichstätt ligaunabhängig.

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