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180 Stockbetten: Notunterkunft für Ukraineflüchtlinge in Gaimersheim

Turnhalle wird hergerichtet – Bedarf für Unterkünfte steigt

Eichstätt. – Es ist alles vorbereitet in Gaimersheim für die zu erwartende Welle an Flüchtlingen, die vor dem immer grausamer werdenden Krieg in der Ukraine fliehen: Die Koordinierungsgruppe „Ukraine“ am Eichstätter Landratsamt hat aufgrund der sich verschärfenden Lage und der Prognose des Bayerischen Innenministeriums, dass eine Unterbringung von rund 50.000 Personen in Bayern erforderlich sein könnte, veranlasst, dass im Landkreis schnell erste Kapazitäten zur Aufnahme von Kriegsflüchtlingen zur Verfügung gestellt werden. Ein rund 50-köpfiges Aufbauteam aus Mitarbeitern der Hochbauverwaltung, des Kreisbauhofes und Ehrenamtlichen aus THW und Feuerwehr Gaimersheim stattet aktuell die Turnhalle des Gymnasiums Gaimersheim mit Stockbetten und Spinden aus.

Alles vorbereitet: Eine schlagkräftige Aufbautruppe hat den gesamten Samstag über die Turnhalle des Gymnasiums Gaimersheim mit Stockbetten, Matratzen und Spinden ausgestattet, damit ukrainische Flüchtlinge schnell eine vorläufige Unterkunft bekommen. Landrat Alexander Anetsberger und Gaimersheims 1. Bürgermeisterin Andrea Mickel (Bildmitte) dankten allen Helfern vor Ort für das tatkräftige Anpacken zum Wohle der Kriegsflüchtlinge. Foto: Landkreis Eichstätt

„Angesichts der dramatischen Lage ist es wichtig, eine schnelle Belegung für Flüchtlinge sicherzustellen, die jetzt am Wochenende womöglich noch bei uns ankommen“, betont Landrat Alexander Anetsberger, der sich am Samstagnachmittag zusammen mit Gaimersheims Bürgermeisterin Andrea Mickel selbst vor Ort ein Bild der Aufbaulage gemacht hat. Mickel betätigt sich im Moment auch als Beschafferin von weiteren Matratzen in den Gaimersheimer Möbelhäusern. „Die Maßnahmen laufen wie am Schnürchen, alles ist wunderbar strukturiert, wenngleich jedem Helfer klar ist, was für ein riesiger logistischer Aufwand das alles ist. Ich danke deshalb allen Mitarbeitern aus meinem Hause wie auch den Ehrenamtlichen von THW und Feuerwehr, dass sie ihr Wochenende für diese fordernde Aufgabe opfern“, so der Landkreischef. Es sei schön zu wissen, dass man im Landkreis angesichts dieses schrecklichen humanitären Notfalls so unkompliziert zusammenhelfe. Ein expliziter Dank des Landrats geht auch an Schulleiter Manfred Ruckdäschel und dessen kurzfristige Unterstützung sowie an alle Schüler und deren Familien des Gymnasiums Gaimersheim für ihr Verständnis.

180 Stockbetten für 360 Schlafplätze

Unter Federführung von Ralf Fährmann, Leiter des Sachgebiets Hochbau im Landratsamt, werden insgesamt 180 Stockbetten für 360 Schlafplätze aufgebaut, Spinde zur Schaffung von etwas Privatsphäre für Familien mit kleinen Kindern, Schutzmaßnahmen für Böden und Laufwege getätigt. Auch die Sportgeräte in der Turnhalle wurden bereits ausgelagert, sie bleiben aber für die Schule zugänglich. Das Sachgebiet Gesundheitswesen im Landratsamt kümmert sich in Zusammenarbeit mit dem Fachbereich Katastrophenschutz um das Bereitstellen von Testmöglichkeiten für die Ankommenden sowie um schnelle Auswertungen. Für mögliche Corona-Positive wird derzeit eine dezentrale Quarantänemöglichkeit generiert, hier laufen die Gespäche noch. Parallel wurde der Rückbau von bestehenden Containeranlagen gestoppt und bestehende Pachtverträge für Unterkünfte verlängert.

Anfragen aus Berlin: „Die Welle rollt auf uns zu“

Aufgrund der dynamischen Entwicklung rechnet die Koordinierungsgruppe Ukraine am Landratsamt damit, dass die aktuell von der Regierung pro Regierungsbezirk und Kommune vorgegebene Quote von rund 500 Flüchtlingen für den Landkreis Eichstätt noch übertroffen wird: Berlin hatte gestern einen offiziellen Hilferuf an alle Bundesländer abgesetzt, nachdem dort verstärkt Züge aus Polen mit ukrainischen Flüchtlingen anladen und diese zügig weiterverteilt werden müssen. „Die Welle rollt auf uns zu, wir beobachten das Geschehen auch das gesamte Wochenende über, so dass wir schnell vor Ort reagieren können. Hilfreich sind dabei unsere Erfahrungen aus der Flüchtlingskrise 2015 und die damals aufgebauten Kapazitäten und Notfallpläne“, unterstreicht Anetsberger. Diese werden bereits seit einer Woche sukzessive hochgefahren. Wieviele Geflüchtete wann im Landkreis ankommen werden, ist eine der noch vielen offenen Fragen.

Bürger können sich mit allen Anfragen und Unterstützungsangeboten rund um die Ukrainekrise unter der Mailadresse ukraine@lra-ei.bayern.de melden. Das Landratsamt stellt auf der Landkreishomepage https://www.landkreis-eichstaett.de/aktuelles/presseberichte/ukrainekrise eine Übersicht über relevante Fragestellungen für alle Bürgerinnen und Bürger zur Verfügung.

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Quelle
Landratsamt Eichstätt
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