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Gungolding erhält Dorfladen

Erfolgreicher Dorfladentag und Gründungsversammlung der Genossenschaft am 31. Mai

Gungolding. – Die Erfolgsnachricht des großartig besuchten Dorfladentages in Gungolding verkündete Werner Wilding mit breiter Brust am Ende der Veranstaltung: Der geplante Dorfladen in der Gemeinde Walting wird als Genossenschaft Realität. Auf dem kleinen Volksfest am Platz des künftigen Ladens entschieden sich weitere Einwohner für eine Mitgliedschaft und machten die erforderliche Eigenkapitaldecke von 60.000 Euro voll. Sie wurde bildlich dargestellt in einem großen Glaskrug. Die weißen Steine symbolisierten die finanzielle Höhe zum Beginn der Veranstaltung. „Wir hatten dieses Ergebnis zwar erhofft, dennoch sind wir nun überwältigt“, freute sich Wilding. Er ist der Sprecher des Lenkungsteams mit den drei Arbeitskreisen. Für den 31. Mai ist nun die Gründungsversammlung der Genossenschaft anberaumt mit den notariellen Erfordernissen.

Das Glas ist nicht halb, sondern ganz voll: Die Verantwortlichen des Gungoldinger Dorfladenprojektes präsentierten mit Stolz den symbolischen Glaskrug, der auf dem Dorfladentag voll geworden ist und damit das erforderliche Eigenkapital zur Gründung einer Genossenschaft bedeutete (von links): Klaus Zecherle (Ladenbau und Sortiment), Wolfgang Gröll (Berater), Werner Wilding (Sprecher des Lenkungsteams), Franziska Straus (Marketing) und Andreas Gabler (Recht und Finzanz). Fotos: Gabler

Es wird also etwas mit dem eigenen Laden und einer echten Nahversorgung in Bürgerhand in Gungolding – das ist seit dem Dorfladentag klar. Der diente einer breiten Information für die Einwohner und der Gewinnung von weiteren Genossen für das nötige Eigenkapital. Das Interesse an einem Dorfladen war nach einer Bürgerversammlung aus Anregungen der Besucher heraus entstanden. In der Platzwahl konnte man einen Vorteil nutzen durch das Einmieten in eine entstehende Halle. Die Fläche und die Einteilung des künftigen Ladens waren nicht nur anhand von Plänen ersichtlich, sondern wurde mit einem Trassierband und Holzschnitzeln auch an Ort und Stelle gekennzeichnet. Damit wurden die Dimensionen als Gesamtes und in den Einheiten noch deutlicher erkennbar.

Viele „Smileys“ und ein eindeutiges Votum: Mit einem eindeutigen Votum anhand von Smileys. entschieden sich die Dorfladenbesucher für ein Logo.

Wilding hob die Vorteile eines Dorfladens heraus mit einem zentrumsnahen Einkauf, regionaler und hochwertiger Produkte, vergleichbar günstigen Preisen, CO2-Einsparungen, Kfz-Kosteneinsparung, frischem Obst und Gemüse nach Möglichkeit aus der Region, ausgewählten Bioprodukten, einem kleinen Tagesbistro, sowie einem Bestell- und Lieferservice. „Die Kaufkraft bleibt damit in der Gemeinde“, betonte er zudem. Die Aufgabe für die Grundversorgung löse sich mit Bäckerei, Metzgerei, Milchprodukten, lokalen Kleinerzeugern und Brotzeiten mit Getränken. Das alles regional, saisonal und teilweise auch unverpackt, hieß es. „Viele Lieferanten haben schon Interesse bekundet“, informierte Wilding. Es waren auch einige vor Ort.

„So viel Zuspruch bei herrlichstem Badewetter zeigt, dass die Gungoldinger hinter ihrem Dorfladen stehen“, sagte Bürgermeister Roland Schermer in seinen Grußworten. In einem Selbstversuch mit einem normalen Fahrrad, ohne Strom, habe er die Fahrtstrecke von seinem Wohnort Pfalzpaint in elf Minuten gefahren. „Also gibt es keine Ausrede, die Entfernung wäre zu weit“, stellte er klar. Vom Landratsamt in Eichstätt erläuterte Anne Fröhlich die Wichtigkeit von Nachhaltigkeit und regionaler Vermarktung. „Man muss die Regionen wieder mehr schätzen lernen“, stellte sie heraus. Sie ist im Landkreis zuständig für Nachhaltigkeit, Klimaschutz und Grünflächen und erhofft sich in einer künftigen Zusammenarbeit gegenseitige Impulse.

Mit einem Trassierband und Sägespänen waren die Dimensionen für den neuen Dorfladen in Gungolding für die Besucher gekennzeichnet.

Die neuen Genossen Günther und Alex aus Gungolding sind volle Befürworter und nun auch selbst als Anteilseigner dabei: „Das Konzept ist gut, und denn wenn man selbst mit beteiligt ist, steht man auch mehr dazu“, so ihre Meinung. Auch Caroline war mit ihren zwei kleinen Kindern überzeugt von einem unkomplizierten Einkauf mit kurzen Wegen. Ein Damenkreis stellte fest, dass allgemein schon ein Umdenken stattgefunden habe und dafür dieser Art des Einkaufs die Zukunft gehöre. Gerade wenn man nicht mehr berufstätig und zu Hause sei, sei es ideal, auch weil es schon seit vielen Jahren in der Gemeinde selbst keine Möglichkeit mehr gebe.

Für die musikalische Unterhaltung sorgte die „Altmühltaler Trachtlermusi“. Im Mittelounkt aber stand natürlich der Dorfladen selbst, der auch als Symbol für den Zusammenhelt in einer Gemeinde gesehen werden kann. Wilding bedankte sich bei den rund zwanzig Ehrenamtlichen im Team und stellte das künftige Logo des Dorfladens vor. Es konnte aus vier Entwürfen auf der Veranstaltung durch Smilies entschieden werden. Hans-Peter Gabler

Comeback des Dorfladens

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