Kategorie: Leben

  • Erfolgreiche Kleine Friedensfahrt – Nominierung für die Jugendolympiade

    Erfolgreiche Kleine Friedensfahrt – Nominierung für die Jugendolympiade

    Gotha. – Nach vier Wertungsrennen bei der Kleinen Friedensfahrt in Gotha schlüpfte Sophia Schrödel (U17) vom SV Marienstein ins grüne Trikot der besten Sprinterin und erreichte im Gesamtklassement den 5. Rang. Im Trikot der Nationalmannschaft konnte sie beim Ländervergleich in Thüringen erneut überzeugen und darf nun zur Jugendolympiade (EYOF) in Maribor im Juli nach Slowenien.

    „Ich freu mich am meisten, dass wir heute als Mannschaft so super zusammengearbeitet haben. Es macht richtig Spaß, mit diesem Team zu fahren. Am meisten freue ich mich jedoch über die Nominierung für die Olympiade, was mein großer Traum für dieses Jahr war.“ Beim zweiten Einsatz im Nationaltrikot überzeugte Schrödel im Team Deutschland (U 17) wieder mit persönlichen Bestleistungen, aber auch mit taktischer Disziplin und Verantwortung für „Bergziege“ Lauro Nollau (RSV Chemnitz) und Klassementfahrerin Magdalena Leis (RSC Linden), die dreifache Deutsche Meisterin.

    Erfolgreiche Sprinterin: Sophia Schrödel auf dem rad – und bei der Siegerehrung im Grünen Trikot (unten). Fotos: BDR/privat

    Bei der 23. TMP-Tour in Gotha, die als „Kleine Friedensfahrt“ bezeichnet wird waren   die Nationalmannschaften aus Deutschland, Italien, Polen, Österreich und Luxemburg, Teams aus Belgien, aus polnischen Landesverbänden und deutsche Teams aus den verschiedenen Landesverbänden am Start. Die 72 Teilnehmerinnen der Klasse U 17 absolvierten vier Etappen an drei Tagen. Nach ihrem guten Einstand beim Ländervergleich in Italien bekam Schrödel von Bundestrainer Josef Schüller wieder wichtige Rollen im Team Deutschland zugeteilt.

    Beim Prolog, ein kurzes Kriterium in der Innenstadt von Gotha, mit sehr schwierigen Straßenverhältnissen fuhr Schrödel eher zurückhaltend und kam im Hauptfeld auf den 23. Platz. Für das Gesamtergebnis nicht entscheidend, nur für die Startreihenfolge der zweiten Etappe. Diese ein Bergzeitfahren über 7,5 Kilometer am Vormittag sollte schon eine Vorentscheidung werden, denn hinter Linda Sanarini (Italien) und Anna Gaborska (Polnisches Nationalteam) erreichte Schrödel mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit 36,27km/h den 3. Platz.
    Am Nachmittag fand das erste Rundstreckenrennen (5 Runden, 38 km) auf gleicher Strecke statt. Schrödel sollte hier Unterstützungsarbeit für die deutsche Bergspezialistin Nollau leisten, die dann auch vor Matilde Rossignoli (Italien) siegte. Mit ihrem Sprint im Hauptfeld und Platz 4 sicherte sich Schrödel wichtige Punkte für das grüne Trikot der besten Sprinterin.

    Am Sonntag dann das abschließende, sehr bergige Rundstreckenrenen „Rund um Teutleben“ (4 Runden, 44 km).  Über drei Runden im kompakten Peloton konnte das Aushängeschild des SV Marienstein mehrere Sprintwertungen für sich entscheiden. In der letzten Runde attackierte dann Teamkollegin Magdalena Leis und fuhr einen Vorsprung von 1:32 Minuten heraus. Schrödel hatte die Aufgabe, die Nachführarbeit der anderen Teams zu unterbinden, damit ihre Teamkollegin in das gelbe Trikot der Gesamtsiegerin schlüpfen konnte. Im Sprint des Hauptfeldes sicherte sich Sophia dann den 2. Platz vor Ilaria Rothe (LV Baden-Würtenberg) und Chantal Pegolo vom Team Italien.

    Sichtlich zufrieden war Bundestrainer Schüller mit der taktischen Meisterleistung seines Teams – „über viele Jahre so nicht mehr erlebt“ – und dem tollen Erfolg bei der hochkarätig besetzten Rundfahrt. Direkt nach dem letzten Rennen nominierte er Schrödel für die Jugendolympiade (EYOF) in Slowenien im Juli in Maribor. Aber bereits (?)morgen/heute(?) am Donnerstag steht die bayrische Meisterschaft „Einzel Straße“ in Passau und am Sonntag das Bundessichtungsrennen in Karbach bei Würzburg an. Hier gilt es Platz 1 in der Rangliste zu verteidigen. Mit 150 Punkten liegt sie hier vor Julia Servay (RSC Biberach, 129 Punkte).

    Gesamtklassement nach 3 Etappen:

    1. Magdalena Leis (Team Deutschland)
    2. Laura Nollau (Team Deutschland)
    3. Matilde Rossignoli (Team Italien)
    4. Linda Sanarin (Team Italien)
    5. Sophia Schrödel (Team Deutschland) und Grünes Trikot der besten Sprinterin.
  • Gelungene Primäre mit unfassbarer Bestzeit

    Gelungene Primäre mit unfassbarer Bestzeit

    Greding. – Das erste Bergzeitfahren im Rahmen des neuen Altmühlcups war in jeder Hinsicht gelungen. Die Organisation, die Anzahl der Teilnehmer wie auch die gezeigten Leistungen erfüllten alle Erwartungen. In nur 4:10 Minuten setzte Tobias Häckl von den Radsportfreunden Hilpoltstein eine Marke, die am Ende zum Gesamtsieg reichte.

    Das erste von vier Bergzeitfahren im Rahmen des neuen Altmühlcups wurde am vergangenen Samstag vom TSV Greding zwischen Hausen und Kraftsbuch ausgerichtet – auf einer äußerst anspruchsvollen Strecke über zwei Kilometer und 120 Höhenmeter. Dabei galt es den ersten Kilometer mit bereits hundert Höhenmetern und bis zu 15 Prozent Steigung so anzugehen, dass für den zweiten, vermeintlich leichten Teil auch das große Kettenblatt noch gedrückt werden konnte.

    Es stellte sich im Nachhinein heraus, dass die Startaufstellung einfach nach Reihenfolge der Einschreibung ein Glücksgriff des TSV war. Es blieb bis zum Schluss äußerst spannend. Mit der Startnummer 12 setzte zunächst der spätere Gesamtdritte Philip Penkalla (ohne Verein) mit 4:43 Minuten eine erste Marke, Häckl mit Startnummer 28 dann eine „unfassbare Bestzeit von 4:10 für unsere Strecke!“ (Jackl Baumann, TSV Greding). Aber erst die Startnummer 50, der Eichstätter Yannik Uelldahl, der für den Ausrichter startete schob sich mit 4:37 noch zwischen die beiden vorher Gestarteten.

    Hochspannung auch bei den Damen bis zur Siegerehrung, als die offiziellen Zeiten und Plätze verkündet wurden. Die beiden Damen Eva Ehrentraut (SV Marienstein in 6:10) und Chiara Schramm (Owayo Ambassador in 6:11) trennte nur eine Sekunde. Aber auch in den Altersklassen wurden Höchstleistungen gezeigt. So gewann beispielsweise Juri Kalintschenko (Jahrgang 1973) vom TSV Gaimersheim, der Verein mit den meisten Radsportlern im Feld und auf dem Podium, die Klasse Senioren 3 in hervorragenden 5:13. Er landete im Gesamtklassement noch auf Rang 15 von 55 Teilnehmern.

    Damit waren auch fast doppelt soviel am Start wie beim letzten Bergzeitfahren 2022 in Kipfenberg. Bleibt zu hoffen, dass sich der Erfolg der Ausrichtung des TSV Greding in Kooperation mit dem Dorfverein Hausen auch positiv auf die Anmeldungen der folgenden Bergzeitfahren in Walting, Obereichstätt und Kipfenberg auswirkt.

     

    Weitere Ergebnisse:

    Junioren U19:

    1 Krügl, Kilian                 Radgeber René Rosa  00:05:09

    2 Reuter, Niclas                SV Marienstein            00:05:57

    Schüler U13:
    1 Weissinger, Luca          Radgeber René Rosa     00:07:06

     

    Senioren 2:
    1  Rund, Sven                  TSV Gaimersheim           00:05:07

    2  Löchl, Jürgen               TSV Greding                    00:05:20

    3 Burkhardt, Frank         TSV Gaimersheim           00:05:33

     

    Senioren 3:
    1  Kalintschenko, Juri      TSV Gaimersheim           00:05:13

    2  Brunnegger, Thomas  TSV Gaimersheim           00:05:35

    3  Braun, Ralph                Bici Sancho                      00:05:51

     

    Senioren 4:
    1  König, Herbert            Radfreunde Hilpoltstein 00:06:02

    2 Böhm, Manfred           TSV Gaimersheim            00:06:17

    3 Naber, Jens                  TSV Gaimersheim            00:06:28

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  • Ein junger E-Gitarrist und seine Zeitreise: Musikfest Eichstätt startet mit „Lautenliebe“

    Ein junger E-Gitarrist und seine Zeitreise: Musikfest Eichstätt startet mit „Lautenliebe“

    Eichstätt. – Es war ein feinsinniger, ein musikalisch ganz spezifischer und dann doch auch wieder vielseitiger Auftakt des Musikfestes Eichstätt – mit besonderen Instrumenten und einem besonderen Ensemble: „Lautenliebe“ war der Titel des Eröffnungskonzerts jenes ebenso besonderen Festivals für Alte Musik, das in diesem Jahr zum zehnten Mal stattfindet. Mit dabei: vier verschiedene Varianten und Größen jenes selten gewordenen Instruments, das gemeinsam ein „Consort“ bildet: ein Ensemble aus Instrumenten gleicher Bauart, das mehrstimmige Musik im Übergang zwischen Rennaissance und Barock – gestern charmant präsentiert und gespielt vom „Casulana Lute Consort“ und inspirierend anregend auch für Nicht-Kenner wie Vincent Hiemer.

    „Lautenliebe“ lautete der Titel des Auftaktkonzerts des Musikfestes Eichstätt – und verdeutlichte auf eindrucksvolle Weise das Motto des Festivals: „Alte Musik neu entdecken“. Fotos: Christian Klenk/Musikfest Eichstätt

    Eigentlich spielt Hiemer eher Musik der härteren Sorte. Der junge Mann ist E-Gitarrist bei der Eichstätter Band Molutov und demnächst auf der Bühne beim Eichstätter Open Air am Berg zu Gast. Aber gestern Abend ist er in den Holzersaal gekommen, um in eine ganz andere musikalische Welt abzutauchen: Musik, die er sich privat so eher nicht anhören würde: Consort-Musik mit ihren eleganten Klängen, schwungvollen Tänzen wie dem „Padoana della Rocca el Fuso“ von Giovanni Pacoloni, den das „Casulana Lute Consort“ zu Beginn anspielt – und irgendwie scheint es sich sofort in den Holzersaal einzufügen. Vincent Hiemer blickt wie einige andere Besucher hinauf zum Deckengemälde mit dem Titel „Der Frühling“ von Johann Evangelist Holzer.

    Komplexe „Griffschrift“

    Wer sich die komplexe „Tabulatur“, die „Griffschrift“ (Foto rechts) genau anschaut, mit der für die Lautenspielerinnen Griffe statt Noten verzeichnet sind, versteht schnell, wie komplex jene Welt der mehrstimmigen und verwobenen Lauten-Consort-Musik auch sein kann. Oder wie schnörkellos und einfach emotional – besonders, wenn Emma-Lisa Roux nicht „nur“ die Alt-Laute spielt, sondern auch noch mit klarer Stimme dazu singt: zum Beispiel über „Ung triste coeur“, ein trauriges, oder besser ein sehr trauriges Herz. Dann sind da auch wieder die anderen Momente mit mehr Tempo und der Lebensfreude des italienischen Barock, übertragen in jene Welt des Consort, die sich vorwiegend in Frankreich und Flandern abspielte und auch Laien wie Vincent Hiemer und die anderen Zuhörer mitnimmt in eine höfische Welt der Tänze und Volten, des Leides und Krieges, aber auch des Umbruchs und der üppigen Lebensfreude.

    Darum gehe es auch beim Musikfest, wie Joachim Kraus, Vorsitzender des ausrichtenden Vereins Alte Musik, in seiner Ansprache zur Eröffnung sagte: Endlich wieder gemeinsam Musik genießen. Menschen wie Musikinstrumente hätten raumfordernde Körper und seien durch reine Technik „nicht ausreichend substituierbar“, wie es der deutsche Schriftsteller und Philosoph Rainald Götz auch über Videokonferenzen in der Coronazeit gesagt habe. Und so sei man heute wie damals die Menschen im 17. Jahrhundert nach der Pest froh darüber, eine Pandemie überwunden zu haben und sich wieder ungezwungen zu treffen und – so auch der Titel des Abschlusskonzerts des „Musikfestes Eichstätt“ morgen Abend (19 Uhr) in der Rebdorfer Klosterkirche – ein „Festa della Salute“ zu feiern: ein Fest der Gesundheit und damit auch der Freude am Miteinander. Raum, Instrument, die positive Energie der Musiker und Publikum beeinflussten sich gegenseitig und machten ein anderes Musikerlebnis möglich, als durch reine, pure Technik.

    Alice Letort und das Ensemble „Casulana Lute Consort“ begeisterte gestern das Publikum im Holzersaal – und zwar nicht nur die Fans in historischen Kostümen, über deren Besuch sich auch die Veranstaler um Joachim Kraus und Heidi Gröger freuten (Foto unten).

    „Magie des Ortes“

    In der Tat ist der „Genius Loci“, die Magie des Ortes, auch Teil der Musik – und so waren draußen im Eichstätter Hofgarten gestern Abend zwar zunächst noch regenschwere Wolken zu sehen, aber eben auch das volle, helle Grün der Natur, das durch die Fenster im barocken Holzersaal der Sommerresidenz zu spüren war. Ebenso auch die sympathische Ausstrahlung der vier jungen Powerfrauen auf der Bühne, die mit ihrer zurückhaltenden Präsenz das Publikum im mit rund 120 Besuchern voll besetzten Prunksaal eroberten – darunter auch Vincent Hiemer. Aber auch eine Gruppe von Gästen die in der passenden Kleidung aus jenen Jahren des Übergangs zwischen dem 16. und 17. Jahrhundert erschienen waren – jener Zeit, aus der auch die eng umrissene Welt der Consort-Musik stammt, wie Musikerin Cornelia Demmer in ihrer charmanten Moderation erklärte – und dabei auch die Instrumente vorstellte.

    Live-Übertragung auf BR-Klassik

    Am Sonntag überträgt BR-Klassik live ab 12:05 Uhr musikalische Zuckerl, dargeboten von Musikern, die an diesem Wochenende in Eichstätt auftreten. Ab 19:05 Uhr folgt dann das Abschlusskonzert „Festa della Salute“.

    In wechselnden Konstellationen und Kombinationen aus Diskant-, Alt- Tenor- oder Basslaute zeigten Demmer, Roux, Alice Letort und Talítha-Cumi Witmer einem interessierten und am Ende begeisterten Publikum die Vielseitigkeit der Laute und eine spannende Mischung zwischen strenger Renaissancemusik und schwungvollem Barock – vom rhythmisch-stürmischen „Passamezzo della Battaglia“ oder fröhlich-schwungvollen „Ballet“ aus der in Fachkreisen berühmten Wolfenbütteler Tanzsammlung von Michael Praetorius bis hin zu Nicolas Vallets „Air du cour“: höfische Lieder in Gedichtform wie „Et-ce Mars“, das das Casulana Lute Consort nach dem anhaltenden Applaus im Holzersaal am Ende noch einmal als Zugabe spielte – sehr zur Freude von Joachim Kraus und der Künstlerischen Leiterin Heidi Gröger, die sich über den gelungenen Auftakt freuten.

    „Alte Musik neu entdecken“

    „Et-ce Mars“ handelt von großen Gefühlen und einer mythischen Welt des Kriegsgottes Mars und der Königin des Himmels, in die das Eröffnungskonzert das Publikum im Holzersaal mit viel Fantasie entführt hat. Auch darum geht es beim Musikfest Eichstätt – neben alten Instrumenten und für die breite Öffentlichkeit fast vergessener Musik nämlich darum, sich auf etwas einzulassen, was die Menschen einst bewegte – was für sie gerade „in“, was für sie so etwas wie „Pop“ und der letzte Schrei bei Hofe war – in diesem Fall gespielt auf Lauten. Schließlich heißt das Motto des Musikfests Eichstätt mit seinen zahlreichen Konzerten an besonderen Orten an diesem Wochenende auch „Alte Musik neu entdecken“.

    Und so lässt sich auch Vincent Hiemer darauf ein, jene ganz besondere Welt zu erleben, die man unter dem Begriff Consort-Musik versteht – aus einer Zeit des Umbruchs, wie wir sie auch heute wieder erleben. Der junge Mann wird mit seiner lockigen Frisur, die beinahe ein wenig an Star-Gitarrist Slash von Guns N‘ Roses erinnert, weiter E-Gitarre statt Laute spielen. Aber die Partitur im Programmheft erinnert ihn an sein Abitur, und auch sonst muss er an Bach-Kompositonen und manches mehr denken, das er als interessierter Musiker gelernt hat. Die Musik ist ein Kind ihrer Zeit, aber auch eine zeitlose Sprache – Vincent Hiemer hat sich gestern auf eine Reise in jene andere Welt eingelassen und es überhaupt nicht bereut, wie er sagt: „im Gegenteil“.

  • An Christi Himmelfahrt: Hoagarten mit Gerhard Julius Beck

    An Christi Himmelfahrt: Hoagarten mit Gerhard Julius Beck

    Hofstetten. – Am Donnerstag, 18. Mai, (Christi Himmelfahrt) wird um 14 Uhr im Jura-Bauernhof-Museum Hofstetten die Sonderausstellung der Saison „Firma Bittner – Orgelbaukunst aus Eichstätt“ durch Landrat Alexander Anetsberger und den Kreisheimatpfleger und Museumsbetreuer Dominik Harrer eröffnet.

    Gaudi beim Hoagarten: Musik und launige Moderationen gibt es an Christi Himmelfahrt. Foto: Melanie Veit/Landkreis Eichstätt

    Von 1897 bis 1989 fertigte die Eichstätter Orgelbaufamilie vier Generationen lang die „Königin der Instrumente“ – über 150 Orgeln. Die Ausstellung zeichnet die Geschichte und die Bedeutung der Orgelbaufamilie für unsere Region nach, greift einzelne Orgeln heraus und bietet sogar Klangbeispiele dar. Im Anschluss haben die Besucher die Möglichkeit, beim Hoagarten mit Gerhard Julius Beck und den „Köschinger Saitentratzern” alias Familienmusik Schiele einen geselligen Nachmittag im historischen Ambiente zu erleben.

    Gerhard Julius Beck wird mit seinen humorvollen Geschichten und Anekdoten rund um die Musik aus dem Landkreis Eichstätt die Besucher sicher wieder zum Lachen bringen. Für das leibliche Wohl sorgt der Bäuerinnen-Backservice Ingolstadt mit Kaffee und Kuchen. Die Veranstaltung endet gegen 17 Uhr. Das abwechslungsreiche Jahresprogramm des Jura Bauernhof ist unter www.jura-bauernhof-museum.de zu finden. lkr

  • „Herzenswunsch-Begleiter“: „Etwas Sinnstiftendes machen“

    „Herzenswunsch-Begleiter“: „Etwas Sinnstiftendes machen“

    Eichstätt. – „Welche Bedürfnisse haben Palliativpatienten, wie gehe ich mit Sterbenden um, wie spreche ich mit ihren Angehörigen?“ Mit solch ernsthaften Fragen beschäftigen sich an einem Samstagvormittag vier Männer und eine Frau. Sie nehmen an einer Ausbildung zum ehrenamtlichen Begleiter im Herzenswunsch-Krankenwagen der Malteser teil.

    Auf dem Weg zum „Herzenswunsch-Erfüller“: Beim Praxisteil der Ausbildung waren die Teilnehmenden mit Feuereifer dabei. Foto: Lukas Heim

    Neun Unterrichtseinheiten stehen auf dem Programm, den Vormittag bestreitet Regina Sterz vom Hospizdienst der Malteser. Sie vermittelt die Grundlagen der Hospizarbeit nicht als Frontalunterricht, die Teilnehmenden bringen sich auch selbst mit ein: Warum bin ich hier, was motiviert mich, was erwarte ich von zukünftigen Fahrten mit dem Herzenswunsch-Krankenwagen, was sind meine persönlichen Erfahrungen bisher mit dem Thema Tod und Sterben. „Das ist immer ein sehr intensiver Austausch. Obwohl sich die Gruppe untereinander meist noch gar nicht kennt, sind das wirklich tiefgründige Gespräche“, zeigt sich Ferdinand Eisenhart beeindruckt.

    Der 21-jährige Eichstätter ist Koordinator des Projekts Herzenswunsch-Krankenwagen, mit dem Menschen, die nicht mehr lange zu leben haben, letzte Wünsche erfüllt werden – durch Fahrten etwa ans Meer, zur Familie oder ins Fußballstadion. Daher ist Psychohygiene ein weiters Thema des Unterrichts, wie Ferdinand Eisenhart erklärt: „Wir schulen unsere Leute darin, auch sich selber zu schützen und die Eindrücke ihrer Einsätze vernünftig zu verarbeiten, nicht zu nah an sich heranzulassen – aber trotzdem eine gewisse Empathie aufzubringen.“

    Am frühen Nachmittag erklärt Eisenhart der Gruppe der zukünftigen Herzenswunschbegleiter rechtliche Rahmenbedingungen: Wie liest man eine Patientenverfügung richtig, wie reagiert man, wenn es dem Gast unterwegs plötzlich schlechter geht, welche Medikamente dürfen verabreicht, welche Maßnahmen dürfen ergriffen werden? Die medizinische Mindestqualifikation für das ehrenamtliche Personal ist der Einsatzsanitäter, eine zweiwöchige theoretische Ausbildung und einige Tage Rettungsdienst-Praktikum.

    „Bei den Teilnehmenden in unseren Ausbildungen ist das immer ganz gemischt“, berichtet der Herzenswunsch-Koordinator, „da sind Leute dabei, die den Einsatzsanitäter erst noch machen müssen, die werden dann erstmal nur als Praktikanten mitfahren, und es sind Leute dabei, die beruflich im Rettungsdienst oder im pflegerischen Bereich arbeiten und viel Erfahrung haben.“ Der praktische Teil des Tages, die Fahrzeugeinweisung, ist für alle Teilnehmenden hilfreich – wo befindet sich was, wie funktionieren die medizinischen Gerätschaften? Es folgen abschließend noch pflegerische Grundlagen wie Patientenlagerung, „das macht unsere Ehrenamtliche Magdalena Ernhofer, die hier im beruflichen Bereich Erfahrungen gesammelt hat“, erklärt Eisenhart.

    Die Ausbildung zum Herzenswunschbegleiter fand bisher einmal im Jahr statt. In diesem Jahr ist der Zulauf so groß, dass die Malteser noch einen zweiten Termin anbieten werden – voraussichtlich im Spätsommer. Auch, weil sich gezeigt habe, so Eisenhart, dass bei kleineren Gruppen die Interaktion untereinander besser funktioniere. Wer sich für das Ehrenamt interessiert: Das Alter spielt dabei keine Rolle – im derzeitigen Team des Herzenswunschkrankenwagens ist die jüngste Ehrenamtliche 19 Jahre, der älteste Mitte 60. Ferdinand Eisenhart ist sich sicher: „Dieser Dienst ist für alle geeignet, die etwas Sinnstiftendes machen möchten in ihrer Freizeit.“

    Der Herzenswunsch-Krankenwagen ist Teil der Einsatzdienste der Malteser Einsatzeinheit Ingolstadt/Eichstätt. Weitere Informationen erhält man vom stellvertretenden Leiter Einsatzdienste, Lukas Heim, Lukas.Heim@malteser.org oder Telefon (0175) 2824288 sowie online unter www.malteser-eichstaett.de.

  • Mangel bei Kinderbetreuung: Akademie KinderWelt nimmt Betrieb auf

    Mangel bei Kinderbetreuung: Akademie KinderWelt nimmt Betrieb auf

    Gaimersheim. – Die gute Qualifizierung von Tagespflegeeltern und die Ausbildung von Quereinsteigerinnen und Quereinsteigern zu Ergänzungskräften für Kinderbetreuungseinrichtungen ist zentral, um dem Fachkräftemangel im Landkreises Eichstätt in den Griff zu bekommen. Mit der Gründung einer eigenen Akademie bündeln der „KinderWelt e.V.“ und das Jugendamt Eichstätt nun verschiedene Zugänge zur Kinderbetreuung und wollen gleichzeitig erhöhen die Qualität. Zum 1. März hat die neue Akademie im Gaimersheim die Räume bezogen, jetzt machen die letzten Unterschriften die Bildungsakademie wasserdicht.

    Freuen sich über den Start der „Akademie KinderWelt“ (von links): Barbara Kriening, Geschäftsführerin des Kinderwelt e.V., Carmen Rolka, Leiterin der Akademie und Corinna Bräutigam, die für die Organisation zuständig ist. Fotos: Kinderwelt

    Der Startschuss für die Akademie Kinderwelt fiel bereits am 1. März mit dem Bezug der Räumlichkeiten in Gaimersheim, die ersten Kurse sind schon am Laufen. Letzte Woche sind nun auch die letzten Unterschriften unter die Verträge gesetzt worden – dieser letzte, offizielle Schritt galt zwar eher als Formsache. Doch damit ist der Start der Akademie nun auch offiziell in trockenen Tüchern. „Wir bündeln hier die Schulungen für Tageseltern und Quereinsteigerinnen und Quereinsteiger, die Ergänzungskräfte in klassischen Kinderbetreuungseinrichtungen werden wollen“, erklärt die Sozialpädagogin, Erzieherin und Kunsttherapeutin Carmen Rolka, die als Leiterin der Akademie sowohl für die Organisation als auch für die Vermittlung der Inhalte zuständig ist. Als Teilzeitkraft startet Verwaltungsangestellte und Bankbetriebswirtin Corinna Bräutigam. Sie ist zuständig für Seminarorganisation, Technik, Aufbau und vor allem für die Kommunikation.

    Ziel der neuen Akademie ist es, bei hohem Qualitätsanspruch möglichst effizient Fachkräfte für die Kinderbetreuung im Landkreis Eichstätt zu qualifizieren. Die modernen Büroräume im Industriegebiet Gaimersheim seien gut dafür geeignet und auch mit Zug und Bus gut zu erreichen. Auf über 140 Quadratmetern finden sich Empfangsbereich, zwei Büros, Sanitäreinrichtungen, eine Kaffeeküche und ein Seminarsaal für gut 20 Teilnehmer.

    In Kooperation mit Jugendamt und „nicht gewinnorientiert“

    Die unterschiedlichen Bildungsangebote richten sich an zukünftige, selbständige Tagesmütter und -väter sowie an interessierte Quereinsteiger für die Qualifizierung zur in Bayern neu geschaffenen Ergänzungskraft. Diese sind einem Kinderpfleger gleichgestellt. Zusammen mit den bisherigen Kursräumen im Tagespflegezentrum Kinderwelt, ebenfalls in Gaimersheim, ist es jetzt sogar möglich, zwei Kurse parallel anzubieten.

    Tagesmütter und Fachkräfte für die Kinderbetreuung werden in Gaimersheim ausgebildet.

    „Wir sind nicht gewinnorientiert, sondern wären mit einem kleinen Defizit oder im Idealfall mit einer schwarzen Null vollkommen zufrieden”, betont Rolka. „Grundsätzlich kommt für Miete, Personalkosten und die Ausstattung das Jugendamt Eichstätt auf, aber wir haben den Anspruch, auch über Kursgebühren, den größten Teil der Kosten selbst zu stemmen.“

    Die Erweiterung der Kinderwelt um eine Akademie sei nötig geworden, so Barbara Kriening, Geschäftsführerin des Trägervereins „KinderWelt e.V.“, „da sowohl der Umfang der Theoriestunden als auch die Anzahl der Kursteilnehmerinnen zugenommen habe – nicht zuletzt wegen der Erweiterung um die neuen Ergänzungskräfte. Wenn wir unseren Qualitätsanspruch weiter erfüllen wollen, dann ist die Akademie der logische Schritt. Auch für die Zukunft der Kinderbetreuung im Landkreis.“

    Sozialpädagoge gesucht

    Carmen Rolka ist zufrieden und begeistert von den neuen Räumen und den neuen Möglichkeiten, die damit fast komplett seien: „Es fehlt uns nur noch eine Sozialpädagogin oder ein Sozialpädagoge für Koordination und Betreuung der Kurse und ReferentInnen.“ Der erste Kurs für neue Tageseltern hat in der Akademie schon am 18. April begonnen. Schon bis zu den Sommerferien sollten 14 angehende Tagesmütter Ihre neue Arbeit aufnehmen können. Der aktuelle Kurs mit 13 Teilnehmerinnen feiert kommenden Freitag schon den Abschluss in der neuen Akademie. Weitere Informationen und Termine finden sie unter https://kinder-welt.org.

    Über KinderWelt e.V. 

    Der gemeinnützige Verein KinderWelt e.V. ist seit 2006 Träger des Tagespflegezentrums KinderWelt und seit 2023 der Bildungsakademie KinderWelt.

    • Tagespflegezentrum KinderWelt ist als Fachdienst seit 2006 für die Organisation der öffentlich geförderten Kindertagespflege im Landkreis Eichstätt zuständig. Zu den Aufgaben gehören: Beratung und Begleitung von Tagesmüttern und -vätern, die Beratung von Eltern und eine passgenaue Vermittlung von Betreuungsplätzen für Kinder im Alter 0 bis 14 Jahren. Die Betreuung der Kinder findet in Großtagespflegestellen (8-10 Kinder werden von 2-3 Tagepflegepersonen betreut) oder in den privaten Räumen einer Tagespflegeperson (max. 5 Kinder) statt.
    • KinderWelt Akademie bündelt in Gaimersheim seit 2023 die Vermittlung theoretischer und pädagogischer Inhalte zur Qualifikation, Aus- und Weiterbildung für Tageseltern und QuereinsteigerInnen zur Ergänzungskraft. Diese sind einer Kinderpflegerin oder einem Kinderpfleger gleichgestellt.
  • Hilfe aus Sexindustrie: Shalompreis geht an „Reaching Out Romania“

    Hilfe aus Sexindustrie: Shalompreis geht an „Reaching Out Romania“

    Eichstätt. – Der Arbeitskreis (AK) Shalom für Gerechtigkeit und Frieden an der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt (KU) vergibt den diesjährigen Shalompreis an „Reaching Out Romania“ (ROR). Dabei handelt es sich um eine nichtstaatliche Hilfsorganisation in Rumänien, die Mädchen dabei hilft, aus der Sexindustrie auszusteigen. ROR rettet Kinder und Jugendliche vor der moldawischen und rumänischen Mafia, die Menschen nach Westeuropa verschleppt. In einer von ROR betriebenen Einrichtung in der Stadt Pitesti erhalten Mädchen Schutz vor Menschenhändlern, eine auf Lebenskompetenzen basierende Ausbildung sowie psychologische Betreuung.

    Das Logo des AK-Shalom, der jährlich den Menschenrechtspreis vergibt. Bild: oh

    Die Organisation wurde 1999 von Iana Matei gegründet. Die 64-jährige Psychologin engagiert sich seit Ende der 80er-Jahre für Gerechtigkeit und kämpft seit Ende der 90er-Jahre gegen Menschenhandel. Seit 1999 hat ROR mehr als 750 Opfern geholfen, zwei Hilfszentren und einen Bauernhof gebaut, um ihnen einen Rahmen der Normalität und die Möglichkeit der Wiedereingliederung in die Gesellschaft zu bieten. Derzeit leben in den Zentren zwölf Kinder und Jugendliche im Alter von zehn bis 16 Jahren mit rumänischer Staatsangehörigkeit, denen ein sicherer Ort sowie medizinische, psychologische, soziale und rechtliche Hilfe durch ROR ermöglicht wird.

    Überlebende von Menschenhandel waren häufig körperlichen Misshandlungen ausgesetzt, die tiefgreifende körperliche und psychische Auswirkungen haben. Akademische Studien haben gezeigt, dass die Häufigkeit von posttraumatischer Belastungsstörung, Drogenmissbrauch oder Schlafstörungen extrem hoch ist. Kognitive Störungen, Depressionen und Selbstmord zählen zu den langfristigen Folgen.

    „Opfer von Menschenhandel und sexualisierter Gewalt sind häufig isoliert und gesellschaftlich geächtet, sogar Freundeskreis und Familie wenden sich oft ab. ROR bietet den Opfern Raum zur Heilung, sensibilisiert das Umfeld, ermöglicht den Aufbau von Bindungen und schafft mit konkreten Handlungen neue Lebensperspektiven. Die Organisation leistet damit auch einen enorm wichtigen Beitrag, um die Strukturen des Menschenhandels zu bekämpfen. Einmal wieder möchten wir als Arbeitskreis mit dem diesjährigen Projekt darauf hinweisen, dass es auch hier in Europa schwere Verstöße gegen die Menschenrechte gibt, gegen die wir unsere Stimme erheben möchten“, begründet Ulrike Schurr-Schöpfel, Sprecherin des AKs, die Entscheidung.

    ROR ist die einzige Organisation in Rumänien, die für die Arbeit mit Minderjährigen, die das Trauma des Menschenhandels erlitten haben, akkreditiert und zugelassen ist. „Wenn dem Opfer nach seiner Identifizierung und Rettung keine bessere Alternative als die Straße, Hunger und Verwahrlosung geboten wird, kehrt es in das Umfeld zurück, dem es entrissen wurde. Neben der Einschulung, den Aktivitäten und den medizinischen Behandlungen arbeiten wir nach Möglichkeit mit der Familie zusammen, um Beständigkeit und Kontinuität zu gewährleisten“, berichtet Iana Matei, die Gründerin von Reaching Out Romania.

    Der Shalompreis ist einer der höchstdotierten Menschenrechtspreise in Deutschland. Das Preisgeld wird ausschließlich durch Spenden zusammengetragen. Bürger der Stadt Eichstätt, (ehemalige) Studierende und Mitarbeiter der KU ermöglichen die Menschenrechtsarbeit des 1981 gegründeten Arbeitskreises durch rein ehrenamtliches Engagement. Der Shalompreis wird am 24. Juni um 19 Uhr im Holzersaal der Sommerresidenz in Eichstätt an Iana Matei verliehen.

    Weitere Informationen gibt es unter: www.ak-shalom.com – oder EINFACH HIER KLICKEN!

    28.000 Euro gesammelt: „Shalompreis-Preisgeld“ übergeben

    Junge Friedensstifter: Shalompreisverleihung am Wochenende

  • Ökostrom und IT-Sicherheit für bis zu 40.000 User: Das Rechenzentrum der Diözese

    Ökostrom und IT-Sicherheit für bis zu 40.000 User: Das Rechenzentrum der Diözese

    Eichstätt. – Es ist ein weiterer kleines Puzzleteil auf dem Weg zu einer erneuerbaren Zukunft: Im Rahmen ihrer Klimaschutzinitiative baut die Diözese Eichstätt ihre regenerativen Energieerzeugungsanlagen weiter aus und hat mitten in der Coronazeit Ende 2021 nicht nur ihr neues, hochmodernes Rechenzentrum, sondern auch eine Photovoltaik-Anlage auf dem Dach in Betrieb genommen – die nun auch offiziell vorgestellt wurde und von den Stadtwerken Eichstätt gefördert wird. Gleichzeitig gab es dabei auch Einblicke in eines der bestgesicherten „Geheimnisse“ des Bistums: das neue IT-Herzstück, das weit mehr ist, als „nur“ ein Datenmekka für die eigene Diözese.

    Ökostrom und IT-Sicherheit: Stadtwerkechef Wolfgang Brandl (von links), seine Co-Chefin Silvia Dollinger, die Eichstätter Zweite Bürgermeisterin Elisabeth Gabler, Amtschef Thomas Schäfers, Lisa Amon, Umweltbeauftragte der Diözese, und IT-Chef Robert Bittl stellten heute das mit Ökostrom versorgte neue Rechenzentrum der Diözese vor. Fotos: Zengerle

    Es blinkt und leuchtet rhythmisch hinter den mehrfach durch Sicherheitstüren abgetrennten, mit Lochblechen verblendeten und sicher verschlossenen Datenschränken. Nun ja, im Zusammenhang mit dem Rechenzentrum des katholischen Bistums von einem „Datenmekka“ zu sprechen, ist vielleicht sprachlich gewagt – aber im übertragenen Sinne auch richtig: Denn hier läuft ein Großteil der Daten des gesamten Bistums zusammen – und nicht nur des Bistums, sondern auch weit darüber hinaus, wie Robert Bittl, Leiter der Abteilung IT-Management des Bischöflichen Ordinariats erklärt: Bis zu 17 Diözesen aus Deutschland und auch aus Österreich könnten – zum Teil fest, zum Teil auch flexibel und nur bei Bedarf – die Rechenkapazität des neuen IT-Knotenpunktes nutzen. Der war bereits 2021 in einer aufwendigen Aktion mit Schwerlastkran und Feuerwehreinsatz errichtet und Ende 2021 in Betrieb genommen worden – allerdings ohne große Feierstunde.

    Und zwar nicht nur wegen Corona. Es gehe vielmehr auch um ein ganz und gar irdisches Thema: Datensicherheit. Das Rechenzentrum ist nach strengen Regeln in Sachen IT-Sicherheit zertifiziert. Es verfügt nicht nur über eine eigene Notstromversorgung, eine moderne Kühlung und Feuerlöschanlage, die im Falle eines Brandes sofort mit moderner Gastechnik löschen würde, sondern in allen Bereichen auch über redundante Systeme. Das heißt, das alles mindestens doppelt abgesichert ist. Es gibt genaue Zugangsregeln und Sicherheitsmaßnahmen. Fotografieren ist normalerweise verboten. Man darf das unscheinbare mit Holzverkleidung umgebene containerartige Gebäude nur mit Überziehschuhen betreten – vor allem aber nur mit entsprechender Berechtigung. Noch viel wichtiger als diese sichtbaren Sicherheitsmaßnahmen wie Zahlen- und Codeschlüssel sind die inneren, die digitalen Schutzmaßnahmen.

    Krypto-Erpressung des Caritas-Verbands München als mahnendes Beispiel

    Die sind auch nötig, davon ist Bittl überzeugt. Denn wie alle anderen Unternehmen mit Internetanschluss auch, sind auch die IT-Systeme kirchlicher Einrichtungen bedroht – wie nicht nur ihm zuletzt etwa das Beispiel des Caritas-Verbands München und Oberbayern gezeigt hat: Im September letzten Jahres war es dort zu einer Art digitalem „Super-GAU“ gekommen: Hacker hätten sich über eine Phishing-Mail Zugang zum IT-System verschafft, eine Schadsoftware installiert und sich dann immer weiter vorgearbeitet und schließlich die Daten verschlüsselt und den Verband erpresst, weiß auch Bittl, der sich natürlich über den Fall genau informiert hat.

    Um sichere Daten kümmern sich die IT-Fachkräfte Adrian Schiebel (links) und Christian Stark.

    Das Ziel ist Profit: Einen „höheren Betrag in Krypto-Währung“ solle man bezahlen, heißt es aus damaligen Medienberichten. Da gehe es um hohe Summen, weiß Bittl: Die digitalen Angreifer wüssten oft genau über Umsatzzahlen Bescheid und würde ihre Forderungen entsprechend anpassen: Je nach Größe geht es da schnell um Millionenbeträge. Zahlen wollte man das Ganze in München dann doch nicht. Allerdings kämpfe der Caritasverband auch immer noch mit den Folgen, wie Bittl weiß. „Das hat uns gezeigt, dass wir hier auch noch mehr machen müssen“, erklärt der IT-Experte. Auch wenn es natürlich auch eine Art Rückfall-System gibt, das im Ernstfall zusätzlich die Daten schützen würde – ganz sicher kann man sich nie sein. Und so will man alles tun, damit es der kleinsten deutschen Diözese eben nicht so geht wie dem größten Wohlfahrtsverband Oberbayerns.

    Rund 600.000 Institutionen angeschlossen

    Das Eichstätter Rechenzentrum allerdings reiche über digitale Verbindungen weit über die eigenen Grenzen der Diözese mit ihren rund 40.000 Usern hinaus, wie Bittl erklärt. Rund 6.000 kirchliche Einrichtungen von Pfarreien, Kirchenstiftungen oder Verbänden und anderen Einrichtungen könnten den Eichstätter Serverpark nutzen. Der ersetzt – nach der 80:20-Regel, wie Bittl sagt – eben nur zu rund vier Fünfteln das alte Rechenzentrum der Diözese, das zusätzlich noch im Einsatz sei. Seit der Einrichtung 1975 habe sich in Sachen IT unendlich vieles verändert – nicht nur technisch, sondern auch in Sachen Energieversorgung. Damals habe es noch massive Computer und ganz schlichte IT-Systeme mit Lochkartensystemen und anderem mehr gegeben, erzählt Bittl – und seine beiden Mitarbeiter Adrian Schiebel und Christian Stark, die hier für Netzwerk und Datencenter sowie IT-Systeme zuständig sind, schmunzeln. Die alten Systeme hat er aufbewahrt und zeigt sie ab und zu den jungen Kollegen, damit sie wissen, das auch IT-Systeme vergänglich und Kinder ihrer Zeit sind.

    Auf dem Dach des neuen Rechenzentrums befindet sich die neue Photovoltaikanlage – natürlich angesichts der begrenzten Fläche mit ebenso eingeschränkter Leistung, aber dennoch mehr als ein Zeichen, sondern auch ein weiterer Baustein auf dem Weg zu einer vollständig klimaneutralen Energieversorgung. Wie die Stadt und der Landkreis Eichstätt will auch die Diözese Eichstätt bis spätestens 2035 klimaneutral sein – und geht dafür trotz vieler Herausforderungen in der Haushaltsplanung und Sparzwang weitere Schritte. Ein solcher ist auch die neue PV-Anlage auf dem Dach des Rechenzentrums. Die Anlage mit einer elektrischen Leistung von 15 Kilowatt produziert jährlich rund 13.800 Kilowattstunden regenerativ erzeugten Strom und führe damit gegenüber dem deutschen Strommix zu einer jährlichen CO2-Ersparnis von rund 7,5 Tonnen, so haben es die Stadtwerke Eichstätt errechnet. Für das Rechenzentrum mit seinen gewaltigen Datenmengen reicht das natürlich bei Weitem nicht aus: Der erzeugte Strom reiche in etwa „für einen halben Monat“, so Christian Stark – kein Wunder: Schließlich zählen Rechenzentren zu den besonders energieintensiven Bereichen eines Unternehmens.

    Zertifizierung nach „Grüner Strom“-Energie-Gütesiegel

    Aber auch die restliche Energie des Bistums kommt aus erneuerbaren Quellen. Die Stadtwerke Eichstätt haben sich dafür extra nach den strengen Vorgaben des „Grüner Strom“-Energie-Gütesiegels zertifizieren zu lassen, wie der Eichstätter Stadtwerkechef Wolfgang Brandl sagt, der gemeinsam mit seiner Nachfolgerin Silvia Dollinger gekommen ist, um einen Förderscheck zu überreichen: Die Stadtwerke Eichstätt Versorgungs-GmbH, die die Liegenschaften der Diözese über ihr Ökostromangebot Eichstätt regenerativ versorgt, hat sich entschlossen, die Neuerrichtung der PV-Anlage mit einem Investitionszuschuss in Höhe von 3.200 Euro zu fördern. Der Investitionskostenzuschuss wird über einen Aufschlag auf den Energiepreis in Höhe von 0,2 Cent je Kilowattstunde finanziert, der nach den Zertifizierungsrichtlinien des „Grüner Strom Label e.V.“ für Energieeffizienzmaßnahmen oder für den Zubau regenerativer Energieerzeugungsanlagen zu verwenden ist – wirkt also auch weiterhin nachhaltig.

    „Die Errichtung der PV-Anlage durch die Diözese ist eine Investition, die sich im Zeichen der Energiewende und Nachhaltigkeit passgenau in die Vorgaben unseres Ökostromangebots einfügt und für eine enge regionale Kooperation steht, die wir mit der Diözese Eichstätt nunmehr bereits seit dem Jahr 2016 pflegen dürfen“, führt Brandl an. Und auch beim Bistum freut man sich über die lokale Kooperation in Sachen nachhaltigem Hightech: „Das Bistum Eichstätt hat sich ja schon im Jahr 2013 das Ziel gesetzt, die CO2-Belastung des Bistums zu reduzieren beziehungsweise bis zum Jahr 2035 klimaneutral zu werden“, betont der Amtschef des Bistums Eichstätt, Thomas Schäfers. „Ein wichtiger Hebel zur Zielerreichung ist der Einkauf von Ökostrom, der einen wirklichen Beitrag zur Energiewende leistet, wie es das Grüner Strom Label garantiert. Dass diese Ökostromqualität von den Stadtwerken Eichstätt geliefert wird, freut mich persönlich ganz besonders, fördert es doch regionale Wirtschaftskreisläufe“.

    Weitere Maßnahmen geplant

    Die Förderung der PV-Anlage dokumentiert nun auch ein Hinweisschild, das im Eingangsbereich der Anlage angebracht wurde. Dieses Schild setze auch ein dauerhaftes Zeichen dafür, dass es für eine erfolgreiche Umsetzung der Energiewende zwingend erforderlich sei, die Stromerzeugung durch PV-Anlagen „auf die Überholspur zu bringen“, heißt es von Seiten der Projektpartner – sehr zur Freude von Lisa Amon, der Umweltbeauftragten der Diözese. Zudem planten die Stadtwerke Eichstätt auch künftig eine noch engere Zusammenarbeit mit dem kirchlichen Partner, wie beide Seiten heute betonten. Beispielsweise soll nur wenige Meter entfernt das Herzstück des neuen Nahwärmenetzes für die Eichstätter Innenstadt entstehen, das im Bereich der Wärmeenergie gerade im Bereich der historischen Gebäude in der Eichstätter Innenstadt Zeichen setzen soll. Und auch in Sachen Sonnenstrom könne sich jetzt  noch mehr tun: Neue Regelungen ermöglichten nun, die regenerative Energieerzeugung auch gegenüber dem Denkmalschutz einfacher zu installieren, wie Thomas Schäfers betont. Es werde sich also – trotz der angespannten Kostensituation – noch mehr bewegen in Sachen erneuerbarer Energieerzeugung – und in Sachen Datenschutz im neuen Hightech-Rechenzentrum. Stephan Zengerle

  • „Spenderflächenkataster“: Naturpark schützt artenreiche Wiesen

    „Spenderflächenkataster“: Naturpark schützt artenreiche Wiesen

    Eichstätt. – Blühende Wiesen mit weißen Margeriten, Flockenblumen und leuchtend blauem Salbei – jetzt im Mai und Juni kann man wieder die für den Naturpark Altmühltal typischen Blumenwiesen finden. Jedoch ist ihr Bestand in den letzten Jahren massiv zurückgegangen – ein immenser Verlust für die Artenvielfalt, denn artenreiche Wiesengesellschaften wie die sogenannten Flachland-Mähwiesen sind sehr wertvolle Lebensräume für die Pflanzen- und Tierwelt und insbesondere auch für die Insektenvielfalt. Ihren Erhalt hat sich der Naturpark Altmühltal (Südliche Frankenalb) e.V. seit langem auf die Fahnen geschrieben – und daher ein eigenes Kataster für solche artenreichen Wiesen angelegt: sogenannte „Spenderflächen“.

    Die Farbe Weiß dominiert hier zwar gerade in Zeiten der Margeritenblüte, auf solchen Blumenwiesen aber geht es das ganze Jahr über farbenfroh und vor allem artenreich zu. Sie werden deswegen im Naturpark Altmühltal nun besonders erfasst und geschützt. Foto: Frank Molder

    So wurden in den letzten beiden Jahren in vier Landkreisen des Naturparks die vorhandenen Wiesen erhoben und auf ihre Qualität und Artenausstattung überprüft. In diesem Frühjahr schließen sich die östlichen Naturparkflächen in den Landkreisen Kelheim und Neumarkt an. Gefördert wird die Untersuchung vom Bayerischen Staatsministeriums für Umwelt und Verbraucherschutz. Die Unteren und Höheren Naturschutzbehörden, die für die beteiligten Landkreise Eichstätt, Weißenburg-Gunzenhausen, Neuburg-Schrobenhausen, Roth, Kelheim und Neumarkt zuständig sind, unterstützen die Maßnahme.

    „Uns ist es wichtig, die für das Altmühltal typischen artenreichen Wiesen langfristig zu erhalten“, so Christoph Würflein, Geschäftsführer des Naturpark Altmühltal e. V. Die geeigneten und kartierten Flächen können dann künftig als sogenannte „Spenderflächen“ dienen, das heißt man kann beispielsweise das gemähte Gras mit den in ihm enthaltenen Samen zur Begrünung nahegelegener Flächen verwenden. Auf diese Weise können artenreiche Wiesen mit naturraumtreuem Saatgut neu entstehen oder renaturiert werden.

    Herkunftsgesichertes Saatgut vom Saatguthersteller wie zum Beispiel Regiosaatgut ist aufgrund der hohen Nachfrage und der anspruchsvollen Produktion oft nur schwer oder nicht immer in der gewünschten Artenzusammensetzung zu bekommen. Zudem ist im Naturraum gewonnenes Saatgut insbesondere für naturschutzfachliche Begrünungen besser geeignet. Das sogenannte Spenderflächenkataster, das heißt die Zusammenschau von geeigneten und beernteten Spenderflächen sowie entsprechend neuangelegten oder aufgewerteten Flächen, soll künftig bayernweit bei den Unteren Naturschutzbehörden, den Landschaftspflegeverbänden oder den Naturparken geführt und verwaltet werden.

    Für die Bearbeitung konnte das renommierte Fachbüro Baader Konzept aus Gunzenhausen gewonnen werden. Die Bestandsaufnahme wird noch im Mai und Juni erfolgen, wenn die Wiesen in voller Blüte stehen. Für Rückfragen kann man sich gerne an verein@naturpark-altmuehltal.org wenden.

    Für Adonisröschen & Co: Pfleimberg gehört jetzt zu „100 Äckern der Vielfalt“

  • Holz-Spielstraße und Schatzsuche: Walderlebniszentrum lädt zum Waldfest

    Holz-Spielstraße und Schatzsuche: Walderlebniszentrum lädt zum Waldfest

    Eichstätt. – Viel zu entdecken und zu erleben gibt es am kommenden Sonntag, 14. Mai, beim beliebten Waldfest im Walderlebniszentrum Schernfeld. Vom Waldmärchen über Wildkräuter, ein mobiles Sägewerk eine GPS-Schatzsuche für Kinder oder die Vorführungen der Eichstätter Bereitschaftspolizei – ab 11 Uhr hat das Team des Walderlebniszentrums wieder ein buntes Programm zusammengestellt.

    Mit dem Wald in Berührung kommen kann man beim Waldfest bei Schernfeld am Sonntag mit allen Sinnen – auch ohne einen Baum zu umarmen. Fotos: Robert Pehlke/AELF

    „Ob groß, ob klein: Wir laden Dich ein!“ heißt es auf der Einladung des Amtes für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Ingolstadt-Pfaffenhofen a.d.llm (AELF), das am kommenden Sonntag bereits zum 17. Mal das beliebte Waldfest am Walderlebniszentrum Schernfeld ausrichtet. Von 11 bis 12 Uhr wird die Feier mit einem ökumenischen Waldgottesdienst eröffnet. Danach erwartet die Besucher an den verschiedenen Ständen eine große Vielfalt an Themen rund um Wald, Natur und Forst- und Landwirtschaft, zum Beispiel ein mobiles Sägewerk, ein Nistkasten-Workshop, Schnitz-, Drechsel- und Motorsägen-Arbeiten oder auch Falkner-, Wolfs- und Imker-Stände. Speziell für Kinder gibt es unter anderem eine Holz-Spielstraße, Bastelaktionen und eine spannende GPS-Schatzsuche im Wald.

    Die Bereitschaftspolizei demonstriert Übungen aus Ihrem Ausbildungstraining. Und wer es lieber etwas ruhiger angehen möchte, besucht die Wildkräuter-Station der Altmühltal-Ranger oder lauscht der Märchenerzählerin im Wald-Theater und dem Eichstätter Kinder- und Jugendchor. Darüber hinaus finden jeweils zur vollen Stunde Hausführungen und Filmpräsentationen statt, in deren Rahmen das Publikum auch das neue Seminar- und Verwaltungsgebäude direkt an der Südeinfahrt des Walderlebniszentrums kennenlernen kann. Für Essen und Trinken, Kaffee und Kuchen ist ebenfalls bestens gesorgt.

    Der Waldspielplatz ist nur eine der Attraktionen im Walderlebniszentrum Schernfeld, das am Sonntag zum großen Waldfest einlädt.

    Details zum Waldfest:

    Wann: Am 14. Mai ab 11 Uhr

    Wer: Alle sind herzlich eingeladen!

    Wo: Am Walderlebniszentrum Schernfeld, nördlich von 85132 Schernfeld: einfach in Schernfeld dem Erzweg in Richtung Norden in den Wald folgen. Das Walderlebniszentrum ist im Ort gut ausgeschildert. Hier ein Google-Maps-Link zum Südeingang des WEZ, der mit dem Auto erreichbar ist: https://goo.gl/maps/FW1NhQEoGBPi4CMcA

    Programm:

    11.00 Uhr Eröffnung des Waldfestes und Ökumenischer Gottesdienst

    12.00 Uhr Eröffnung der Stände und Mitmachaktionen

    12.30 bis 13.00 Uhr Waldmärchen, Märchenerzählerin Ulrike Mommendey; Waldtheater

    14.00 bis 14.30 Uhr Waldmärchen, Märchenerzählerin Ulrike Mommendey ; Waldtheater

    14.00 bis 14.45 Uhr GPS Entdeckertour für Kinder (ab 10 Jahre) 14.30 bis 15.00 Uhr Mobiles Sägewerk, Werkstatt

    15.20 bis 16.00 Uhr Kinder- und Jugendchor Eichstätt; Waldtheater

    16.00 bis 16.30 Uhr Mobiles Sägewerk, Werkstatt

    16.30 bis 17.15 Uhr GPS Entdeckertour für Kinder (ab 10 Jahre)

    17.00 bis 17.30 Uhr Mobiles Sägewerk, Werkstatt

    Darüber hinaus finden jeweils zur vollen Stunde Hausführungen und Filmpräsentationen statt. Halbstündlich zeigt die Bereitschaftspolizei Übungen aus Ihrem Ausbildungstraining am Walderlebniszentrum.