Kategorie: Leben

  • Lichter aus: Stromausfall im nordwestlichen Landkreis nach Kurzschluss an Freileitung

    Lichter aus: Stromausfall im nordwestlichen Landkreis nach Kurzschluss an Freileitung

    Eichstätt. – Ein Kurzschluss auf einer Freileitung hat gestern Abend in Schernfeld und anderen Orten in den Landkreisen Eichstätt und Weißenburg-Gunzenhausen die Lichter ausgehen lassen. Um 20.55 Uhr sei es am gestrigen Donnerstag, 8. Juni, nordwestlich von Eichstätt sowie im südlichen Teil des Landkreises Weißenburg-Gunzenhausen zu einer Störung im 20-kV(Kilovolt)-Mittelspannungsnetz der N-ergie Netz GmbH gekommen, wie das Unternehmen heute mitgeteilt hat. Vom Stromausfall betroffen waren Schernfeld sowie umliegende Orte, beispielsweise Eberswang, Sappenfeld, und Workerszell. Ebenso betroffen waren im Weißenburger Raum die Orte Haardt, Heuberg und Suffenheim.

    Um 21.42 Uhr konnten die ersten Orte durch Schaltmaßnahmen wieder ans Netz genommen werden, darunter auch Schernfeld als größter betroffener Ort. Bis 23.05 Uhr konnte der überwiegende Teil der Haushalte wieder versorgt werden, darunter auch der betroffene Bereich im Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen.

    Um 00:11 Uhr seien mit Langensallach, Sperberslohe und Workerszell schließlich die letzten vom Stromausfall betroffenen Orte wieder ans Netz gegangen, so die N-ergie Netz GmbH. Ursache für den Stromausfall war ein Kurzschluss auf der Freileitung. Der Auslöser hierfür konnte bei der Begehung nicht zweifelsfrei festgestellt werden, infrage kommt beispielsweise ein Blitzeinschlag.

  • Kitz und Drohne: Rettung vor dem „Alptraum“

    Kitz und Drohne: Rettung vor dem „Alptraum“

    Eichstätt. – Es ist eine gefährliche Zeit für Rehkitze. Während allenthalben über den Wolf und die Auswirkungen auf Viehhaltung, aber auch das Ökosystem diskutiert wird, ist die Gefahr für die jungen Rehe gerade eine ganz andere: die Mähwerke der Bauern. Rund 100.000 junge Rehe werden nach Schätzungen wie jedes Jahr Opfer der scharfen Klingen der Mähwerke – viele davon auch im Landkreis Eichstätt. Es sind grausame Szenen, die niemand sehen will – und sie sind vermeidbar. In der Region hat sich in den letzten Jahren durch den Einsatz von Drohnen mit Wärmebildkameras viel getan, wie verschiedene Akteure berichten. Aber es gibt noch viel Verbesserungspotenzial. Dennoch: Beinahe jeden Tag werden mehrere Rehkitze vor dem fast sicheren Tod gerettet – in diesem Jahr wohl bis Mitte Juni.

    Süß wie Bambi, aber manchmal kaum zu sehen, sind die Rehkitze im tiefen Gras der Wiesen vor der ersten Mahd. Jäger, Tierschützer und auch viele Landwirte wünschen sich dahr eine noch engmaschigere Kontrolle der Wiesen vor dem Mähen per Drohne. Fotos: oh

    Von Stephan Zengerle

    Es sind Bilder, die man auch als abgehärteter Landwirt nicht so leicht vergisst: Er könne sich noch gut erinnern, als er selbst vor Jahren noch auf dem heimischen Hof nördlich von Eichstätt in der Ausbildung gewesen sei, erzählt Hans Scharl. Damals seien noch keine Drohnen im Einsatz gewesen, sondern man habe die Felder noch zu Fuß begehen müssen. „Wir haben uns gefreut, als wir dabei ein Kitz gefunden und es gerettet haben“, erzählt der Kreisobmann des Bayernverbandes im Landkreis Eichstätt weiter. „Dann aber mussten wir feststellen, dass in demselben Feld noch ein anderes tot und zusammengemäht war.“ Das wolle niemand. „Das ist ein ganz schwieriges Thema. Kein Landwirt ist da glücklich darüber – ganz im Gegenteil: Es ist eher ein Alptraum.“

    Vereinzelt „schwarze Schafe“ und hohe Strafen

    „Vermähte Kitze“ sind auch im Landkreis kein seltenes Bild. Rund 80.000 bis 100.000 Rehkitze werden jedes Jahr Opfer der Mähwerke – unnötigerweise, wie die Praxis zeigt. Foto: Bayerischer Jägerverband

    Und zwar einer, der sich auch im Landkreis Eichstätt jedes Jahr wieder abspielt, aber eigentlich vermieden werden könnte und der auch gesetzlich geregelt ist: Die Landwirte stehen juristisch ganz klar in der Verantwortung, die unfreiwilligen Tötungen oder massiven Verstümmelungen der Jungtiere zu vermeiden. Aber hier gebe es trotz vieler positiver Entwicklungen durchaus auch vereinzelt „schwarze Schafe“ unter den Landwirten, die mehr tun könnten und eigentlich nach den Vorschriften auch müssten, so Scharl: Wer sich vorsätzlich oder fahrlässig nicht darum gekümmert hat, seine Felder nach den Kitzen abzusuchen, muss bei einer Strafanzeige auch rechtliche Konsequenzen fürchten: Regelmäßig werden Landwirte von Amtsgerichten verurteilt – und zwar mit durchaus schmerzhaften Konsequenzen: Es gebe bereits häufig Urteile mit Strafen im vierstelligen Bereich, oft zwischen von 5.000 bis 10.000 Euro, berichtet Franz Loderer, Vorsitzender des Jagdschutz- und Jägervereins Eichstätt, der sich ebenfalls stark in dem Thema engagiert.

    Trotzdem kümmern sich in seltenen Fällen einzelne Bauern offenbar nicht oder zumindest noch zu wenig um das Thema – auch in der Region. Unter der Hand erzählt ein hiesiger Landwirt von einem aktuellen Fall, in dem ein Berufskollege erst vor wenigen Tagen ein Rehkitz „zusammengemäht“ und sich erst einen Tag später darum gekümmert habe. Erst dann habe er das Jungtier entdeckt und von seinem Leid erlöst, so die Aussage. Abgesehen von solchen Einzelfällen, die sicher nicht repräsentativ sind, ist das Risiko für solche ungewollten Tötungen durchaus erheblich: Rund eine Million Rehe werde nach Schätzungen des Deutschen Jagdverbandes jedes Jahr im Frühjahr geboren. Je nach Schätzungen würden 80.000 bis 100.000 davon „ausgemäht“ oder „ver-“ oder „zusammengemäht“, wie das dann so heißt. Rechnet man andere Tiere wie junge Hasen, Rebhühner oder Wiesenbrüter hinzu, steigt diese Zahl nach anderen Schätzungen bereits auf rund 400.000.

    Im an Wald und Wiesen reichen Flächenlandkreis Eichstätt ist das nicht anders. Genaue Zahlen zum Bestand und zu den Opferzahlen gibt es natürlich auch hier nicht. Und auch die Zahl der geretteten Rehkitze wird nicht so genau erfasst – und selbst wenn, würde man sie nicht so gerne bekannt gegeben, weil es dabei auch immer um eine komplexe Gemengelage aus Landwirten, Jägern, Waldbesitzern, Behörden, Abschussquoten und anderem mehr geht. Stattdessen freut man sich, dass sich eben schon vieles deutlich zum Positiven entwickelt habe in den letzten Jahren. Vieles funktioniere inzwischen sehr gut, die Zusammenarbeit zwischen Landwirten und Jägern habe sich hier deutlich verbessert, bescheinigt nicht nur Scharl, sondern auch Franz Loderer als Vertreter der Jäger, die naturgemäß sehr an dem Thema interessiert sind. Die Zusammenarbeit zwischen Jägern und Landwirten sei inzwischen sehr eng und die Technik biete immer bessere Möglichkeiten.

    Bis zu 23 Rehkitze an einem Tag gerettet

    Als wir im Eichstätter Journal vor rund fünf Jahren bereits über das Thema berichtet haben und unter anderem zu Besuch bei der Firma „geo-konzept“ in Adelschlag waren, waren die modernen Drohnensysteme mit Wärmebildkameras und Farbdarstellung, die damals gemeinsam mit dem damaligen Präsidenten des Bayerischen Jagdverbandes Jürgen Vocke vorgestellt wurden, noch relativ neu und im Landkreis nur punktuell im Einsatz. Inzwischen hat sich das zu einem guten Teil geändert.

    In der Morgensonne, wenn der Boden noch kühl ist, können die ehrenamt- lichen Dronenpiloten wie Albert Dirsch, der dafür regelmäßig gegen 5 Uhr aufsteht, die Kitze auf der Wärmbildkemera gut erkennen. Auf den Wärmebildern sind die Kitze klar zu erkennen, und so können die Drohnenpiloten die Helfer an Ort und Stelle dirigieren – mit Erfolg, wie die Bilder unten zeigen. Auf dem Wärmebild hat der Retter das Kitz gefunden – und später wird es mit Gras und Handschuhen herausgehoben, um den menschlichen geruch nicht auf das Tier zu übertragen Fotos: privat

    Es sind viele kleine und größere Netzwerke entstanden. Man arbeitet zusammen. Landwirte tauschen sich in Whatsapp-Gruppen mit den zuständigen Jägern aus, planen die Mäheinsätze – und die vorherigen Drohnenflüge. Das klappe an vielen Stellen sehr gut, erzählt Loderer. Inzwischen seien zu Hochzeiten bereits täglich vier verschiedene Drohnen im Einsatz – verschiedene Drohnenteams sind dafür in unterschiedlichen Teilen des Landkreises unterwegs. „Wir bringen den Tierschutz in die Wiese“, freut sich Loderer, der dafür auch selbst viel Zeit investiert. Er und viele andere Freiwillige stehen dafür regelmäßig früh morgens auf und fliegen in Absprache mit den Bauern deren Felder ab – so wie auch Albert Dirsch, der vor seiner eigentlichen Arbeit als Arzt regelmäßig morgens ab 5 Uhr auf den Beinen ist und seine Drohne über die Felder steuert – regelmäßig mit Erfolg.

    Gerettet: Hans Hauf, Jagdpächter in Morsbach bei einer erfolgreichen Rettungsaktion per Drone. Fotos: oh

    Insgesamt rund zehn verschiedene Drohnenpiloten mit entsprechendem Drohnenführerschein seien regelmäßig im Landkreis im Einsatz. Der Jägerverband hat dafür einen eigenen Drohnenkurs angeboten – mit entsprechendem Erfolg: Bis zu 23 Rehkitze an einem Tag habe man so schon gerettet, erklärt Loderer. Auch wenn nicht jeder Tag gleich verläuft – oft sind is es eine zweistellige Zahl an Tieren pro Tag. Wer das auf mehrere Woche hochrechnet, kommt schnell auf beachtliche Zahlen.

    „Da wäre noch Luft nach oben“

    Und es könnte wohl noch mehr sein, wie Michael Muhr glaubt. Er ist selbst Landwirt, Jäger sowie Drohnenpilot und kennt sich als Verwandter der Macher bei „geo-konzept“ auch bestens mit der Drohnentechnik aus. Erst zwischen einem Viertel und einem Drittel der Wiesen im Landkreis werde beflogen, schätzen er und Franz Loderer. Mit den bestehenden Drohnen könne man bereits etwa rund 120 bis 130 Hektar abfliegen. „Da wäre also noch Luft nach oben“, so sein Fazit. „Wir fliegen zu wenig, für das, was gemäht wird.“ Er wünsche sich etwa 75 Prozent der relevanten Flächen, sagt er. Es gebe auch Areale, wo man recht genau wisse, dass dort keine Kitze gesetzt würden. Aber auch hier ändere sich bisweilen durch viele Spaziergänger im Wald das Verhalten der Rehe, die sich immer wieder auch zuvor ungewöhnliche Plätze aussuchten, sagen Jäger.

    Tipp

    Landwirte, die Kontakt zu den Drohnenpiloten wollen, können sich direkt an Franz Loderer wenden: +49 8458 4282. Infos gibt es im Internet unter www.jaeger-ei.de/

    Inzwischen seien auch Landwirte aus fast allen Gemeinden mit dabei. Es gebe aber auch noch Ausnahmen, sagt Muhr. Natürlich könne man die Felder auch nach wie vor zu Fuß begehen, aber das sei viel zu unsicher, aufwändig und auch juristisch inzwischen fragwürdig. Dabei sei das Ganze inzwischen auch noch quasi ehrenamtlich organisiert – sprich: Es ist für die Bauern kostenfrei, bis auf Spenden oder eine Aufwandsentschädigung, versichert Loderer. Die Drohnen gibt es ab etwa 7.000 Euro, ihre Anschaffung durch eingetragene Jagdschutzvereine wird vom Bundeslandwirtschaftsministerium in diesem Jahr mit zwei Millionen Euro gefördert. Man müsse einfach nur dem Jäger oder Jagdschutzverein Bescheid geben und dann werde gemeinsam ein Termin gefunden. Dabei gab es auch schon so manchen Kraftakt: Man habe auch schon einmal alle 14 Felder eines Bauern an einem Tag beflogen und dann gemäht. In den letzten Wochen sei es ohnehin schon auch einmal zu einem kleinen Terminstau gekommen, sagt Scharl. Denn die regnerische Zeit Anfang Mai hat auch die „Mahd“ verschoben: Nach Christi Himmelfahrt mähten plötzlich viele Landwirte ihre Wiesen.

    Aber das System sei ausbaufähig, und wenn alle rechtzeitig, also mindestens ein, zwei Tage vorher Bescheid gäben, finde man auch immer Lösungen, sagen er und Franz Loderer. Die Abstimmung funktioniere immer besser. Im Gemeindebereich Titting etwa gebe es eine Initiative, alle Wiesen zu erfassen und eine Übersicht zu erstellen, welche für die Silage früh und damit zur für die Rehe gefährlichen Zeit und welche später zum Heumachen gemäht würden, um planen zu können und sich gemeinsam abzustimmen.

    Durch eine solche Koordination lasse sich der Ernstfall vermeiden, sagt Loderer, und auch Scharl wünscht sich, dass die Landwirte hier noch mehr tun. Als Bauernverband habe man mit den Jägern auch zur Finanzierung der Drohnen eine Kooperation und informiere die Mitglieder regelmäßig. Viele seiner Berufskollege aber nähmen das Thema ernst und täten ihr Bestes, damit es eben nicht zu unfreiwilligen Tötungen komme. Die Rehgeißen suchen in solchen Fällen oft lange verzweifelt nach ihrem Nachwuchs, der dann längst entsorgt ist. Und auch für das Tierfutter droht dabei Gefahr. „Vermähte“ Kitze würden zwar meist entdeckt, weiß Scharl. Aber gelangen sie ins Futter, können sie bei Kühen etwa den tödlich verlaufenden Botulismus, eine Vergiftung durch Bakterientoxine, hervorrufen. Wenn sie vorher erkannt und aus den Wiesen getragen werden, kann das nicht passieren.

    Neun Hektar in eineinhalb Stunden und der „Drück-Instinkt“

    „Mit der Drohne bin ich erst gestern morgen in eineinhalb Stunden acht bis neun Hektar abgeflogen“, erzählt Michael Muhr Ende Mai – in 50 Metern Höhe, sodass die Kamera jeweils in etwa 30 Meter breite Streifen abfliegen könne. Der Pilot steuere die Drohne, der Landwirt stehe am Feld und könne bei einem Fund an Ort und Stelle gelotst werden. Denn speziell in diesem Jahr sei es selbst aus kürzester Entfernung sehr schwierig, die Kitze oder andere Tiere zu finden, wie Muhr aus eigener Erfahrung weiß. Manchmal stehe man direkt davor und finde das Tier nicht – wenn da nicht die Anweisungen des Drohnenpiloten mit der Wärmebildkamera wären. Außerdem habe man auch in den letzten Tagen noch trächtige Tiere gesehen, sodass er davon ausgehe, dass die Rettung in diesem Jahr noch bis Mitte Juni ein Thema bleibe.

    Suchbild: Finden Sie das Rehkitz? Nun ja, aus der Luft und in der Bildmitte fälklt das hier vielleicht nicht ganz so schwer, aber mit bloßem Auge in einem riesigen Feld im hohen Gras ist es fast unmöglich, alle Rehkitze zu finden. Mit der Drohne sieht das anders aus (siehe Galerie unten). Fotos: oh/Michael Muhr

    Das Problem ist das natürliche Verhalten der Tiere. Als Schutz vor Fuchs, Greifvögeln und anderen natürlichen Feinden hilft der „Drück-Instinkt“. Die Jungtiere fliehen in den ersten Lebenswochen auch bei großer Gefahr nicht, sondern drücken sich bis zum Schluss in ihr Versteck – auf der Flucht hätten sie in dieser Zeit gegen ihre natürlichen Feinde ohnehin keine Chance. Und weil das Gras im regenreichen Frühjahr auch noch sehr üppig gewachsen ist, entdeckt man die Kitze und andere, zum Teil seltene Tiere wie Rebhühner oder Wiesenbrüter eben auch beim sorgfältigen Begehen der Felder oft nicht – selbst Hunde finden Rehkitze kaum, weil sie praktisch keinen Eigengeruch haben. Und so helfen eben meist nur Drohnen mit Wärmebildkameras – und das an warmen Tagen auch nur am frühen Morgen, solange sich der Boden noch nicht aufgeheizt hat und die Temperaturdifferenz auf dem Bildschirm noch sichtbar ist – „dann aber mit fast 100-prozentiger Erfolgsquote“, sagt Loderer.

    Nur kucken, nicht anfassen!

    Wenn ein Kitz gefunden ist, darf es auch nur mit Handschuhen und einem Büschel Gras angefasst werden, damit es den menschlichen nicht Geruch annimmt. Denn sonst werden die Jungtiere von den Geißen nicht mehr angenommen. Deshalb warnt Hans Scharl auch so manchen unwissenden Spaziergänger vor falschen Schlüssen: Wenn man am Wegesrand eine Art Katzenkorb mit Rehkitzen darin entdecke, dann sei das zum Schutz der jungen Tiere. Denn die seien aus dem Feld geholt worden, um sie vor der „Mahd“ zu schützen. Wenn man sie freilasse, drohe die Gefahr, dass sie wieder zurück ins Feld liefen und doch Opfer der Mähwerkzeuge würden – auch das sei schon vorgekommen. Nach der Mahd würden die vor den Klingen geretteten Tiere natürlich sofort freigelassen.

    Für Landwirt Dominik Rudingsdorfer aus Kesselberg ist die Drohne eine große Erleichterung: Er nimmt Tierschutz und Gesetz ernst. Letztes Jahr sei die Leihdrohne einmal kurzfristig nicht verfügbar gewesen, und so musste er zwei Stunden lang gründlich das Feld absuchen und entdeckte auf den vier Hektar nicht weniger als sechs Rehkitze. Hätte er sich nicht die Mühe gemacht, wäre er mitschuldig am Tod der kleinen Tiere mit ihren Stupsnasen und großen Augen gewesen. Vor Kurzem ist er dasselbe Feld mit der Drohne abgeflogen, war sich sicherer und in gut einer halben Stunde fertig. Damit hat er nicht nur Zeit gespart und ist seiner rechtlichen Pflicht nachgekommen – er hatte auch ein gutes Gefühl dabei. Denn wer wie Hans Scharl und so viele andere Landwirte schon ein „vermähtes“ Rehkitz gesehen hat, das vielleicht noch lebt und leidet, der bekommt zwar nicht automatisch Alpträume – aber dieses Bild auch meist nicht mehr so leicht aus dem Kopf.

  • Herausforderungen und Perspektiven: Fachgespräch Landwirtschaft in Nassenfels

    Herausforderungen und Perspektiven: Fachgespräch Landwirtschaft in Nassenfels

    Nassenfels. – Im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Die Abgeordnete informiert“ fand am 30. Mai ein Fachgespräch zum Thema Landwirtschaft in Nassenfels im Gasthaus Schweiger statt. Zahlreiche Vertreter der Landwirtschaft, Forstleute, Jäger und Vertreter des Landschaftspflegeverbands nahmen daran teil, um sich über aktuelle Entwicklungen, Herausforderungen und Perspektiven in der Branche auszutauschen. Als Referent konnte Amtschef Hubert Bittlmayer aus dem Bayerischen Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten gewonnen werden.

    Im Dialog mit Land- und Forstwirtschaft: Landtagsabgeordnete Tanja Schorer Dremel (Mitte und Foto unten)beim „Fachgespräch Landwirtschaft“ in Nassenfels mit Amtschef Hubert Bittlmayer aus dem Bayerischen Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (Foto unten). Fotos: oh

    In seinem Vortrag sprach Bittlmayer verschiedene Punkte an, die für die Landwirtschaft von großer Bedeutung sind. Insbesondere hob er hervor, dass die Land- und Forstwirtschaft während der Corona-Pandemie kontinuierlich geliefert habe und somit ihre unverzichtbare Rolle für die Versorgungssicherheit zuverlässig erfüllt habe. Die schwierigen Herausforderungen in Krisenzeiten wurden vorbildlich gemeistert.  Hier gelte es, die Leistung der Landwirtinnen und Landwirte hervorzuheben und zu honorieren.

    Ein weiteres Thema, das Bittlmayer ansprach, war die mangelnde Kenntnis der Bevölkerung über die Arbeit der Landwirte. Das Volksbegehren Artenschutz habe gezeigt, dass eine größere Aufklärung über die vielfältigen Aufgaben und Herausforderungen der Landwirtschaft notwendig ist. Dabei betonte er, dass die Produktion von Nahrungsmitteln und Holz zum Heizen weiterhin die Kernaufgaben der Landwirtschaft bleiben sollte und nicht durch Flächenstilllegungen gefährdet werden dürfen, die letztendlich weniger nachhaltige Maßnahmen sind, als man landläufig meine.

    Bittlmayer betonte, dass Nachhaltigkeit in der Landwirtschaft eine große Rolle spiele, ferner die Notwendigkeit, Resilienz zu entwickeln. Hierbei gehe es auch um die Unabhängigkeit von Lieferanten für Düngemittel aus dem Ausland sowie um die Förderung der Regionalität und den Aufbau einer Kreislaufwirtschaft. Er betonte jedoch, dass bei allen Maßnahmen das Augenmaß gewahrt werden müsse und ein Kompromiss zwischen den Interessen der Landwirtschaft und der Gesellschaft gefunden werden sollte.

    Ein wichtiger Punkt, den Amtschef Bittlmayer ansprach, war die Rolle von EU-Fördermöglichkeiten für die Landwirtschaft im Freistaat. Er erklärte, dass die Verordnungen der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) einen grundlegenden Webfehler beinhalteten. Mit GAP-Mitteln dürften in der 2. Säule lediglich Maßnahmen gefördert werden, die Zusatzkosten verursachen oder den Ertrag reduzieren. Alles, was jedoch über eine Verordnung geregelt sei, sei nicht mehr förderbar, weil die EU eine Anreizfinanzierung prinzipiell ablehne. Hier springe der Freistaat mit seinem Kulturlandschaftsprogramm (KULAP), das 334 Millionen Euro umfasse, enorm in die Bresche.

    Mit dem Kulturlandschaftsprogramm gewährt Bayern bereits seit 1988 den Landwirten Ausgleichszahlungen für freiwillige umweltschonende Bewirtschaftungsmaßnahmen. Das neue Kulturlandschaftsprogramm gliedert sich entsprechend der Ausrichtung der landwirtschaftlichen Betriebe in Maßnahmen für Grünland, für Ackerland und für Sonderbereiche wie zum Beispiel Spezialkulturen oder die Teichwirtschaft. Erstmalig wird im KULAP auch die Bewirtschaftung kleiner Strukturen honoriert. Um den gesellschaftlichen Herausforderungen Rechnung zu tragen, wurde das bewährte Programm abermals gezielt weiterentwickelt und um neue Maßnahmen zum Gewässer-, Boden- und Klimaschutz sowie zur Förderung der Biodiversität und zum Erhalt der Kulturlandschaft ergänzt.

    Das neue Programm stellt ein großes Angebot an produktionsintegrierten Maßnahmen zur Verfügung, mit denen sowohl Ressourcen geschont als auch gleichzeitig Lebensmittel erzeugt werden können. Vielfältige Kombinationsmöglichkeiten – auch mit den neu eingeführten freiwilligen Öko-Regelungen in der 1. Säule der Gemeinsamen Agrarpolitik – sorgen dafür, dass maßgeschneiderte Lösungen für die unterschiedlichsten Betriebstypen möglich sind. Flankiert wird das neue KULAP von weiteren Agrarumwelt- und Tierwohlmaßnahmen. Im Einzelnen sind dies die Förderung des ökologischen Landbaus sowie Maßnahmen zur moorbodenschonenden Bewirtschaftung („Moorbauernprogramm“).

    Auf das Thema „Wolf“ angesprochen, sprach sich der Amtschef klar für ein Wolfsmanagement aus, um Probleme frühzeitig einzudämmen, bevor sie der Gesellschaft über den Kopf wüchsen. Im Anschluss an den Vortrag fand eine lebhafte und konstruktive Diskussion statt, bei der Themen wie der Vollzug der Düngeverordnung, die Reduzierung von Pestiziden, die Bürokratie in der Landwirtschaft und die Digitalisierung, die Renaturierung der Moore sowie der Druck am Weltmarkt bei Getreidepreisen intensiv diskutiert wurden.

    Landtagsabgeordnete Tanja Schorer-Dremel (CSU) nahm zahlreiche Rückmeldebögen mit den Fragen und Anliegen der Teilnehmer mit nach München und versprach, diese zu klären und in weiteren politischen Diskussionen einzubringen. „Das Fachgespräch Landwirtschaft ist eine wichtige Plattform, um verschiedene Akteure der Branche zusammenzubringen und einen konstruktiven Dialog zu führen. Es verdeutlicht die vielfältigen Herausforderungen, vor denen die Landwirtschaft steht, und machte wieder einmal die Notwendigkeit einer nachhaltigen und zukunftsorientierten Ausrichtung der Branche deutlich, die viele Kraftanstrengungen von den Vertretern der Land- und Forstwirtschaft, den politischen Entscheidungsträgern und der Gesellschaft erfordert. Lassen Sie uns um gemeinsame Lösungen für die aktuellen und zukünftigen Herausforderungen finden“, so Schorer-Dremel in ihrem Schussappell.

  • „Schaf vor Wolf“ und kein „Schweigen der Lämmer“: Lammauftrieb mit Minister Füracker

    „Schaf vor Wolf“ und kein „Schweigen der Lämmer“: Lammauftrieb mit Minister Füracker

    Mörnsheim. – Eine tierische Veranstaltung ist der Lammauftrieb in Mörnsheim gestern und heute allemal. Nicht nur wegen der Schafe und Lämmer, die durch die historischen Gassen der Marktgemeinde Mörnsheim getrieben wurden, sondern auch wegen dem Wolf oder dem Karpfen, die auch Thema waren in den Grußworten der Ehrengäste wie Staatsminister Albert Füracker – inklusive tierischem Humor. Nach dem erfolgreichen Auftakt gestern geht das historische Markttreiben und im Bierzelt rund um den Kastnerplatz seit heute früh weiter und heute Abend zuende. Selbst der Segen war dabei tierisch: Beim Gottesdienst in der Wallfahrtskirche „Maria End“ in Altendorf gab es die Segnung der Herde.

    Schirmherr und Hirte: Minister Albert Füracker (Mitte) mit Bürgermeister Richard Mittl, Lammkönigin Katja I. (vorne links) und Limeskönigin Sabrina Picker sowie Vertretern aus Politik und Schäferei beim Altmühltaler Lammauftrieb in Mörnsheim. Fotos: Zengerle

    750 Schafe und Lämmer und noch viel mehr Menschen tummelten sich gestern und heute bei schönstem frühsommerlichem Wetter in den gemütlich-engen Gassen der Marktgemeinde im idyllischen Gailachtal. „Oh, ist das schön“, ruft eine Frau mit leicht fränkischem Akzent, während sie mit dem Handy ein Foto der Herde macht. „Die haben ein voll weiches Fell“, sagt nacher ein Kind zu ihren Freunden, während sie hinter den letzten Lämmern am Ende der langen Herde herlaufen, die gerade von Schäfer Sascha Gäbler aufgetrieben wird – diesmal mit Unterstützung durch den bayerischen Finanzminister, der ja auch Heimatminister ist und sich daher gekonnt ins traditionelle Schäfergewand schlüpfte und symbolisch den Schäferstab schwang. Die Herde folgte brav – als „gelebte Tradition“ ganz im Stile des Alpenraums, wie Landrat Alexander Anetsberger es vorhergesagt hatte – nur eben mit Schafen und daher „mit mehr Mäh statt Muh“.

    „Ich bin ausbefördert“

    Füracker reihe sich ein in die Reihe von vielen prominenten Politpromis, die in den vergangenen Jahren nach Mörnsheim gekommen waren. „Wer was werden will, der kommt zum Lammauftrieb“ – die Maxime, die auch Ei-live im Vorbericht bereits Thema war, ist zwar wohl eine gewagte These, aber in CSU-Kreisen inzwischen schon fast ein kleiner Mythos geworden, den gestern auch Anetsberger in seinem Grußwort beschwor: Söder, Seehofer, Aigner, Herrmann und andere – die Liste lasse sich fortsetzen. „Wer sich hier bewährt“ und als Hirte die Herde durch den Ort führe, sei für Höheres bestimmt, so der Landkreischef. Nein, nein, da habe er keine Ambitionen, entgegnete anschließend Minister Füracker, der in diesem Jahr die Schirmherrschaft übernommen hat. „Ich bin ausbefördert“, sagte er grinsend dem lachenden Festzelt am Kastnerplatz.

    Der Festzug bei herrlichem Sommerwetter mit zahlreichen Prominenten und 750 Schafen durch die vollbesetzten Gassen der Marktgemeinde im Gailachtal.

    Stattdessen drohe ja vielleicht dem Landrat Gefahr durch Richard Mittl, der ja nicht nur Mörnsheimer Bürgermeister sei, sondern auch Kämmerer und Geschäftsleiter in einer Person – und damit das beste Beispiel für Sparsamkeit und Effizienz, wie Anetsberger gesagt hatte. Dann könne er ja auch gleich noch Landrat werden, so Füracker. Mörnsheim sei eher eine „belämmerte Gemeinde mit einem belämmerten Bürgermeister“, meinte dazu Mittl selbst und selbstironisch. Auch als Vorsitzender des Kreisverbands des bayerischen Gemeindetags bedanke er sich für die Unterstützung auch über den kommunalen Finanzausgleich, aber als strukturschwächere „Region mit besonderem Handlungsbedarf“ benötige auch seine Gemeinde noch mehr Förderung ohne den kaum zu leistenden bürokratischen Aufwand.

    25 Jahre „Altmühltaler Lamm“ und „Schaf vor Wolf“

    Oder eben gemeinsame Aktivitäten wie die Initiative und Marke „Altmühltaler Lamm“, die vor 25 Jahren ins Leben gerufen worden sei und aus der vor 19 Jahren auch der Altmühltaler Lammauftrieb hervorgegangen war. Mittl und die Ehrengäste dankten den Schäfern und Landschaftspflegeverbänden für ihre Arbeit: für die die Pflege der für das Altmühltal so typischen Landschaft mit Wacholderheiden und Magerrasenhängen, für die Artenvielfalt und die gesunden heimischen Produkte, die inzwischen längst überregional bekannt seien – da waren sich die Redner auch mit der Altmühltaler Lammkönigin Katja I. einig, die natürlich auch nicht fehlen durfte. Die gab es natürlich auch draußen im bunten Markttreiben in den Gassen zu kaufen und zu probieren – inklusive Lammcurrywurst.

    Noch ein anderes ernstes Thema gab es zu besprechen: Schaf und Wolf, das sei in etwa „wie der Teufel und das Weihwasser“, sagte Landrat Anetsberger und war sich hier mit allen Rednern einig. Die Bayerische Wolfsverordnung sei ein Schritt in die richtige Richtung, aber er wisse nicht, ob das schon ausreiche, meinte der Landrat. Der Minister hatte dazu eine ganz klare Meinung: Er wisse, dass er dafür öffentlich wieder angegriffen werde. Aber er vertrete die klare Meinung, dass das Schaf und die Tierhaltung Vorrang haben müssten vor dem Wolf, sagte er. Als vormaliger Landwirt wisse er, auch aus anderen Bereichen, dass die Nutztierhaltung nicht nur im Falle der Schafe bedroht sei, sondern etwa auch in seiner Heimat, der Oberpfalz etwa die Fischzucht durch den Fischotter. Andernorts gebe es Schäden durch den Biber, die er als Finanzminister dann ebenfalls wieder finanziell ausgleichen müsse. Man müsse Wolf und Fischotter natürlich auch schützen, aber Karpfenteiche einzuzäunen „wie Fort Knox“ könne auch nicht die Lösung sein. „Wir leben schließlich nicht mehr in einer Naturlandschaft, sondern in einer reinen Kulturlandschaft“, und so sei die Situation eben heute eine andere als vor 200 Jahren, als der Wolf zuletzt hier gelebt habe.

    Gewinnnspiel: Ammonit zu gewinnen

    Einen Ammoniten zu gewinnen gibt es mit dem Gewinnspiel von Ei-live und Eichstätter Journal – präsentiert von der Marktgemeinde Mörnsheim – und zwar einen wertvollen Ammoniten aus dem Oberen Jura (siehe Foto), der Schicht Taramelliceras externodosum. Es handelt sich um Ammoniten, eine Art versteinerte Tintenfische – das Alter wird auf über 150 Millionen Jahre datiert. Solche Versteinerungen haben nicht nur einen historischen, sondern auch einen materiellen Wert.

    Und so geht’s:
    Einsendungen bitte per E-Mail oder Postkarte mit dem Stichwort: „Ammonit“ an:
    Eichstätter Journal, Stephan Eichstätter Journal, Rebdorfer Str. 94a, 85072 Eichstätt, oder per E-Mail: gewinnspiel@eichstaetter-journal.de. Einsendeschluss: 30. Juni. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

    Dafür gab es nicht nur viel Applaus im Festzelt in Mörnsheim, sondern auch viel Zustimmung von Erich Neulinger, dem Vereinsvorsitzenden der Hüteschäfer im Naturpark Altmühltal, der sich für die „mutigen Worte zum Thema Wolf“ bedankte. Es gehe nicht darum, den Wolf wieder auszurotten, aber man dürfe mit dem Wolf auch nicht „so übertrieben schützerisch umgehen“, sagte er. Der Wolf sei sehr schlau und lerne schnell – auch wie man über Zäune klettere, auch wenn sie noch einmal einen halben Meter höher oder Hütehunde da seien. Ohne Änderung führe das ins „Chaos und in den Ruin“ der Schäferei und Nutztierhaltung. Und so war der Auftritt im Festzelt in Abwesenheit von Tierschützern natürlich ein Heimspiel für den Minister, der sich schließlich das Schäfergewand anziehen und den Schäferstab übernehmen durfte.

    „Viel, viel schöner als in Grünwald“

    So ausgestattet, setzte sich der Zug mit ihm und der Politprominenz sowie den Altmühltaler Schäfern an der Spitze und den tierischen Hauptdarstellern dahinter über die Gailachbrücke, durch den mittelalterlichen Torturm am Kastnerplatz und die voll besetzten Gassen der sommerlich erleuchteten Marktgemeinde – inklusive viel Applaus und staunenden Kindern, die hier ein Stück weit Natur und Landwirtschaft in einem und hautnah erleben konnten.

    Da war dann auch die sanfte Kritik an finanzieller und struktureller Unterstützung für die ländlichen Raum vergessen: „Eigentlich ham’s nur gejammert“, hatte der Minister gesagt – dass Mörnsheim eben doch nicht „an der Jammer“ liege, sondern an der Gailach, hatte er also nun gesehen und trug sich anschließend in das Goldene Buch der Marktgemeinde ein, in der er schon zuvor herzlich empfangen worden war. Natürlich sei Mörnsheim finanziell gesehen „nicht Grünwald“, sagte er – „aber dafür ist es hier viel, viel schöner“, erklärte er unter lautstarkem Applaus. Die Losung „Schaf vor Wolf“ war auch auf großes Wohlwollen gestoßen, und  die Lämmer hatten auch nicht „geschwiegen“, wie Mittl zu Beginn scherzhaft befürchtet hatte. Sie waren dem Schirmherren und Hüteschäfer Sascha Gäbler brav gefolgt. Da sei es für den Minister doch wesentlich einfacher als das eigene Kabinett zu hüten, so hatte Landrat Alexander Anetsberger gesagt. Und so war der Lammauftrieb nicht nur für die vielen hundert Besucher, sondern auch den Minister zumindest verbal ein „tierisches Vergnügen“.

  • „Sicherer Landkreis“: Polizeipräsident präsentiert Sicherheitsbilanz 2022

    „Sicherer Landkreis“: Polizeipräsident präsentiert Sicherheitsbilanz 2022

    Eichstätt. – Nach wie vor „auf hohem Niveau“ sei die Sicherheit im Landkreis Eichstätt – so das Fazit der Sicherheitsbilanz des Jahres 2022, die Günther Gietl, Polizeipräsident vom Polizeipräsidium Oberbayern Nord nun dem Eichstätter Landrat Alexander Anetsberger überreicht hat. Die Zahl der Straftaten ist im Vergleich zum Vor-Corona-Jahr 2019 leicht gesunken, die Aufklärungsquote weiter hoch.


    „Sicherer Landkreis“: Polizeipräsident Günther Gietl vom Polizeipräsidium Oberbayern Nord präsentierte dem Eichstätter Landrat Alexander Anetsberger die Sicherheitsbilanz 2022. Fotos: Petra Preis, Landkreis Eichstätt

    Im Rahmen des diesjährigen Sicherheitsgesprächs zwischen dem Polizeipräsidium Oberbayern Nord und dem Landratsamt Eichstätt überreichte Polizeipräsident Gietl die aktuelle Sicherheitsbilanz 2022 an Landrat Alexander Anetsberger. Daraus geht hervor, dass die Sicherheitslage im Landkreis Eichstätt auch 2022 auf einem sehr hohen Niveau gewesen sei. Mit den 3.241 registrierten Straftaten liegt der Wert 3,2 Prozent unter dem des Jahres 2019 vor den Corona-Beschränkungen, insgesamt 2.298 Taten konnten aufgeklärt werden. Die Aufklärungsquote von knapp 71 Prozent liegt damit über dem bayernweiten Durchschnitt von 64,4 Prozent.

    Der Landkreis Eichstätt ist einer von zehn Landkreisen, die zusammen mit der Stadt Ingolstadt und dem Flughafen München zum Dienstbereich des Präsidiums Oberbayern Nord gehören. Am Sicherheitsgespräch im Landratsamt Eichstätt nahmen neben Landkreischef und Polizeipräsident auch der Erste Polizeihauptkommissar (EPHK) Stephan Ertl (PI Eichstätt), EPHK Maximilian Brunner (PI Beilngries), Polizeidirektor (PD) Tobias Uschold (PI Ingolstadt), PHK Jürgen Böswald (VPI Ingolstadt) und Kriminaldirektor (KD) Markus Binninger (KPI Ingolstadt) teil und informierten über aktuelle Themen und geplante Projekte.

    „Der persönliche Austausch und die direkte Abstimmung mit der Polizei ist wichtig, denn wir haben viele Berührungspunkte in der täglichen Arbeit. Ich schätze den engen Austausch und die personelle Beständigkeit der Polizeiverantwortlichen sehr, die Polizei hat sich bei Fragen und Problemen auch während der Pandemie nie weggeduckt“, unterstrich Landrat Anetsberger beim Gespräch. Die Zusammenarbeit mit dem Polizeipräsidium in Ingolstadt sei stets konstruktiv und unproblematisch. Auch Gietl bedankte sich für die bisherige effektive Zusammenarbeit, gerade in Corona-Zeiten.

    Die Jahre 2020 und 2021 waren in der Region sehr stark von coronaspezifischen Maßnahmen geprägt, weshalb das Abschwächen der pandemischen Auswirkungen sich auch in der Verkehrs- und Kriminalitätsstatistik widerspiegelt. „Mit der Aufhebung von Maßnahmen wie Reise- und Kontaktbeschränkungen verlagerte sich das Leben wieder stärker in den öffentlichen Bereich. Entsprechend nahm die registrierte Kriminalität im Bereich des Polizeipräsidiums Oberbayern Nord gegenüber 2021 wieder um deutliche 13,5 Prozent zu“, erläuterte Gietl. Diese Zahl sei allerdings wegen der Pandemie nicht aussagekräftig. Vergleiche man die Zahlen allerdings mit der Kriminalitätsbelastung aus der Zeit vor der Pandemie, so liegen die Zahlen von 2022 noch immer unter dem Niveau des Jahres 2019. Der Landkreis Eichstätt ist nach Worten von Landrat Anetsberger ein sicherer Landkreis, was der hervorragenden Arbeit der Polizei zu verdanken sei. Die vertrauensvolle Zusammenarbeit der Sicherheitsbehörden und der regelmäßige Austausch untereinander seien eine wichtige Grundlage für ein hohes Maß an Sicherheit. lkr

  • Beteiligungsprojekt: „Eichstätt besser machen“ startet morgen

    Beteiligungsprojekt: „Eichstätt besser machen“ startet morgen

    Eichstätt. – Morgen startet das Beteiligungsprojekt „Eichstätt besser machen“ in Kooperation mit der Körber-Stiftung bei einer Auftaktveranstaltung im 18 Uhr im Foyer des Alten Stadttheaters. Eichstätt möchte seine Bürgerinnen und Bürger aktiver in die nachhaltige Stadtentwicklung einbinden und gemeinsam mit der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt (KU) und dem Nachhaltigkeitsnetzwerk „FairEInt“ lokale Klimaprojekte auf den Weg bringen. Bei der Auftaktveranstaltung treffen sich erstmals alle Verantwortlichen und Interessierten vor Ort.

    „Tischgespräche“ wie dieses sollen in diesem Sommer in Eichstätt allerorten stattfinden im Rahmen des Projektes „Eichstätt besser machen“. Das Ziel: Lokale Klimaprojekte starten. Der Startschuss für das Projekt fällt bei einer gemeinsamen Auftaktveranstaltung am 22. Mai. Foto: Winter/Körber Stiftung

    Yannik Roscher, Projektleiter für „Deutschland besser machen“ an der Hamburger Körber-Stiftung, stellt die Initiative „Deutschland besser machen“ vor, und Oberbürgermeister Josef Grienberger erläutert, wie „Eichstätt besser machen“ umgesetzt wird. In den kommenden Monaten bringen Bürger von Eichstätt ihre Ideen dann in sogenannten „Tischgesprächen“ aktiv in den Dialog mit der Stadtverwaltung und Politik ein. Im Rahmen der Auftaktveranstaltung erfahren die Teilnehmer, wie sie Tischgespräche selber ausrichten oder an bestehenden Terminen teilnehmen können. Die Veranstaltung ist kostenfrei und richtet sich an alle interessierten Bürger.

    Über Deutschland besser machen

    Die Initiative „Deutschland besser machen – mit der zukunftsfähigen Stadt“ fördert demokratische Teilhabe. Jedes Jahr sucht die Körber-Stiftung mit Unterstützung des Deutschen Städtetags bis zu zehn Städte oder Gemeinden aus, die mit dem partizipativen Format unter Begleitung von Experten Bürgerbeteiligung anschieben. In diesem Jahr nehmen Buchholz in der Nordheide, Schwelm, Litzendorf, Sulz am Neckar und Eichstätt teil. Zentraler Teil der Initiative sind die Dialogformate „Tischgespräche“, in denen Bürger direkt mit Politik und Stadtverwaltung lokale Projekte an den Start bringen. Im Projektjahr 2023 behandelt die Initiative das gesellschaftliche Zukunftsthema „lokale Klimaprojekte“.

    Über die Körber-Stiftung

    Gesellschaftliche Veränderung braucht Dialog und Verständigung. Die Körber-Stiftung stellt sich mit ihren operativen Projekten, in ihren Netzwerken und mit Kooperationspartnern aktuellen Herausforderungen in den Handlungsfeldern Innovation, Internationale Verständigung und Lebendige Bürgergesellschaft. 1959 von dem Unternehmer Kurt A. Körber ins Leben gerufen, ist die Stiftung heute von ihren Standorten Hamburg und Berlin aus national und international aktiv.

    Über den Deutschen Städtetag

    Im Deutschen Städtetag haben sich rund 3.400 Städte und Gemeinden mit fast 53 Millionen Einwohnerinnen und Einwohnern zusammengeschlossen. Als Stimme der Städte achtet der Städtetag auf die im Grundgesetz garantierte kommunale Selbstverwaltung und vertritt als kommunaler Spitzenverband die Interessen der Städte gegenüber Bundesregierung, Bundestag, Bundesrat, Europäischer Union und zahlreichen weiteren Organisationen.

  • IGLU-Studie zur Lesekompetenz: „Alarmierende Ergebnisse“

    IGLU-Studie zur Lesekompetenz: „Alarmierende Ergebnisse“

    Eichstätt. – Grundschüler in Deutschland lesen deutlich weniger und auch schlechter als noch vor 20 Jahren. Das geht aus der neuen IGLU-Studie hervor. Wissenschaftlerinnen der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt (KU), die im Bereich der Deutschdidaktik und der Lehrerbildung tätig sind, bezeichnen die Ergebnisse als „alarmierend“. Die Förderung der Lesekompetenz von Kindern sei eine Aufgabe, die von Lehrkräften und Eltern gemeinsam getragen werden müsse. Sie kritisieren, dass an Grundschulen zu wenig Zeit lesebezogenen Aktivitäten gewidmet und überwiegend nur mit kurzen Texten gearbeitet werde. Ursächlich sei auch der Lehrermangel gerade im Primarbereich. Die Bildungspolitik müsse daher die Akquise von Lehramtsstudierenden weiter vorantreiben, so Dr. Petra Hiebl, die Leiterin des Zentrums für Lehrerinnen- und Lehrerbildung an der KU.

    Lesen kann nicht früh genug beginnen, sagen KU-Expertinnen. Vorlesen helfe schon bei Babys, um die Lesekompetenz früh zu entwickeln. Fotos: pixabay/privat
    Alarmierend seien die Ergebnisse der IGLU-Studie zur Lesekompetenz von Kindern, sagt etra Hiebl, die Leiterin des Zentrums für Lehrerinnen- und Lehrerbildung an der KU.

    Die IGLU-Studie (Internationale Grundschul-Lese-Untersuchung) wurde am 16. Mai vom Institut für Schulentwicklungsforschung der TU Dortmund vorgestellt. Die seit 2021 erhobenen Daten zeigen, dass die Lesekompetenz von Kindern in Deutschland in den letzten zwanzig Jahren deutlich gesunken ist: Rund ein Viertel der Viertklässler erreicht demnach nach internationalem Standard keine ausreichende Lesekompetenz – und damit nicht die nötigen Voraussetzungen für die weiterführenden Schulen. „Diese Ergebnisse sind alarmierend“, so Hiebl. Dass sich daraus große Probleme für den Lebensweg dieser Kinder in Schule, Beruf und Alltag ergeben, sei offensichtlich – „und das macht diese Zahl besonders bedrückend und bedrohlich“.

    Zu viele „Kurztexte“ und mehr gezielte Unterstützung

    Bemühungen um die Lesekompetenz müssten bereits vor dem Schuleintritt einsetzen, betont Prof. Dr. Cornelia Rémi vom Lehrstuhl für Didaktik der deutschen Sprache und Literatur. Doch auch während der Übergangphase in die Grundschule sollten Eltern ihren Kindern regelmäßig vorlesen und gemeinsame Vorlesesituationen initiieren. Die Daten des Vorlesemonitors aus dem Jahr 2022 zeigten jedoch, dass viele Eltern mit dem Eintritt ihrer Kinder in die Schule mit dem Vorlesen aufhörten. „Für diese wichtige Aufgabe braucht es ein Hand-in-Hand von Lehrkräften und Eltern, um Kinder bestmöglich zu fördern“, so Rémi. Kritik übt die Germanistin auch an der Unterrichtspraxis: Die IGLU-Studie zeige, dass in den Grundschulen den lesebezogenen Aktivitäten weniger Zeit gewidmet werde als im internationalen Durchschnitt. „Außerdem wird überwiegend mit Kurztexten gearbeitet, während längere Texte kaum genutzt werden. Gerade die regelmäßige Begegnung mit umfangreichen und komplexen Texten wäre wichtig, um die Kinder in ihrer Leseentwicklung voranzubringen“, so Rémi. Ebenso wichtig wäre die Unterstützung jener Eltern, die aufgrund ihres eigenen Bildungsweges oder beruflicher Überlastung ihre Kinder weniger fördern können.

    Ursächlich für die Situation sei auch der Lehrermangel, der sich insbesondere im Primarbereich deutlich bemerkbar mache, ergänzt Petra Hiebl. „Für die Bildungspolitik heißt das, die Akquise der Lehramtsstudierenden weiter voranzutreiben.“ Gleichzeitig sei es aber unerlässlich, „für unsere Kinder das beste Personal auszubilden, das wir bekommen können – und das gilt nicht nur für die Lehrkräfte, sondern ebenso für die Fachkräfte im Elementarbereich, wie beispielsweise Kinderpflegerinnen und Erzieher“. Systematische Leseförderung beginne bereits im Vorschulalter und erstrecke sich später über alle Fächer der Schulen, ergänzt Dr. Anna Kretschmar-Schmid, akademische Rätin am Lehrstuhl für Didaktik der deutschen Sprache und Literatur. „Wir brauchen optimal ausgebildetes Personal, das weiß, wie man Leseförderung professionell betreibt.“

    Vorlesen als „wirksames Instrument“

    Bereits die Ergebnisse des Vorlesemonitors zeigten, dass Kindern durchschnittlich zu wenig und mit einem Beginn von zweieinhalb Jahren auch zu spät vorgelesen werde. „Vorlesen ist ein wirksames Instrument gegen Leseprobleme“ so Kretschmar. „Es gibt hier auch kein Zuviel, denn die positive Wirkung des Vorlesens auf Wortschatz, Kommunikationskompetenzen und Sprachfertigkeit der Kinder haben bereits zahlreiche Studien vielfach bestätigt.“

    Mehr und besser ausgebildete Lehrer seien gefragt, sagt KU-Wissenschaftlerin Anna Kretschmar-Schmid.

    Die Lehrerbildung an der KU bietet ihren Studierenden vielfältige Möglichkeiten, sich bereits während ihrer Ausbildung in der Leseförderung zu engagieren und sich zu kompetenten Experten für Leseförderung zu entwickeln, führt Petra Hiebl aus. An der KU setzen sich angehende Lehrerinnen und Lehrer mit der Leseförderung nicht nur in Gestalt von Theoriediskussionen auseinander: „Wir schreiben den Theorie-Praxis-Transfer groß. So lernen die Studierenden viele Wege kennen, um eine schulische Leseumwelt zu entwickeln, wie zum Beispiel Lesewettbewerbe, Lesenächte oder -festivals, Autorenlesungen, Leseclubs – eine Fülle von Methoden, mit denen sich die Lesekompetenz der Kinder fördern und entwickeln lässt.“

    „Die Werkzeuge sind vorhanden“

    Ein Beispiel dafür bietet das Eichstätter Vorleseprojekt am Lehrstuhl für Grundschulpädagogik und Grundschuldidaktik: Lehramtsstudierende besuchen eine Klasse, lesen Kindern vor und arbeiten mit ihnen handlungsorientiert an ihrer Lesekompetenz. Auch in der Deutschdidaktik entwickeln die Studierenden regelmäßig kleine Lern- und Förderprojekte, die sie an Schulen und Kindergärten oder auch in der Bücherei umsetzen und auf die Probe stellen, aktuell etwa in der Arbeit mit Bilderbüchern. Zu den wiederkehrenden Gelegenheiten zählen auch die Besuche bekannter Vertreterinnen und Vertreter der Kinder- und Jugendliteratur an der KU.

    „Das Spektrum von Werkzeugen und Interventionen, die unsere Studierenden an der KU kennenlernen, ist gewaltig und reicht von der Arbeit mit Bilderbüchern bis hin zum Einsatz digitaler Werkzeuge“, so die Leiterin des Zentrums für Lehrerinnen- und Lehrerbildung. Auch die Künstliche Intelligenz schaffe neue Möglichkeiten. „Die untersuchen wir in Lehrveranstaltungen, etwa in Gestalt von Lese-Apps, welche die Leseflüssigkeit, -geschwindigkeit und das Leseverständnis spielerisch prüfen und darüber Rückmeldung geben.“ „Die Werkzeuge sind vorhanden, die Möglichkeiten sind riesig – wir müssen sie ergreifen und nutzen“, zieht Hiebl ein Resümee. Die Ergebnisse der IGLU-Studie verdeutlichten den großen bildungspolitischen Handlungsbedarf und zeigten die Dringlichkeit. upd

  • Verkehrsentwicklungsplan: Meinung der Bürger bei Onlineumfrage gefragt

    Verkehrsentwicklungsplan: Meinung der Bürger bei Onlineumfrage gefragt

    Eichstätt. – Wie kann der Verkehr in Eichstätt sinnvoll und verträglich neu geordnet werden, vor allem angesichts der Herausforderungen des Klimawandels? Diese Frage will der Verkehrsentwicklungsplan der Stadt Eichstätt beantworten, der derzeit fortgeschrieben wird. Nach einer ersten Auftaktveranstaltung Mitte Mai – einem Workshop mit den beteiligten Behörden und Institutionen – sind nun alle aufgerufen, ihre Meinungen und Ideen bei einer Umfrage miteinzubringen.

    Die Verkehrsplanung ist – wie hier die Pläne zur Sanierung der Gabrielistraße in der Stadtratssitzung Ende April – Dauerthema im Eichstätter Stadtrat. Nun will die Stadt gemeinsam mit den Bürgern nach zehn Jahren ein neues Verkehrsleitbild erarbeiten. Die Umfrage dazu ist nun gestartet. Fotos: Zengerle

    Der derzeitige Stand des Verkehrsentwicklungsplanes stammt aus dem Jahr 2013. In den vergangenen zehn Jahren wurde ein Großteil der empfohlenen Maßnahmen sukzessive umgesetzt. Nun ist es an der Zeit, die Verkehrssituation neu zu bewerten und den Verkehrsentwicklungsplan fortzuschreiben. Dazu hat die Stadt Eichstätt die Firma Inovaplan GmbH als begleitendes Planungsbüro beauftragt, unterstützt wird die Kommune dabei auch mit Fördermitteln der Bund-Länder-Städtebauförderung.

    Ausschnitt aus dem Fragebogen, in dem Bürger und Interessenten ihre Meinung abgeben können. Foto: Screenshot

    Derzeit wird von Inovaplan der Bestand analysiert und bewertet. Daneben arbeiten die Planer an einem verkehrsplanerischen Gesamtkonzept. „Wir wollen gemeinsam ein Leitbild entwickeln, das auf den bestehenden Zielen aufbaut – und durch weitere Handlungsfelder ergänzt wird“, erklärt Jens Schütte, Stadtbaumeister der Stadt Eichstätt, der den Prozess federführend betreut. Darin sollen die Ziele der kommenden Jahre für die Mobilität in Eichstätt festgelegt werden.

    Hierzu ist jede und jeder eingeladen, an einer Umfrage teilzunehmen und die persönlichen Perspektiven und Anforderungen aktiv miteinzubringen – egal, ob man in Eichstätt lebt, arbeitet oder etwa studiert. Dabei geht es unter anderem darum, wie sich die verkehrliche Situation in Eichstätt in den letzten zehn Jahren verändert hat, in welchen Bereichen der Mobilität aktuell noch Defizite bestehen oder welche Chancen es für die zukünftige Mobilität gibt. Die Teilnahme an der Umfrage ist anonym möglich und funktioniert online unter www.eichstaett.de/vep oder alternativ über im Rathaus ausliegende Papier-Fragebögen. Als kleines Dankeschön werden unter den Teilnehmer Führungen auf den Rathausturm sowie Tickets für die Stadtlinie verlost.

  • Heute um 14 Uhr: Quartiersfest in der Eichendorffstraße

    Heute um 14 Uhr: Quartiersfest in der Eichendorffstraße

    Eichstätt. – Zu einem Quartiersfest für alle Anwohner und Interessierte lädt die Stadt Eichstätt am Samstag, 20. Mai, ab 14 Uhr am Spielplatz in der Eichendorffstraße ein. Es sind Aktionen für alle Altersgruppen geplant: Von einer Malecke reicht das Programm über zahlreiche Spiele bis hin zu Schachtischen und einer Verlosung mit attraktiven Preisen. Auch Oberbürgermeister Josef Grienberger wird für einen Austausch vor Ort dabei sein. Die ersten 40 Besucher/-innen erhalten ein Freigetränk, für Kaffee und Kuchen ist gesorgt. Ab 16 Uhr wird es auch einen Grill für alle geben, auf dem mitbrachte Speisen zubereitet werden können.

    Im Rahmen des Quartiersfestes will die Stadtjugendpflege den Zusammenhalt in der Eichendorffstraße stärken. Mit beteiligt ist auch die Fakultät Soziale Arbeit der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt, die unter anderem im Rahmen des Festes eine Sozialraum- und Bedarfsanalyse für das Quartier entwickeln wollen Ziel ist etwa ein gesamtstädtisches Spielplatz-Konzept.

  • Gewinne einen Ammoniten – mit dem Lammauftrieb in Mörnsheim an diesem Wochenende!

    Gewinne einen Ammoniten – mit dem Lammauftrieb in Mörnsheim an diesem Wochenende!

    Mörnsheim. – Schafe und Ammoniten – zwei Attribute des Altmühltals. Während die einen vor Jahrmillionen die Region bevölkerten und heute mit viel Glück aus den Steinbrüchen der Region geholt werden, sind die Herdentiere erst in den letzten Jahren durch Beweidungsprojekte oder die gemeinsam Vermarktung des „Altmühltaler Lamms“ wieder in der Breite zurückgekehrt und präsent geworden – und der „Lammauftrieb“ ist wieder zu einem gesellschaftlichen Ereignis geworden, das jedes Jahr politische Schwergewichte ins Altmühltal und an den Schäferstab lockt. Bald gibt es beides: den Lammauftrieb in der Gemeinde Mörnsheim – und mit der Gemeinde Mörnsheim und Ei-Live einen Ammoniten zu gewinnen (siehe unten). Los geht es schon ab morgen Abend mit Music-Comedy der Münchnerin Victoria Lein, bevor dann am Samstag und Sonntag das große Marttreiben beginnt und die Schafe und Lämmer dran sind – samt prominentem „Oberhirten“.

    Ein traditionsreiches Spektakel ist der Lammauftrieb am kommenden Wochenende. Am Samstag und Sonntag werden wieder Hunderte Schafe und Lämmer durch Mörnsheim getrieben – mit Minister Füracker als „Oberhirte“. Fotos: oh

    „Nur wer beim Altmühltaler Lammauftrieb dabei war, schafft es auch ganz nach oben“ – dieses ungeschriebene Gesetz gibt es seit ein paar Jahren in den Reihen der CSU. Auch wenn dieser Satz, der bei diversen Lammauftrieben so oder so ähnlich immer mal wieder gefallen ist, natürlich nicht ganz ernst gemeint ist – wenn man sich die Reihe der CSU-Granden anschaut, die bereits dabei waren, könnte man ihn fast ernst nehmen. Kein Wunder – schließlich ist das Bild vom guten Hirten, der seine Herde leitet, ja auch für Ministerpräsidenten und andere hochrangige Volksvertreter ein sehr angenehmes. In diesem (Wahl-)Jahr ist es Albert Füracker (CSU), der sich angesagt hat – passenderweise nicht nur Staatsminister für Finanzen, sondern auch für Heimat. Er wird zwar keine echte Wahlkampfrede halten, sondern ein Grußwort wie auch Landrat Alexander Anetsberger, und die „Altmühltaler-Lamm“-Königin Katja I.

    Hunderte Schafe, Lämmer und Ziegen zwängen sich durch historisches Markttor

    Ein sehenswertes Ereignis allemal ist der „Altmühltaler Lamm“-Auftrieb in der Marktgemeinde Mörnsheim im im Altmühltal, am Dreiländereck zu Schwaben und Franken, allemal. Schon traditionell und mittlerweile bereits zum 19. Mal wird die große Herde von Schafen, Lämmern, darunter vor allem neu geborene, sowie ein großer Anteil an Ziegen über die Gailachbrücke durch das mittelalterliche Markttor am Kastenhof auf den Rathausplatz und durch die engen Gassen des Marktes auf die Sommerweide, den Magerrasen mit seiner artenreichen Flora und Fauna, getrieben.

    Gewinnnspiel: Ammonit zu gewinnen

    Einen Ammoniten zu gewinnen gibt es mit dem Gewinnspiel von Ei-live und Eichstätter Journal – präsentiert von der Marktgemeinde Mörnsheim – und zwar einen wertvollen Ammoniten aus dem Oberen Jura (siehe Foto), der Schicht Taramelliceras externodosum. Es handelt sich um Ammoniten, eine Art versteinerte Tintenfische – das Alter wird auf über 150 Millionen Jahre datiert. Solche Versteinerungen haben nicht nur einen historischen, sondern auch einen materiellen Wert.

    Und so geht’s:

    Einsendungen bitte per Postkarte Einsendungen bitte per E-Mail oder Postkarte mit dem Stichwort: „Ammonit“ an:

    Eichstätter Journal, Stephan Eichstätter Journal, Rebdorfer Str. 94a, 85072 Eichstätt

    oder per E-Mail: gewinnspiel@eichstaetter-Eichstätt

    Einsendeschluss: 30. Juni. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

    Das alles unter den Augen einer großen „Menschenherde“, die das Schauspiel interessiert verfolgt. Danach können alle Produkte vom „Altmühltaler Lamm“ beim Schäfer- und Handwerkermarkt bestaunt, das Handwerk live verfolgt und die Produkte auch käuflich erworben werden. Die Vereine und Wirte der Gemeinde verköstigen die Besucher – natürlich mit „Altmühltaler Lamm“. Es gibt Lammbraten, Lamm-Bratwürste und Lamm-Burger. Einzige Ausnahme sind die frisch gegrillten Makrelen, die mit Lamm nichts gemein haben. Viele Kinderaktionen, eine Ausstellung zum Thema „Altmühltaler Lamm“ und vieles mehr können die Gäste an den beiden Lammerlebnistagen im Gailachtal erleben.

    Eröffnung am Samstag ab 14 Uhr

    Die Eröffnung am Samstag findet um 14 Uhr mit der Begrüßung durch den Ersten Bürgermeister Richard Mittl statt. Dann werden Minister Füracker als Schirmherr den „Altmühltaler Lamm“-Auftrieb offiziell eröff­nen, und die „Altmühltaler Lamm“-Königin Katja I. wird neben Landrat Alexander Anetsberger die Gäste willkommen heißen. Gegen 15 Uhr wird Schäfer Sascha Gäbler seine große Herde von Schafen, Lämmern und Ziegen durch das Markttor und den Ort führen. Bereits ab 11 Uhr nimmt der erweiterte umfangreiche Schäfer- und Handwerkermarkt seinen Betrieb auf und örtliche Vereine und Gastronomen bieten Kulinarisches vom „Altmühltaler Lamm“ an. Nach dem Auftrieb findet um 15.30 Uhr eine geführte Wanderung „Hoch über Mörnsheim“ auf Trockenrasen und Wacholderheiden statt, sowie eine Vorführung der Schafschur um 16.00 Uhr am Rathausplatz.

    Segen für die Schafe und Blasmusik mit den „Stoizwickern“

    Am Sonntagmorgen findet um 10 Uhr ein Gottesdienst in der Wallfahrtskirche „Maria-End“ in Altendorf statt. Im Nachgang erscheint die große Schafherde samt Schäfer am Trockenrasen bei der Wallfahrtskirche und erhält den kirchlichen Segen. Anschließend wird um 11 Uhr der Schäfer- und Handwerkermarkt eröffnet, ab 14 Uhr unterhält die Schernfelder Bläsergruppe „Stoizwicker“. Zeitgleich wird um 14 Uhr die Herde an Schafen, Lämmern und Ziegen durch den Markt ziehen. Um 14.30 Uhr wird erneut eine geführte Wanderung angeboten. Danach ist gegen 15.30 Uhr wie­der für ein ausgewähltes Lamm „Friseurtermin“ angesagt.

    Mit der Segnung der Schafe beim Gottesdienst beginnt der Sonntag – mit großem Markttreiben und Blasmusik.

    Der Schäfer- und Handwerkermarkt bietet neben der Vorführung von al­tem Handwerk und dem Feilbieten von Schafwoll- und Kunstprodukten, sowie Schaf- und Ziegenkäse auch ein reichhaltiges Kinderprogramm mit vielen Aktionen von mehreren Vereinen und Verbänden. Infos und ausführliches Programm unter www.moernsheim.de. Bereits am morgigen Freitag wird Bayerische Music-Comedy geboten. Die Münchnerin Victoria Lein tritt um 20 Uhr im Rahmen des diesjährigen Lammauftriebs im Haus des Gastes in Mörnsheim auf. Einlass ist ab 19.00 Uhr, Karten gibt es zum Preis von 18 € in der Gemeindeverwaltung in Mörnsheim oder an der Abendkasse.