Kategorie: Leben

  • Hilfe gegen Unsicherheit: KU-Projekt plant Plattform für berufliche Orientierung

    Hilfe gegen Unsicherheit: KU-Projekt plant Plattform für berufliche Orientierung

    Eichstätt/Ingolstadt. – Überfordert mit der Berufsorientierung: Dieses Bild zeichnet sich bei zahlreichen Schülerinnen und Schülern ab. Um Ideen zu entwickeln, wie Jugendliche sowie Lehrkräfte dabei unterstützt werden können, hat an der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt der Workshop „Berufsorientierung in der digitalen Zeit“ stattgefunden. Das Ziel: eine mehrsprachige Plattform, die die beruflichen Möglichkeiten für junge Menschen, ihre Eltern und die Lehrer bündeln soll.

    Was bewegt junge Menschen auf dem Weg in den Beruf? Die Teilnehmenden des Workshops an der KU konnten sich in Kleingruppen zu ihren Visionen austauschen. Fotos: Wagner/upd

    Es ist längst nicht die erste Aktivität, die in diese Richtung geht: Auch der „Ausbildungskompass“ in gedruckter und digitaler Form sowie andere Aktitvitäten der Wirtschaftsförderung des Landkreises Eichstätt, vieler Unternehmen, der Schulen oder der Wirtschaftsverbände oder der Agentur für Arbeit, bündeln Kräfte, um den Mangel an Fachkräften und Auszubildenden irgendwie abzumildern. Kaum eine Branche, die nicht davon betroffen ist.

    Nun will ein KU-Projekt eine eigene digitale Plattform erarbeiten, die ein niederschwelliges und möglichst breites Angebot für junge Menschen, ihre Eltern und andere Interessenten bieten soll. Denn eines wurde auch bei dem Workshop, der zum Start des Projekts nun veranstaltet wurde, erneut klar: Es ist oft auch viel Unsicherheit und Orientierungslosigkeit, die die jungen Menschen auf dem Weg in den richtigen Beruf quält.

    Status Quo: schwierige berufliche Orientierung

    Bei dieser Veranstaltung, organisiert von der Professur für Christliche Sozialethik und Gesellschaftspolitik, dem Zentrum für Lehrerinnen- und Lehrerbildung sowie der Transferplattform „Mensch in Bewegung“, kamen schulische und außerschulische Akteure zusammen, um sich zum Status Quo und zu ihren Visionen zur Berufsorientierung auszutauschen. Aus den gewonnenen Erkenntnissen sollen dann von Studierenden der KU Lösungskonzepte in enger Zusammenarbeit mit den Teilnehmenden des Workshops ausgearbeitet werden.

    Vernetzung gefragt: Prof. Dr. André Habisch und Dr. Petra Hiebl betonten, wie wichtig ein enger Kontakt zwischen Jugendlichen und Unternehmen sei.

    Schüler sollen über ihre beruflichen Möglichkeiten informiert werden und mit den Betrieben in einen intensiveren Kontakt kommen können, betonte Prof. Dr. André Habisch, Inhaber der Professur für Christliche Sozialethik und Gesellschaftspolitik. Für Dr. Petra Hiebl, Leiterin des Zentrums für Lehrerinnen- und Lehrerbildung, braucht es daher innovative Projekte, die Theorie und Praxis miteinander verbinden.

    „Selbstzweifel und Orientierungslosigkeit“

    Welche Hürden momentan bei der Vernetzung von Unternehmen und Jugendlichen bestehen, zeigte eine Podiumsdiskussion auf: Ina Kaufmann, Geschäftsführerin der „Carlis Gebrüder Peters AusbildungsGmbH“, berichtete vom Fachkräftemangel – davon, dass Schüler trotz Praktikumsangeboten, Firmenpräsenz bei Messen oder Aktionen wie dem Girls‘ Day häufig nicht den Weg zu ihnen fänden. Susan Pöthig, Schulleiterin der Tilly-Realschule Ingolstadt, eröffnete den Blick auf die Gegenseite. Ihre Schüler besuchten zwar beispielsweise viele Jobmessen, ein Berufsberater der Agentur für Arbeit käme regelmäßig ins Haus. „Doch wir erleben momentan eine Generation, die von Selbstzweifeln und Orientierungslosigkeit geprägt ist.“ Dr. Karin Oechslein, Direktorin a.D. des Staatsinstituts für Schulqualität und Bildungsforschung, griff diese beiden Beispiele auf, um die Notwendigkeit der beruflichen Orientierung im Schulalltag zu betonen.

    Unsichere Jugend: Podiumsdiskussion mit Dr. Karin Oechslein, Ina Kaufmann und Susan Pöthig (v. l.).

    Auf dieser Grundlage erarbeiteten die Teilnehmenden, was sich an der beruflichen Orientierung ändern müsse, um die Jugendlichen damit abzuholen. Zum einen brauche es eine Plattform, die einen Überblick über die zahlreichen Ausbildungs- und Praktikumsangebote – vor allem in der Region, schließlich hätten viele Jugendliche Interesse, vor Ort zu arbeiten – verschafft. Von dieser Übersicht sollen auch Eltern profitieren, indem sie einen Überblick über die vielfältigen Optionen für ihre Kinder gewinnen. Um alle Eltern zu erreichen, müsse eine ideale Plattform mehrsprachig aufgebaut sein.

    Neben den Eltern sollen auch Lehrkräfte von einer solchen Plattform profitieren – sie könnten dadurch beispielsweise in Vertretungsstunden leicht auf Materialien zur Berufsorientierung zurückgreifen und diese mit den Jugendlichen bearbeiten. In den kommenden Wochen werden sich Studierende der KU tiefer mit den Ideen der Teilnehmenden auseinandersetzen. Nach einer Pilotphase sollen die Ergebnisse Interessierten in der Region 10 zur Verfügung gestellt werden.

    Frist bis Freitag: Meldungen für neuen Ausbildungskompass des Landkreis noch möglich

  • „Attraktiver Arbeitgeber“: Landratsamt mit Siegel für gute Arbeitsbedingungen zertifiziert

    „Attraktiver Arbeitgeber“: Landratsamt mit Siegel für gute Arbeitsbedingungen zertifiziert

    Eichstätt. – „Attraktiver Arbeitgeber“ – das hört jeder Arbeitgeber vor allem in Zeiten des Fachkräftemangels gern – so auch Behörden und Institutionen wie das Landratsamt Eichstätt. Das darf sich nun genau diesen Titel auf die Fahnen schreiben – nach einer erfolgreichen Zertifizierung seiner Arbeitsbedingungen.

    Freuen sich über die Auszeichnung „Attraktiver Arbeitgeber“: Landrat Alexander Anetsberger (Bildmi.), Personalleiter Manfred Schmidtmeier (li.) sowie Katrin Bench, Leiterin der Stabstelle Strategische Personalentwicklung und Gesundheitsförderung. Foto: Laura Frey/Landkreis Eichstätt

    Das Arbeitgebersiegel „Attraktiver Arbeitgeber“ des Deutschen Instituts für Qualitätsstandards und –prüfung e.V. (DIQP) wird nach einer umfassenden Bewertung vergeben. Grundlage für diese Bewertung ist eine Messung der für die Arbeitgeberattraktivität entscheidenden Faktoren im Unternehmen. Dazu gehört unter anderem der Führungsstil, die Wertschätzung gegenüber seinen Beschäftigten, die Förderung von Weiterbildung, die Arbeitsatmosphäre und die Sicherheit des Arbeitsplatzes.

    Das Landratsamt Eichstätt wurde in Bezug auf diese Faktoren als „Attraktiver Arbeitgeber (DIQP)“ identifiziert. Besonders überzeugen konnten Karrieremöglichkeiten, der wertschätzende Umgang, sowie die angenehme Arbeitsatmosphäre am Arbeitsplatz als wichtiges Kriterium für die Auszeichnung. Der Eichstätter Landrat Alexander Anetsberger äußert sich zu der Auszeichnung mit dem Arbeitgebersiegel natürlich erfreut: „Die positive Bewertung und Auszeichnung als ‚Attraktiver Arbeitgeber‘ zeigt uns, dass wir das, wofür wir stehen, auch leben und umsetzen. Nah an den Menschen zu sein, ihre Bedürfnisse zu erfüllen und Wertschätzung zu zeigen macht uns aus. Das trifft nicht nur auf die Bürgerinnen und Bürger unseres Landkreises zu, sondern auch auf unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Dank ihnen sind wir für jede Aufgabe bestens gerüstet und schätzen sie aufrichtig.“

    Auch Manfred Schmidmeier, Personalleiter am Landratsamt Eichstätt, zeigt sich zufrieden: „Als Arbeitgeber attraktiv wahrgenommen zu werden, bedeutet uns viel. Es motiviert uns, unseren Beschäftigten etwas zurückgeben zu können und dazu beizutragen, dass diese zufrieden sind, Familie und Beruf unter einen Hut bringen können und Freude an der Arbeit haben.“ „Damit haben wir nicht nur den Vorteil, dass unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter uns lange erhalten bleiben, sondern dass wir uns auch im Wettbewerb um Fachkräfte beweisen können“, ergänzt Katrin Bench, Leiterin der Stabstelle Strategische Personalentwicklung und Gesundheitsförderung. lkr

  • Trainer gesucht: DJK-Handballer brauchen dringend Coach

    Trainer gesucht: DJK-Handballer brauchen dringend Coach

    Eichstätt. – Eigentlich hätte die Vorbereitung bereits losgehen sollen, aber jetzt stehen die Handball-Herren der DJK Eichstätt doch ohne Trainer da. Die Suche nach Ersatz gestalte sich äußerst schwierig, heißt es von Abteilungsleiter Lorenz Fieger – der deshalb auch einen öffentlichen Aufruf gestartet hat.

    Bastian Saller (Mitte) stand im vergangenen Jahr erfolgreich an der Linie und scheiterte mit seinem Team – hier Andreas Wyrwa – nur knapp am Aufstieg. Jetzt muss kurzfristig ein Nachfolger her. Fotos: Traub

    Bereits Mitte März war das letzte Spiel der Saison 2022/23 angesetzt, danach sollte eine dreiwöchige Pause über Ostern die Energiereserven bei den DJK-Handballern wieder auffüllen. Voll motiviert sollte dann der Saisonstart 23/24 früher als sonst stattfinden, alle Voraussetzungen seien dafür bestens gewesen, heißt es: Ein breiter Kader aus jungen und erfahrenen Spielern, ebenso Unterstützung von jungen Talenten aus der eigenen Jugend. Endlich sollte der lang ersehnte Aufstieg her, den man in diesem Jahr um gerade einmal vier Toren verpasst hat.

    Für dieses Projekt konnte eine Trainerin aus dem Raum München gewonnen werden. Die Vorfreude auf die erfahrene und fachlich bestens ausgebildete Trainingsgestalterin sei „riesig“ gewesen, sagt man bei der DJK. „Alles hat gepasst. Wir haben eine sehr gute Mannschaft, die Trainerin hätte super zu uns gepasst“, sagte Abteilungsleiter Fieger in einer Krisensitzung der Trainer. Aber das „hätte“ sagt schon fast alles: Die Trainerin musste aus familiären Gründen kurzfristig absagen, die Mannschaft steht seitdem ohne Leitung da.

    Eine Ersatzlösung sei aus den eigenen Reihen aktuell nicht umsetzbar, alle vorhandenen Trainer hätten bereits andere Mannschaften im Trainingsbetrieb. Die DJK Eichstätt habe handballtechnisch leider keinen sehr großen Personenkreis, sodass auch ehemalige Aktive bisher keine Lösung anboten. Alle anderen Anfragen über Trainerbörsen und Plattformen blieben bisher erfolgslos. Gesucht wird als nun auch im größeren Einzugsgebiet. Die DJK Eichstätt erhoffe sich, dass es irgendwo im Umkreis Trainer oder Ehemalige gebe, die sich dem Verein anschließen wollten, so Fieger – und bittet um Unterstützung: „Falls sie eine passende Person sind oder eine solche kennen, würden sich die Handballer der DJK Eichstätt sehr auf eine Nachricht (handball@djk-eichstaett.de) freuen. Die junge und leistungsstarke Mannschaft steht bereit und ist heiß auf die neue Saison!“

  • Am Samstag: Kochen am Feuer und alte Spiele

    Am Samstag: Kochen am Feuer und alte Spiele

    Eichstätt. – Am Samstag, 6. Mai, lädt das Jura-Bauernhof-Museum zu einer besonderen Mitmachaktion für Kinder ab sechs Jahren ein: Naturparkführerin Susanne Höltken zeigt, wie anders das Kochen am offenen Feuer ist. Die Zutaten werden zusammen aus dem Bauerngarten des Museums gesammelt. Und damit es nicht langweilig wird, werden noch alte Spiele wie Sackhüpfen, Seilhüpfen und Schussern ausprobiert. Treffpunkt ist um 14 Uhr im Jura-Bauernhof-Museum Hofstetten. Die Veranstaltung dauert circa zwei Stunden und kostet inklusive Material und Eintritt sieben Euro. Eine Anmeldung ist erforderlich. Möglich ist das online über die Veranstaltungsdatenbank unter www.naturpark-altmuehltal.de/naturerlebnis oder telefonisch unter (08421) 9876-0. lkr      

  • Zweifel am Studium? Infoveranstaltung der Agentur für Arbeit am 9. Mai

    Zweifel am Studium? Infoveranstaltung der Agentur für Arbeit am 9. Mai

    Ingolstadt. – Zweifel an der Studienwahlentscheidung? Weitermachen? Wechseln? Abbrechen? Eine betriebliche Ausbildung beginnen? Gibt es weitere Wege? Wer hilft mir? Antworten auf Fragen rund um Studienzweifel gibt die Berufsberatung der Agentur für Arbeit bei einer digitalen Infoveranstaltung am Dienstag, 9. Mai, ab 17 Uhr.

    Für Studierende, die sich ohne externe Unterstützung mit diesen Fragen beschäftigen, ist es oft schwierig, zu einer fundierten Entscheidung zu kommen. Doch Zweifel an der Studienwahl können auch eine Chance sein, sich auf persönliche Neigungen und Stärken zu besinnen und diese mit in den Fokus der Überlegungen zu rücken.

    Die Veranstaltung besteht aus zwei Teilen: Im ersten Schritt erhalten die Teilnehmer allgemeine Informationen über Möglichkeiten und Anlaufstellen. Anschließend kann die persönliche Situation in einer digitalen Einzelberatung besprochen werden.

    Anmeldungen sind möglich unter www.arbeitsagentur.de/ingolstadt

  • Wohnraum für 120 Studenten: Einweihung des Wohnheims „Sr. Imma Mack“ in Ingolstadt

    Wohnraum für 120 Studenten: Einweihung des Wohnheims „Sr. Imma Mack“ in Ingolstadt

    Ingolstadt/Eichstätt. – Wohnraum für rund 120 Studierende hat das Bistum Eichstätt in Ingolstadt geschaffen. Am Mittwoch wurde das Studierendenwohnheim „Sr. Imma Mack“ auf dem ehemaligen Gelände der Steyler Missionare, Auf der Schanz 47, eingeweiht. Als Vertreter des Bauherrn segnete Generalvikar Michael Alberter das Wohnheim. In seiner Begrüßung verwies er auf die Namensgeberin. Schwester Imma Mack, die in der Nähe von Eichstätt geboren wurde und als junges Mädchen immer wieder Medikamente und Lebensmittel in das Konzentrationslager Dachau schmuggelte. „Mit der Namensgebung für dieses neue Studierendenwohnheim bleibt das selbstlose, barmherzige und beherzte Handeln von Sr. Imma Mack in Erinnerung und kann den gut 120 Studierenden, die hier wohnen, eine Vorbildfunktion sein“, sagte Alberter.

    Zufriedene Gesichter bei der Einweihung des Studierendenwohnheims „Sr. Imma Mack“: (von links) Christof Stockmeier, Stiftungsverwalter der Canisiusstiftung, Oberbürgermeister Christian Scharpf, Architekt Eric Frisch, Josef Heinl, Leiter des Bauamts des Bistums Eichstätt, Generalvikar Michael Alberter und Staatsminister Christian Bernreiter. Foto: pde

    An der Feierstunde nahm auch der Bayerische Staatsminister für Wohnen, Bau und Verkehr, Christian Bernreiter, teil. Dieses Projekt sei für ihn ein wichtiger Beitrag für den Hochschulstandort Ingolstadt, um den Bedarf an bezahlbarem Wohnraum für Studierende zu decken. „Die Wohnungsfrage ist die soziale Frage unserer Zeit“, betonte Bernreiter in seinem Grußwort. Unabhängig von Beruf, Einkommen oder Lebensphase sollten alle Menschen in Bayern gut leben können. „Dazu gehören die zahlreichen Studierenden, die für einen begrenzten Zeitraum im Umfeld der Hochschulen wohnen.“

    13 Millionen an Baukosten

    Gerade weil es für Studenten nicht leicht sei, eine kostengünstige Wohnung zu finden, dankte er der Diözese Eichstätt, die als Bauherrin das Grundstück zur Verfügung gestellt und den Neubau mitfinanziert habe. „So tragen Sie entscheidend zur Entspannung der Wohnsituation der Studierenden in Ingolstadt bei“, sagte Bernreiter. Der Freistaat hat den Bau des Wohnheims mit rund 4,3 Millionen Euro unterstützt. Insgesamt lagen die Baukosten bei rund 13 Millionen Euro.

    Der Ingolstädter Oberbürgermeister Christian Scharpf verwies bei der Einweihungseier auf die einmalige Lage des Wohnheims. „Unmittelbar am Campus, fußläufig zur Innenstadt – dieses Studierendenwohnheim ist ein Glücksfall für die Stadt“. Auch Architekt Eric Frisch vom Regensburger Architekturbüro Dömges Architekten AG sprach bei der Feierstunde die hervorragende Lage am Rand der Glacis an. Der einfache aber funktionale Klinkerbau passe gut in das Stadtbild. Musikalisch umrahmt wurde die Feierstunde vom Harfenensemble des Gnadenthal-Gymnasiums unter der Leitung von Beate Fürbacher.

    Rund 300 Euro Warmmiete

    Die Projektentwicklung für die Wohnanlage hat die katholische Canisiusstiftung übernommen. Der viergeschossige Neubau ist mit einem Innenhof ausgestattet. Alle Einzelapartments, die für rund 300 Euro Warmmiete angeboten werden, bieten insgesamt Platz mit rund 19 Quadratmeter Wohnfläche und sind mit Küchenzeile und Bad ausgestattet. Auch ein rollstuhlgerechtes Apartment ist entstanden.

  • Auf Jesus schauen, nicht auf sich selbst: Bischof Hanke weiht zwei neue Priester

    Auf Jesus schauen, nicht auf sich selbst: Bischof Hanke weiht zwei neue Priester

    
Eichstätt. – Das Bistum Eichstätt hat zwei neue Priester: Bischof Gregor Maria Hanke hat am Samstag Patrick Zachmeier und Jean-Claude Wildanger durch Handauflegung und Gebet in der Eichstätter Schutzengelkirche geweiht. In seiner Predigt betonte Bischof Hanke, wie wichtig es für die Neupriester sei, in ihrem Dienst nicht auf sich selbst zu schauen, sondern auf Jesus: „Dazu verhilft die kritische Befragung, die Einübung der Selbstdistanz: Geht es bei meinem priesterlichen Dienst um mich als Person, um meine Pläne und meinen Erfolg? Verweist es mich nicht vielmehr auf den Herrn, lädt es mich nicht ein, den Sprung ins Ungewisse zu tun, damit mich die Sehnsucht ihm begegnen lässt?“

    Neupriester: Bischof Gregor Maria Hanke salbt Patrick Zachmeier bei der Priesterweihe die Hände. Foto: Anika Taiber-Groh/pde

    Bischof Hanke bezog sich auf den Evangeliumstext aus dem Johannesevangelium, in dem sieben Jünger unter Anleitung von Petrus als Fischer am See Genezareth arbeiten. Sie fangen nichts, bis Jesus sie auffordert, in seiner Anwesenheit die Netze noch einmal auszuwerfen – dabei werden die Netze voll. „Boot und Netz dürfen wir als Bild für die Kirche verstehen. Misserfolg und vergebliche Mühe gehören nicht nur zum Leben, sondern ebenso zum kirchlichen Leben, zu Pastoral und geistlichem Weg“, sagte Hanke. Das Evangelium verheiße, gerade in solchen Erfahrungen sei der auferstandene Herr zugegen. Petrus hätte daraus gelernt: „Er muss die Erfahrung vergeblichen Mühens machen, damit er begreifen lernt, der eigentlich Handelnde ist der Herr selbst.“

    Für die Neupriester bedeute das: „Im Hirtendienst des guten Hirten bleibt man hineingestellt in ein nicht auflösbares Spannungsfeld aus Ohnmachtserfahrungen, Erfolglosigkeit des eigenen Handelns einerseits und der Erfahrung der Macht Gottes andererseits, die oft ganz überraschend wirkt.“ Schlechte Erfahrungen müssten sie daher nicht ängstigen: „Durch sie können wir erfahren, dass der Auferstandene unsere Leere zum Gefäß seiner Fülle machen will“, so Bischof Hanke. Wichtig sei: „Boot und volles Netz – man könnte sagen: Kirche – sind nicht Selbstzweck, sondern sie haben zur Begegnung mit dem Herrn zu führen.“

    Handauflegung von Bischof Gregor Maria Hanke bei Patrick Zachmeier. Foto: Anika Taiber-Groh/pde

    Die beiden Neupriester lud der Bischof dazu ein, ihren Dienst glaubwürdig auszuüben. „Glaubwürdigkeit muss unsere gemeinsame Sorge sein in einer Zeit, in der das Vertrauen in den Priester und die priesterliche Lebensform beschädigt ist.“ Sie sollen sich immer wieder von den eigenen Erwartungen auf Erfolg und vom Vertrauen auf das eigene Können lösen, in Distanz zu den Sorgen, Überlegungen und Planungen gehen: „Gebt der Sehnsucht nach dem Herrn und nach der Begegnung mit ihm viel Raum. Bei eurem Dienst geht es auch nicht um euch und euer Ego, sondern darum, ihm nahe zu kommen, dessen Sehnsucht in euch brennt. Seine Liebe bleibe eure Kraftquelle.“

    Handauflegung von Bischof Gregor Maria Hanke bei Jean-Claude Wildanger. Foto: Anika Taiber-Groh/pde

    Nach der Predigt legte der Bischof den beiden Männern die Hände auf und weihte sie zu Priestern. Danach salbte er ihre Hände mit Chrisamöl und überreichte ihnen symbolisch Brot und Wein. Den Abschluss des Gottesdienstes bildete der erste Segen der beiden Neugeweihten für die Gemeinde.

    Jean-Claude Wildanger stammt aus der Pfarrei St. Elisabeth in Stuttgart. Er absolvierte sein Pastoralpraktikum in der Pfarrei Heilige Edith Stein in Nürnberg. Patrick Zachmeier kommt aus der Pfarrei St. Willibald in Deining, seine Praktikumspfarrei ist Herz Jesu in Ingolstadt. Zunächst werden die beiden weiter in den Pfarreien im Einsatz sein und dort auch ihre Primizen feiern, die ersten Messen nach der Priesterweihe.

    Videos, die die Priesteramtskandidaten vorstellen, sowie Fotos und der Livestream der Priesterweihe zum Nachschauen sind unter www.bistum-eichstaett.de/priesterweihe zu finden.

  • Inklusion und Teilhabe

    Inklusion und Teilhabe

    Eichstätt. – „Körperliche oder seelische Beeinträchtigungen waren jahrzehntelang Grund genug, Kinder in Sonderschulen abzuschieben“, erklärt Daniel Zintl, Leiter des Schulbegleitdienstes bei den Maltesern im Bistum Eichstätt. „Zum Glück sind diese Zeiten vorbei.“ Inklusion heißt das Stichwort, das gleiche Bildungschancen für alle ermöglicht. Einer der Dienste, der eine Benachteiligung von Kindern mit Behinderung verhindert, ist der Malteser-Schulbegleitdienst. „Dieses Angebot ermöglicht derzeit 68 Kindern in Eichstätt und Ingolstadt mit Handicap eine normale Teilnahme am Regelunterricht in Schulen“, erklärt Zintl.

    Der Schulbegleitdienst unterstützt Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene mit Beeinträchtigung. Foto: Andi Weiland

    Die Schulbegleiter unterstützen in Bayern Kinder und Jugendliche mit körperlichen, geistigen und seelischen Behinderungen in Kindergärten und -krippen, in Horten und Schulen. Diese Helfer ermöglichen den Besuch und die tatsächliche Teilhabe in der entsprechenden Einrichtung. Sie sind dabei die stillen Helfer im Hintergrund, die Betroffenen bei Bedarf zur Hand gehen „Unser Anspruch ist die Chancengleichheit für alle“, erläutert Daniel Zintl. Bei der individuellen Einzelbetreuung stehen die Entwicklung der Selbstständigkeit und die Integration in die Gruppe im Vordergrund.

    Mit der 2008 in Kraft getretenen UN-Behindertenrechtskonvention wurde die Teilhabe von Menschen mit Behinderung in allen Lebensbereichen bestärkt. „Seit dem Beschluss haben wir vielen Familien helfen können. Die Nachfrage ist aber weiter groß. Die Malteser Schulbegleiter versuchen, allen Anfragen nachzukommen und zu helfen. Es bleibt aber eine Herausforderung“, sagt Zintl.  Weitere Informationen zum Malteser Schulbegleitdienst erhalten Interessierte unter der Telefonnummer (08421) 98 07-13 oder auf der Homepage www.malteser-eichstaett.de/schulbegleitdienst.

  • Viel los unter’m Preither Wasserturm: Blick in Klimakammer und Party mit der „schlechtesten Wiesn-Band“

    Viel los unter’m Preither Wasserturm: Blick in Klimakammer und Party mit der „schlechtesten Wiesn-Band“

    Eichstätt/Preith. – Am Ende wurde es auch noch eine richtige Party. Die Preither Gewerbeschau und die parallel stattfindende Eröffnung der gigantischen neuen Firmenzentrale samt Logistikhalle des Eichstätter Bauunternehmens Martin Meier haben gestern Tausende von Besuchern auf das Areal unter dem Preither Wasserturm gelockt. Bei zunehmend schönem Wetter strömte wohl eine Rekordkulisse durch die Straßen und Firmengelände, um sich über ein breites Spektrum an erneuerbaren Energien von der Wärmepumpe bis zur Klimakammer, land- und forstwirtschaftliche Geräte, nachhaltige Baustoffe und Heiztechnik zu informieren, und natürlich dabei auch allerhand zu erleben: einen Flug mit dem „AirMotion“ in luftiger Höhe etwa, die nicht ganz so hohen, aber ebenso spektakulären Flugeinlagen der Showtanzeuropameister von „TanzGlanz“ oder die selbsternannte „schlechteste Wiesn-Kapelle aller Zeiten“, die in der neue Baustofflogistikhalle am Gewerbeschauabend dann doch allerbeste Wies’n-Unterhaltung bot und für ihren Auftritt gefeiert wurde.

    Zur „Baustoffparty“ blies die Kapelle Josef Menzl, die gleich mehrere Zugaben geben musste – der launige Abschluss eines gut besuchten Tages mit Gewerbeschau und Neueröffnung unter dem Preither Wasserturm. Fotos: Zengerle

    Es ist in den letzten Jahren zu einem echten Gravitationszentrum der Wirtschaft im Landkreis Eichstätt geworden – nun mit einem dicken neuen Knotenpunkt in direkter Nachbarschaft: Die Firmenzentrale der „Baufamilie“ Meier war in den vergangenen beiden Tagen erstmals für die Öffentlichkeit zugänglich. Von dieser Möglichkeit machten vor allem gestern Tausende von Besuchern Gebrauch: Den ganzen Tag über konnten sie die imposante neue Firmenzentrale in M-Form, die auch zahlreiche Räumlichkeiten zur Vermietung bietet, mit ihrem modernen Baustofffachhandel im Erdgeschoss ebenso besichtigen. Dazu die gewaltige neue Baustofflogistikhalle mit ihren rund 8.000 Quadratmetern Lagerfläche – inklusive digitalisierter Lagerwirtschaft: Der Kunde bestellt im Fachhandel, und seine Waren sollen dann sofort bereitstehen, sobald er auf der anderen Seite mit seinem Fahrzeug zur Beladung die dreispurige Beladung zwischen den Hochregalen nutzt. Sobald das System einmal komplett optimiert sei, werde das dem Kunden viel Zeit sparen, so Andreas Meier, der in dem Familienunternehmen den Bereich Baustofffachhandel verantwortet.

    Alle 5.000 „Meier-Eimer“ vergriffen und tosender Applaus für „TanzGlanz“

    Beeindruckend ist auch die freie Holzkonstruktion der Halle, die auf voller Breite ganz ohne Stützen auskommt – vor allem aber die Dimensionen des neuen Firmenareals aus der Luft – davon konnten sich zahlreiche Besucher auch bei einer Flugeinlage mit „AirEmotion“ am Kran in luftiger Höhe überzeugen, den Baggerparcours ausprobieren oder bei besonderen Aktionen mitmachen: zum Beispiel einen „Meier-Eimer“ voll mit Waren inklusive Sonderrabatt mitnehmen. „Es sind keine Eimer mehr da“, stellte Gesellschafterin Anna-Maria Meier am Abend erfreut fest: alle 5.000 blauen Eimer mit dem Meier-Logo seien weg.

    Großer Andrang herrschte nicht nur beim Auftritt von „TanzGlanz“, sondern auch bei der Beratung in Sachen Wärmepumpen und ern uerbare Heizungstechnik oder in der „Gaming-Ecke“.

    Allein das zeigt schon, wie groß der Andrang gestern in dem weitläufigen Areal unter dem Preither Wasserturm war. Viel gab es zu erleben in den teilnehmenden Betrieben. Gut besucht waren etwa auch die zahlreichen Vorführungen und Führungen zu verschiedenen Themen wie erneuerbare Energien oder Klimatechnik. So führte etwa Firmengründer Stefan Innerhofer den Tag über mehrere Besuchergruppen durch die Betriebshallen seiner Firma „Regineering“, die unter anderem Hightech-Klimakammern, in denen man gezielt extreme und individuelle Klimabedingungen präzise simulieren kann, für Forschungseinrichtungen und forschende Unternehmen herstellt.

    Bestens gelaunt war Artenativ-Inhaber Robert Breitenhuber und freute sich über den großen Andrang bein der Gewerbeschau.

    „Regineering“ war ebenso zum ersten Mal dabei wie das innovative Schreinerunternehmen „Schrank Direkt“, das sich gleich nebenan in den Räumlichkeiten der Firma „Artenativ“ mit ihrer weitläufigen Ausstellung mit Schwerpunkt auf nachhaltigen Baustoffen ebenfalls erstmals im Rahmen der Gewerbeschau vorstellte. „Es ist wahnsinnig viel los heute, wir sind hochzufrieden“, freute sich daher „Artenativ“-Chef Robert Breitenhuber, der nach seiner eigenen Neueröffnung bei der letzten Gewerbeschau im vergangenen Jahr nun bereits eine weitere Premiere in seinen Räumlichkeiten feiern konnte.

    Sonderapplaus für die Europameister

    „Volle Halle“ hieß es auch nebenan bei der Firma Solarbayer, wo die Möckenloher, Dollnsteiner und Preither Garden auftraten. Höhepunkt dabei war sicher der Auftritt der Showtanzformation „TanzGlanz“, die auf der eigens aufgebauten Showbühne mit tänzerischen Einlagen und akrobatischen Sprüngen und Hebefiguren zeigten, warum sie Europameister ihres Faches sind – und so war der Auftritt ja vielleicht schon so etwas wie eine Generalprobe für die Titelverteidigung in Belgien in wenigen Tagen. Vom Publikum in der Halle gab es jedenfalls großen Applaus.

    Großer Andrang: herrschte nicht nur beim Auftritt von „TanzGlanz“, sondern auch bei der Beratung in Sachen Wärmepumpen und ern uerbare Heizungstechnik oder in der „Gaming-Ecke“.

    Firmengründer Martin Kraus, Geschäftsführer Benedikt Kirschner und ihr Team durften sich aber auch über großes Interesse für ihre nachhaltigen Heizsysteme freuen. Die Verunsicherung und der Informationsbedarf bei vielen Kunden sei durchaus spürbar, sagt Kraus – etwa, was die Pellets- und Stückholzkessel angehe, die das Unternehmen auch in den verschiedensten Varianten anbietet. Auch die zählen seit vielen Jahren und für ihn auch weiterhin zum Kernbereich der erneuerbaren Zukunft – und werden auch in Zukunft gefördert, wie er aus zahlreichen Gesprächen mit Branchenverbänden und Politik überzeugt ist. Was die Wärmepumpen angeht, ist die Nachfrage gerade ohnehin überall enorm groß – auch nebenan bei der Firma Gabler oder der „baumers Handwerk GmbH“, die beide ebenfalls zahlreiche Besucher in Vorträgen oder in ihren Ausstellungen zum Thema nachhaltige Heizungssysteme informierten.

    Nebenan fragt gerade ein Kunde am Stand von Jura Elektro nach, ob das Unternehmen auch Freiflächen-PV-Anlagen installiere. Martin Schmidmeier und sein Team konnten gestern ebenfalls hochzufrieden sein: Die sei ungebrochen hoch, so Schmidmeier. Die Nachfrage nach PV-Anlagen sei weiter enorm bestätigt auch Daniel Bauer von der Firma Bauer Energietechnik im Rahmen der Gewerbeschau.

    Beliebtes Selfie-Motiv war dieser Mähdrescher und die anderen landwirtschaftlichen Großgeräte bei der Firma Landtechnik Miehling.

    Noch ein paar Meter weiter begeisterte nicht nur die Hüpfburg, sondern vor allem die riesigen Landmaschinen und andere große und kleinere Attraktionen auch nur die kleinen Besucher, die zudem nebenan an den Gaming-Rechnern bei der Firma „Workstation4u“ nicht nur allerhand Computerspiele wie „Harry Potter“ ausprobieren, sondern sogar per VR-Brille und Virtual Reality Autorennen fahren konnten. Man habe ein sehr gutes Jahr hinter sich und freue sich, dass es der Landwirtschaft nach schwierigen Jahren wieder etwas besser gehe, so Seniorchef Wolfgang Miehling, der gestern auch im Verkauf der Firma Miehling wieder aushalf, wo es Land-, Garten- und Forsttechnik zu sehen gab – Optimismus also in Zeiten, in denen viel über Krisen geredet wird.

    Und als abends im Preither Gewerbegebiet allmählich wieder Ruhe einkehrte, ging drüben in der neuen Baustofflogistikhalle der Festbetrieb erst richtig los: Die gewaltige Halle mit ihrer beeindruckenden Holzkonstruktion wurde zur Festhalle für das „Baustofffest“, wie die Kapelle Josef Menzl das ganze Event kurzerhand taufte. „Reisst’s Eich zamm“ – so steht es auf den Aufstellern mit dem Logo der Band auf der Bühne. Stattdessen aber taten Josef Menzl und seine launigen Topmusiker, die sich nach ihren Auftritten auf der letztjährigen Münchner „Wiesn“ selbst ironisch als „die schlechteste Oktoberfest-Kapelle der Welt“ bezeichnet hatte – der Vorwurf lautete damals, sie habe zu wenig Popsongs gecovert und deshalb für zu wenig Stimmung gesorgt – das Gegenteil: nämlich alles dafür, dass die Stimmung dann eben doch richtig Schwung aufnahm und am Ende gleich mehrfach Zugaben gespielt werden mussten.

    Der Spaßfaktor war groß gestern in der neuen Baustofflogistikhalle beim Auftritt der Kapelle Josef Menzl, über die sich auch Andreas (links) und Markus Meier (rechts) als Gastgeber freuen durften.

    Damit war dann auch der Wunsch von Andreas Meier erfüllt, der zuvor nicht nur selbst dirigieren durfte, sondern sich auch bei der Band bedankt und sich eine ausgiebige Zugabe gewünscht hatte. Und weil das Publikum immer mehr auftaute und nicht locker ließ, wurde es nicht die eine, sondern gleich mehrere Zugaben – und die Gewerbeschau mit der Neueröffnung dann auch noch zur Blasmusik-Party. Insgesamt also ein rundum gelungener Tag für die beteiligten Unternehmen – und sicher auch für die allermeisten Besucher. Auch wenn es bisher niemand so ganz genau gezählt hat – es war wohl auch ein Rekordbesuch.

  • Lob vom Innenminister: Malteser feiern 60 Jahre „Dienst am Nächsten“

    Lob vom Innenminister: Malteser feiern 60 Jahre „Dienst am Nächsten“

    Eichstätt. – Was für eine Geschichte: Vom Pilgerhospital in Jerusalem über kämpferische Ordensritter bis zur karitativen Hilfsorganisation heutiger Prägung lässt sich die Historie der Malteser über fast 1.000 Jahre verfolgen. Im Bistum Eichstätt feiert man in diesem Jahr den modernen Teil dieser Ära: Der Malteser Hilfsdienst wurde hier auf Veranlassung des damaligen Diözesan-Caritasdirektors Jakob Weidendorfer 1963 gegründet – und hat daher am Samstag sein 60-jähriges Bestehen gefeiert, und zwar so, wie es zu seinem Selbstverständnis passt: dezent, bescheiden, katholisch.

    Nächstenliebe „im Namen des Herren“: Mit einem Festgottesdienst und Festakt in der Schutzengelkirche sowie einem kurzen Empfang haben die Eichstätter Malteser am Samstag ihr 60-jähriges Jubiläum gefeiert. Fotos: Zengerle

    Mit diesem Dreiklang könnte man die Jubiläumsfeier kurz zusammenfassen. Im Mittelpunkt standen dabei die vielen ehrenamtlichen Helfer, die nach dem Festakt zum Essen und Beisammensein eingeladen waren, und ein gemeinsamer Festgottesdienst mit anschließenden Festreden – auch vom bayerischen Innenminister Joachim Herrmann, der in seiner Ansprache nicht nur die wertvolle Arbeit insbesondere der vielen ehrenamtlichen Malteser für die Gesellschaft würdigte. Er ist auch selbst Mitglied des Malteserordens und sprach daher auch vom großen Engagement, „das Sie, das wir für die Gesellschaft leisten“.

    „Herzlichkeit gegenüber allen Menschen“

    Zum Festgottesdienst waren Ehrenamtliche aus allen acht Standorten in die gut gefüllte Schutzengelkirche in Eichstätt gekommen: Neben Eichstätt als Sitz der Diözesangeschäftsstelle sind das Aurach, Heideck, Ingolstadt, Neumarkt, Preith, Solnhofen und Wendelstein. Dompropst Alfred Rottler, der den Gottesdienst gemeinsam mit Domkapitular Franz Matthes und Anton Schatz, Priesterseelsorger der Diözese Eichstätt, zelebrierte, stellte die „Herzlichkeit gegenüber allen Menschen, ganz gleich ihrer Herkunft, Hautfarbe oder sexuellen Orientierung“ als Essenz der Malteserarbeit in den Mittelpunkt. Das sei das, was insbesondere die Arbeit der ehrenamtlichen Malteser auszeichne – und zwar auf der Basis christlicher Grundwerte, sagte Rottler während des Gottesdienstes, den die Jugendkantorei am Eichstätter Dom unter der Leitung von Domkapellmeister Manfred Faig sowie Domorganist Martin Bernreuter feierlich gestalteten. An dessen Ende sprach die gesamte Schutzengelkirche lautstark das Maltesergebet, und die Malteserfahnen mit dem weißen Malteserkreuz auf rotem Grund, die im Altarraum gestanden hatten, wurden zum Auszug noch einmal von den Fahnenabordnungen geschwenkt.

    „Unsere Hilfe ist im Namen des Herren“, das sei auch ein Leitsatz der Malteser, so Diözesanleiter Guy Graf von Moy in seiner Ansprache im Kirchenraum im Anschluss an den Gottesdienst. Er dankte den zahlreichen anwesenden Wüdenträgern und Vertretern von Partnerorganisationen im sozialen Bereich und in der Katastrophenhilfe – aber auch Helmut Scheurer, über 30 Jahre Geschäftsführer des Preither Malteser-Orsvereins und Christian Alberter, seit fast genau zehn Jahren Geschäftsführer der Malteser im Bistum Eichstätt, der den katholischen Hilfsdienst enorm weiterentwickelt habe. Vor allem aber den 555 Ehrenamtlichen, die neben den etwa ebenso vielen hauptamtlichen Mitarbeitern nach wie vor den Kern und die gute Seele des Malteserdienstes seien. Er erinnerte in seiner kurzweiligen Rede an die Wurzeln der Malteser im Erste-Hilfe-Dienst. Schrittweise habe sich der Dienst deit der Gründung vor 60 Jahren dann weiterentwickelt.

    Zupacken, statt nur „gescheit daherreden“

    Der deutsche Malteser-Präsident Geord Khevenhüller lobte das vielseitige Engagement der Eichstätter Malteser.

    Daran erinnerte auch Georg Khevenhüller, der seit 2018 Präsident des Malteser Hilfsdienstes in Deutschland ist, in seiner Festrede. In der Tat gehören neben den Erste-Hilfe-Kursen der Malteser längst auch die Hospiz- und Trauerarbeit, die Unterstützung für Menschen mit Migrationshintergrund, aber auch viele andere Angebote für junge, aber auch vor allem alte Menschen zum Angebotsspektrum – vom Notfallknopf über den Senioreneinkaufsbus bis zum Hospizdienst, wie Khevenhüller erinnerte. Denn „Not hat viele Gesichter“. Besonders wichtig sei auch die Katastrophenhilfe, wie die Malteser etwa auch bei den Hochwassereinsätzen in Passau oder ihm Ahrtal eindrucksvoll bewiesen hätten, wie nicht nur der bundesweite Malteser-Präsident sagte.

    Selbst Malteser: der bayerische Innenminister Joachim Herrmann.

    Auch der bayerische Innenminister Joachim Herrmann erinnerte an diese wichtige Aufgabe im Katastrophenschutz. Es gebe in unserer Gesellschaft viele Menschen, die immer forderten und sich beschwerten, nach dem Motto „Da müsste man doch“. „Sie dagegen sind die zupackende, helfende Hand“, statt nur „gescheit daherzureden“, so der Minister, der sich im Namen des Freistaats bei allen Maltesern für die  wertvolle geleistete Arbeit dafür bedankte.

    Es werde derzeit viel über „zum Teil fürchterliche Verfehlungen“ in der Kirche gesprochen, so Herrmann. Daran gebe es auch nichts zu schönigen oder entschuldigen. Aber man dürfe auch diese andere Seite, das großartige Engagement für andere Menschen vergessen, das eben auch oft aus christlichen Organisationen und Überzeugungen erwachse – bei den Maltesern in jedem Falle. „Machen Sie so weiter, wir brauchen ihr Engagement!“, forderte er die zahlreichen Anwesenden auf.

    Tag für die Ehrenamtlichen

    Persönliches Jubiläum: Christian Alberter ist seit fast genau zehn Jahren Diözesangeschäftsführer.

    Der Tag gehöre den Ehrenamtlichen, sagte Christian Alberter zum Abschluss des offiziellen Teils des Festtages. Sie waren zum Essen eingeladen, während die hauptamtlichen Malteser sich mit den Ehrengästen noch auf einen kurzen Empfang in der ehemaligen Johanniskirche, wo derzeit die Ausstellung „Wo Worte fehlen“ der Malteser ebenfalls anlässlich des Jubiläums zu sehen ist (Mehr zum Jubiläum gibt es hier). Auf dem Weg dahin nutzten Diözesanleiter Graf von Moy und Diözesanoberin Stephanie Fischer-Stabauer ein weiteres Angebot der Malteser: den Rikscha-Dienst, der sonst als Transportmöglichkeit für Senioren zur Verfügung steht. Am Eichstätter Altstadtfest Anfang Juni aber zum Beispiel auch – eine weitere Aktion zum Jubiläum. Dann geht es um den Spaß am Mitfahren, ansonsten bei den Maltesern seit inzwischen 60 Jahren um christliche Werte und den Dienst am Nächsten. sze