Eichstätt. – Im Rahmen des jüngsten Biberberatertreffens im Eichstätter Landratsamt konnte Landrat Alexander Anetsberger drei verdiente „Biberberater der ersten Stunde“ für ihr langjähriges Engagement würdigen. Otto Biebl, Ruthardt Grimm und Martin Kühner sind seit Beginn der Biberberatung im Landkreis vor 25 Jahren ehrenamtlich in der Biberberatung tätig.
Beim jüngsten Arbeitstreffen der Biberberater wurden drei langjährige Berater für ihr 25-jähriges Engagement von Landrat Alexander Anetsberger (ganz li.) mit einer Dankurkunde und einem kleinen Präsent gewürdigt: Otto Biebl (1. Reihe, 4.v.re.), Ruthardt Grimm (1. Reihe, 3.v.re.) und Martin Kühner (1. Reihe, 2.v.re.). Foto: Petra Preis/Landkreis Eichstätt
„Unsere Jubilare, wie auch alle unsere Biberberater, leisten eine hervorragende Arbeit – es ist sicher nicht immer leicht, ein manchmal doch auch konfliktreiches Ehrenamt auszuüben. Im Namen des Landkreises wie unserer Unteren Naturschutzbehörde sage ich ein großes Dankeschön für den treuen Einsatz“, so der Landkreischef. Beim „Jubiläums-Biberberatertreffen“ war auch Gerhard Schwab als Bibermanager in der Region Südbayern zu Gast und würdigte ebenfalls die verdienstvolle Arbeit der drei langjährigen Berater, die ihre Freude an der Natur mit einem ehrenamtlichen Engagement verbinden.
Wie die Naturschutzwächter sind auch die Biberberater für die Untere Naturschutzbehörde eine wertvolle Hilfe bei der Erfüllung ihrer Aufgaben: Sie sind fachlich geschult und tragen damit entscheidend zu einem erfolgreichen Bibermanagement bei. Sie beraten nicht nur von Biberproblemen Betroffene zeitnah und ausführlich über Abhilfemöglichkeiten, sondern stehen auch im engen Kontakt mit der Unteren Naturschutzbehörde. 1998 startete in der Region die Ausbildung der ersten „Örtlichen Biberberater“, seit 2006 ist die Zuständigkeit für den rechtlichen Vollzug des Artenschutzes für den Biber von den Bezirksregierungen auf die Unteren Naturschutzbehörden verlagert worden. lkr
Eichstätt. – Die Abfallfibel des Landkreises Eichstätt wurde komplett überarbeitet und kann ab sofort online unter www.landkreis-eichstaett.de/abfallfibel abgerufen werden. Die Online-Broschüre soll als kleines „Nachschlagewerk“ dienen und gibt Tipps zur Verwertung und Entsorgung sämtlicher Abfälle, die bei Haushalten im Laufe eines Jahres anfallen. Bei Bedarf an einer gedruckten Fassung der Abfallfibel sind einige Exemplare beim Landratsamt Eichstätt sowie bei allen Gemeinden erhältlich. Bei Fragen rund um die Abfallentsorgung steht das Team der Abfallwirtschaft des Landkreises Eichstätt unter der Tel. 08421/70-295 oder per Mail abfallwirtschaft@lra-ei.bayern.de gerne zur Verfügung. lkr
Eichstätt. – Der Startschuss ist gefallen, die ersten Kilometer trotz zum Teil regnerischen Wetters bereits im wahrsten Sinne des Wortes „eingefahren“. Heute ist die Aktion Stadtradeln in der Stadt Eichstätt und auch im Landkreis Eichstätt gestartet. In der Stadt haben sich bis heute 234 Radelnde in 20 Teams angemeldet. Das größte Team hat dabei bereits über 50 Mitglieder – aber eine Anmeldung in bestehende Teams oder das Gründen neuer Teams ist nach wie vor möglich. Zu toppen sind im Zeitraum der Aktion bis 30. Juni die Ergebnisse des letzten Jahres: 355 aktive Radelnde aus 20 Teams – darunter sieben Stadträte – haben damals insgesamt 77.757 Kilometer eingefahren. Auch der Landkreis Eichstätt ist dabei (siehe Kasten unten): Hier sind bis heute 218 Aktive in 23 Teams angemeldet – und haben bis heute Abend bereits rund 1.400 Kilometer zurückgelegt.
Im Sattel: Das Team der Stadt Eichstätt rund um Oberbürgermeister Josef Grienberger (links) steht schon seit Tagen in den Startlöchern für Stadtradeln 2023 und sammelt seit heute Kilometer. Foto: Schmidt
Die Erfassung der Kilometer ist mithilfe der Stadtradel-App, auf der Internetseite www.stadtradeln.de/eichstaett oder handschriftlich auf einem Erfassungsbogen möglich. Bei Fragen oder Problemen hilft Ihnen Susanne John-Sparaga von der Tourist Information Eichstätt gerne weiter.
Ergänzend zur bereits seit 14 Jahren etablierten Kampagne Stadtradeln des Klimabündnisses besteht in diesem Jahr zum vierten Mal für alle weiterführenden Schulen in ganz Bayern die Möglichkeit, am Schulradeln teilzunehmen. Gemeinsam sollen im Aktionszeitraum vom 1. Mai bis zum 31. Oktober möglichst viele Fahrrad-Kilometer gesammelt werden. Teilnehmen können alle weiterführenden Schulen mit ihren Schülern, aber auch Eltern, Lehrkräfte und Angestellte der Schulen. Alle während des Schulradelns gesammelten Fahrradkilometer werden zugleich dem örtlichen Stadtradeln-Kilometerstand zugerechnet, da beide Kampagnen zeitgleich stattfinden. Teilnehmende Schulen tragen somit tatkräftig zu einem guten Ergebnis beim Stadtradeln in Eichstätt bei.
Stadtradeln im Landkreis Eichstätt – gemeinsam Kilometer sammeln!
Stadtradeln auf dem Land – das scheint rein vom Wortsinn her auf den ersten Blick befremdlich, aber es macht trotzdem Sinn. Denn auch hier kann man im Alltag sinnvoll viele Kilometer mit dem Fahrrad zurücklegen: auf dem Weg zur Arbeit, beim Einkaufen, auf dem Schulweg, zum Fußballspiel oder einfach so des Radeln wegen – die Möglichkeiten sind unbegrenzt. Auch für den Landkreis Eichstätt ist heute Startschuss. Insgesamt 21 Tage lang können möglichst viele Alltagswege im gesamten Landkreis mit dem Fahrrad zurückgelegt und Kilometer im Team gesammelt werden. Es können eigene Teams gegründet werden oder man kann sich einem bestehenden Team anschließen (Hier geht es zur Stadtradel-Seite des Landkreises).
Mit der Teilnahme kann man als Radler nicht nur einen Beitrag zum Klimaschutz sichtbar machen, sondern auch den Verantwortlichen im Landkreis helfen, einen Überblick zu gewinnen, welche Strecken häufig frequentiert sind. So leisten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer einen wertvollen Beitrag bei der Konzeptionierung und den Ausbau von Alltagsradwegen. Und zu guter Letzt spornt das Radeln im Team auch an und macht Spaß! Interessentinnen und Interessenten können sich auf der Stadtradeln-Webseite anmelden: www.stadtradeln.de/registrieren. lkr
Nassenfels. – Im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Die Abgeordnete informiert“ fand am 30. Mai ein Fachgespräch zum Thema Landwirtschaft in Nassenfels im Gasthaus Schweiger statt. Zahlreiche Vertreter der Landwirtschaft, Forstleute, Jäger und Vertreter des Landschaftspflegeverbands nahmen daran teil, um sich über aktuelle Entwicklungen, Herausforderungen und Perspektiven in der Branche auszutauschen. Als Referent konnte Amtschef Hubert Bittlmayer aus dem Bayerischen Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten gewonnen werden.
Im Dialog mit Land- und Forstwirtschaft: Landtagsabgeordnete Tanja Schorer Dremel (Mitte und Foto unten)beim „Fachgespräch Landwirtschaft“ in Nassenfels mit Amtschef Hubert Bittlmayer aus dem Bayerischen Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (Foto unten). Fotos: oh
In seinem Vortrag sprach Bittlmayer verschiedene Punkte an, die für die Landwirtschaft von großer Bedeutung sind. Insbesondere hob er hervor, dass die Land- und Forstwirtschaft während der Corona-Pandemie kontinuierlich geliefert habe und somit ihre unverzichtbare Rolle für die Versorgungssicherheit zuverlässig erfüllt habe. Die schwierigen Herausforderungen in Krisenzeiten wurden vorbildlich gemeistert. Hier gelte es, die Leistung der Landwirtinnen und Landwirte hervorzuheben und zu honorieren.
Ein weiteres Thema, das Bittlmayer ansprach, war die mangelnde Kenntnis der Bevölkerung über die Arbeit der Landwirte. Das Volksbegehren Artenschutz habe gezeigt, dass eine größere Aufklärung über die vielfältigen Aufgaben und Herausforderungen der Landwirtschaft notwendig ist. Dabei betonte er, dass die Produktion von Nahrungsmitteln und Holz zum Heizen weiterhin die Kernaufgaben der Landwirtschaft bleiben sollte und nicht durch Flächenstilllegungen gefährdet werden dürfen, die letztendlich weniger nachhaltige Maßnahmen sind, als man landläufig meine.
Bittlmayer betonte, dass Nachhaltigkeit in der Landwirtschaft eine große Rolle spiele, ferner die Notwendigkeit, Resilienz zu entwickeln. Hierbei gehe es auch um die Unabhängigkeit von Lieferanten für Düngemittel aus dem Ausland sowie um die Förderung der Regionalität und den Aufbau einer Kreislaufwirtschaft. Er betonte jedoch, dass bei allen Maßnahmen das Augenmaß gewahrt werden müsse und ein Kompromiss zwischen den Interessen der Landwirtschaft und der Gesellschaft gefunden werden sollte.
Ein wichtiger Punkt, den Amtschef Bittlmayer ansprach, war die Rolle von EU-Fördermöglichkeiten für die Landwirtschaft im Freistaat. Er erklärte, dass die Verordnungen der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) einen grundlegenden Webfehler beinhalteten. Mit GAP-Mitteln dürften in der 2. Säule lediglich Maßnahmen gefördert werden, die Zusatzkosten verursachen oder den Ertrag reduzieren. Alles, was jedoch über eine Verordnung geregelt sei, sei nicht mehr förderbar, weil die EU eine Anreizfinanzierung prinzipiell ablehne. Hier springe der Freistaat mit seinem Kulturlandschaftsprogramm (KULAP), das 334 Millionen Euro umfasse, enorm in die Bresche.
Mit dem Kulturlandschaftsprogramm gewährt Bayern bereits seit 1988 den Landwirten Ausgleichszahlungen für freiwillige umweltschonende Bewirtschaftungsmaßnahmen. Das neue Kulturlandschaftsprogramm gliedert sich entsprechend der Ausrichtung der landwirtschaftlichen Betriebe in Maßnahmen für Grünland, für Ackerland und für Sonderbereiche wie zum Beispiel Spezialkulturen oder die Teichwirtschaft. Erstmalig wird im KULAP auch die Bewirtschaftung kleiner Strukturen honoriert. Um den gesellschaftlichen Herausforderungen Rechnung zu tragen, wurde das bewährte Programm abermals gezielt weiterentwickelt und um neue Maßnahmen zum Gewässer-, Boden- und Klimaschutz sowie zur Förderung der Biodiversität und zum Erhalt der Kulturlandschaft ergänzt.
Das neue Programm stellt ein großes Angebot an produktionsintegrierten Maßnahmen zur Verfügung, mit denen sowohl Ressourcen geschont als auch gleichzeitig Lebensmittel erzeugt werden können. Vielfältige Kombinationsmöglichkeiten – auch mit den neu eingeführten freiwilligen Öko-Regelungen in der 1. Säule der Gemeinsamen Agrarpolitik – sorgen dafür, dass maßgeschneiderte Lösungen für die unterschiedlichsten Betriebstypen möglich sind. Flankiert wird das neue KULAP von weiteren Agrarumwelt- und Tierwohlmaßnahmen. Im Einzelnen sind dies die Förderung des ökologischen Landbaus sowie Maßnahmen zur moorbodenschonenden Bewirtschaftung („Moorbauernprogramm“).
Auf das Thema „Wolf“ angesprochen, sprach sich der Amtschef klar für ein Wolfsmanagement aus, um Probleme frühzeitig einzudämmen, bevor sie der Gesellschaft über den Kopf wüchsen. Im Anschluss an den Vortrag fand eine lebhafte und konstruktive Diskussion statt, bei der Themen wie der Vollzug der Düngeverordnung, die Reduzierung von Pestiziden, die Bürokratie in der Landwirtschaft und die Digitalisierung, die Renaturierung der Moore sowie der Druck am Weltmarkt bei Getreidepreisen intensiv diskutiert wurden.
Landtagsabgeordnete Tanja Schorer-Dremel (CSU) nahm zahlreiche Rückmeldebögen mit den Fragen und Anliegen der Teilnehmer mit nach München und versprach, diese zu klären und in weiteren politischen Diskussionen einzubringen. „Das Fachgespräch Landwirtschaft ist eine wichtige Plattform, um verschiedene Akteure der Branche zusammenzubringen und einen konstruktiven Dialog zu führen. Es verdeutlicht die vielfältigen Herausforderungen, vor denen die Landwirtschaft steht, und machte wieder einmal die Notwendigkeit einer nachhaltigen und zukunftsorientierten Ausrichtung der Branche deutlich, die viele Kraftanstrengungen von den Vertretern der Land- und Forstwirtschaft, den politischen Entscheidungsträgern und der Gesellschaft erfordert. Lassen Sie uns um gemeinsame Lösungen für die aktuellen und zukünftigen Herausforderungen finden“, so Schorer-Dremel in ihrem Schussappell.
Eichstätt. – Morgen startet das Beteiligungsprojekt „Eichstätt besser machen“ in Kooperation mit der Körber-Stiftung bei einer Auftaktveranstaltung im 18 Uhr im Foyer des Alten Stadttheaters. Eichstätt möchte seine Bürgerinnen und Bürger aktiver in die nachhaltige Stadtentwicklung einbinden und gemeinsam mit der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt (KU) und dem Nachhaltigkeitsnetzwerk „FairEInt“ lokale Klimaprojekte auf den Weg bringen. Bei der Auftaktveranstaltung treffen sich erstmals alle Verantwortlichen und Interessierten vor Ort.
„Tischgespräche“ wie dieses sollen in diesem Sommer in Eichstätt allerorten stattfinden im Rahmen des Projektes „Eichstätt besser machen“. Das Ziel: Lokale Klimaprojekte starten. Der Startschuss für das Projekt fällt bei einer gemeinsamen Auftaktveranstaltung am 22. Mai. Foto: Winter/Körber Stiftung
Yannik Roscher, Projektleiter für „Deutschland besser machen“ an der Hamburger Körber-Stiftung, stellt die Initiative „Deutschland besser machen“ vor, und Oberbürgermeister Josef Grienberger erläutert, wie „Eichstätt besser machen“ umgesetzt wird. In den kommenden Monaten bringen Bürger von Eichstätt ihre Ideen dann in sogenannten „Tischgesprächen“ aktiv in den Dialog mit der Stadtverwaltung und Politik ein. Im Rahmen der Auftaktveranstaltung erfahren die Teilnehmer, wie sie Tischgespräche selber ausrichten oder an bestehenden Terminen teilnehmen können. Die Veranstaltung ist kostenfrei und richtet sich an alle interessierten Bürger.
Über Deutschland besser machen
Die Initiative „Deutschland besser machen – mit der zukunftsfähigen Stadt“ fördert demokratische Teilhabe. Jedes Jahr sucht die Körber-Stiftung mit Unterstützung des Deutschen Städtetags bis zu zehn Städte oder Gemeinden aus, die mit dem partizipativen Format unter Begleitung von Experten Bürgerbeteiligung anschieben. In diesem Jahr nehmen Buchholz in der Nordheide, Schwelm, Litzendorf, Sulz am Neckar und Eichstätt teil. Zentraler Teil der Initiative sind die Dialogformate „Tischgespräche“, in denen Bürger direkt mit Politik und Stadtverwaltung lokale Projekte an den Start bringen. Im Projektjahr 2023 behandelt die Initiative das gesellschaftliche Zukunftsthema „lokale Klimaprojekte“.
Über die Körber-Stiftung
Gesellschaftliche Veränderung braucht Dialog und Verständigung. Die Körber-Stiftung stellt sich mit ihren operativen Projekten, in ihren Netzwerken und mit Kooperationspartnern aktuellen Herausforderungen in den Handlungsfeldern Innovation, Internationale Verständigung und Lebendige Bürgergesellschaft. 1959 von dem Unternehmer Kurt A. Körber ins Leben gerufen, ist die Stiftung heute von ihren Standorten Hamburg und Berlin aus national und international aktiv.
Über den Deutschen Städtetag
Im Deutschen Städtetag haben sich rund 3.400 Städte und Gemeinden mit fast 53 Millionen Einwohnerinnen und Einwohnern zusammengeschlossen. Als Stimme der Städte achtet der Städtetag auf die im Grundgesetz garantierte kommunale Selbstverwaltung und vertritt als kommunaler Spitzenverband die Interessen der Städte gegenüber Bundesregierung, Bundestag, Bundesrat, Europäischer Union und zahlreichen weiteren Organisationen.
Mörnsheim. – Schafe und Ammoniten – zwei Attribute des Altmühltals. Während die einen vor Jahrmillionen die Region bevölkerten und heute mit viel Glück aus den Steinbrüchen der Region geholt werden, sind die Herdentiere erst in den letzten Jahren durch Beweidungsprojekte oder die gemeinsam Vermarktung des „Altmühltaler Lamms“ wieder in der Breite zurückgekehrt und präsent geworden – und der „Lammauftrieb“ ist wieder zu einem gesellschaftlichen Ereignis geworden, das jedes Jahr politische Schwergewichte ins Altmühltal und an den Schäferstab lockt. Bald gibt es beides: den Lammauftrieb in der Gemeinde Mörnsheim – und mit der Gemeinde Mörnsheim und Ei-Live einen Ammoniten zu gewinnen (siehe unten). Los geht es schon ab morgen Abend mit Music-Comedy der Münchnerin Victoria Lein, bevor dann am Samstag und Sonntag das große Marttreiben beginnt und die Schafe und Lämmer dran sind – samt prominentem „Oberhirten“.
Ein traditionsreiches Spektakel ist der Lammauftrieb am kommenden Wochenende. Am Samstag und Sonntag werden wieder Hunderte Schafe und Lämmer durch Mörnsheim getrieben – mit Minister Füracker als „Oberhirte“. Fotos: oh
„Nur wer beim Altmühltaler Lammauftrieb dabei war, schafft es auch ganz nach oben“ – dieses ungeschriebene Gesetz gibt es seit ein paar Jahren in den Reihen der CSU. Auch wenn dieser Satz, der bei diversen Lammauftrieben so oder so ähnlich immer mal wieder gefallen ist, natürlich nicht ganz ernst gemeint ist – wenn man sich die Reihe der CSU-Granden anschaut, die bereits dabei waren, könnte man ihn fast ernst nehmen. Kein Wunder – schließlich ist das Bild vom guten Hirten, der seine Herde leitet, ja auch für Ministerpräsidenten und andere hochrangige Volksvertreter ein sehr angenehmes. In diesem (Wahl-)Jahr ist es Albert Füracker (CSU), der sich angesagt hat – passenderweise nicht nur Staatsminister für Finanzen, sondern auch für Heimat. Er wird zwar keine echte Wahlkampfrede halten, sondern ein Grußwort wie auch Landrat Alexander Anetsberger, und die „Altmühltaler-Lamm“-Königin Katja I.
Hunderte Schafe, Lämmer und Ziegen zwängen sich durch historisches Markttor
Ein sehenswertes Ereignis allemal ist der „Altmühltaler Lamm“-Auftrieb in der Marktgemeinde Mörnsheim im im Altmühltal, am Dreiländereck zu Schwaben und Franken, allemal. Schon traditionell und mittlerweile bereits zum 19. Mal wird die große Herde von Schafen, Lämmern, darunter vor allem neu geborene, sowie ein großer Anteil an Ziegen über die Gailachbrücke durch das mittelalterliche Markttor am Kastenhof auf den Rathausplatz und durch die engen Gassen des Marktes auf die Sommerweide, den Magerrasen mit seiner artenreichen Flora und Fauna, getrieben.
Gewinnnspiel: Ammonit zu gewinnen
Einen Ammoniten zu gewinnen gibt es mit dem Gewinnspiel von Ei-live und Eichstätter Journal – präsentiert von der Marktgemeinde Mörnsheim – und zwar einen wertvollen Ammoniten aus dem Oberen Jura (siehe Foto), der Schicht Taramelliceras externodosum. Es handelt sich um Ammoniten, eine Art versteinerte Tintenfische – das Alter wird auf über 150 Millionen Jahre datiert. Solche Versteinerungen haben nicht nur einen historischen, sondern auch einen materiellen Wert.
Und so geht’s:
Einsendungen bitte per Postkarte Einsendungen bitte per E-Mail oder Postkarte mit dem Stichwort: „Ammonit“ an:
Eichstätter Journal, Stephan Eichstätter Journal, Rebdorfer Str. 94a, 85072 Eichstätt
oder per E-Mail: gewinnspiel@eichstaetter-Eichstätt
Einsendeschluss: 30. Juni. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.
Das alles unter den Augen einer großen „Menschenherde“, die das Schauspiel interessiert verfolgt. Danach können alle Produkte vom „Altmühltaler Lamm“ beim Schäfer- und Handwerkermarkt bestaunt, das Handwerk live verfolgt und die Produkte auch käuflich erworben werden. Die Vereine und Wirte der Gemeinde verköstigen die Besucher – natürlich mit „Altmühltaler Lamm“. Es gibt Lammbraten, Lamm-Bratwürste und Lamm-Burger. Einzige Ausnahme sind die frisch gegrillten Makrelen, die mit Lamm nichts gemein haben. Viele Kinderaktionen, eine Ausstellung zum Thema „Altmühltaler Lamm“ und vieles mehr können die Gäste an den beiden Lammerlebnistagen im Gailachtal erleben.
Eröffnung am Samstag ab 14 Uhr
Die Eröffnung am Samstag findet um 14 Uhr mit der Begrüßung durch den Ersten Bürgermeister Richard Mittl statt. Dann werden Minister Füracker als Schirmherr den „Altmühltaler Lamm“-Auftrieb offiziell eröffnen, und die „Altmühltaler Lamm“-Königin Katja I. wird neben Landrat Alexander Anetsberger die Gäste willkommen heißen. Gegen 15 Uhr wird Schäfer Sascha Gäbler seine große Herde von Schafen, Lämmern und Ziegen durch das Markttor und den Ort führen. Bereits ab 11 Uhr nimmt der erweiterte umfangreiche Schäfer- und Handwerkermarkt seinen Betrieb auf und örtliche Vereine und Gastronomen bieten Kulinarisches vom „Altmühltaler Lamm“ an. Nach dem Auftrieb findet um 15.30 Uhr eine geführte Wanderung „Hoch über Mörnsheim“ auf Trockenrasen und Wacholderheiden statt, sowie eine Vorführung der Schafschur um 16.00 Uhr am Rathausplatz.
Segen für die Schafe und Blasmusik mit den „Stoizwickern“
Am Sonntagmorgen findet um 10 Uhr ein Gottesdienst in der Wallfahrtskirche „Maria-End“ in Altendorf statt. Im Nachgang erscheint die große Schafherde samt Schäfer am Trockenrasen bei der Wallfahrtskirche und erhält den kirchlichen Segen. Anschließend wird um 11 Uhr der Schäfer- und Handwerkermarkt eröffnet, ab 14 Uhr unterhält die Schernfelder Bläsergruppe „Stoizwicker“. Zeitgleich wird um 14 Uhr die Herde an Schafen, Lämmern und Ziegen durch den Markt ziehen. Um 14.30 Uhr wird erneut eine geführte Wanderung angeboten. Danach ist gegen 15.30 Uhr wieder für ein ausgewähltes Lamm „Friseurtermin“ angesagt.
Mit der Segnung der Schafe beim Gottesdienst beginnt der Sonntag – mit großem Markttreiben und Blasmusik.
Der Schäfer- und Handwerkermarkt bietet neben der Vorführung von altem Handwerk und dem Feilbieten von Schafwoll- und Kunstprodukten, sowie Schaf- und Ziegenkäse auch ein reichhaltiges Kinderprogramm mit vielen Aktionen von mehreren Vereinen und Verbänden. Infos und ausführliches Programm unter www.moernsheim.de. Bereits am morgigen Freitag wird Bayerische Music-Comedy geboten. Die Münchnerin Victoria Lein tritt um 20 Uhr im Rahmen des diesjährigen Lammauftriebs im Haus des Gastes in Mörnsheim auf. Einlass ist ab 19.00 Uhr, Karten gibt es zum Preis von 18 € in der Gemeindeverwaltung in Mörnsheim oder an der Abendkasse.
Eichstätt. – Der Bedarf ist da, die Sorgen auch: Wenn die Energiewende gelingen soll, muss die Windkraft dabei eine wichtige Rolle spielen. Die Bundesregierung hat daher die Bedingungen für den Ausbau vereinfacht und fordert, dass in allen Landesteilen mindestens zwei Prozent der Fläche für Windräder zur Verfügung gestellt werden. In Eichstätt hatte man diesen Wert bereits erfüllt – prüft nun aber dennoch neu, welche Flächen unter den aktuellen Rahmenbedingungen ausgewiesen werden könnten. Das hat der Eichstätter Stadtrat in seiner gestrigen Sitzung einstimmig beschlossen. Im Raum waren aber auch Vertreter aus Nachbargemeinden – sowie eine größere Gruppe aus dem Ortsteil Buchenhüll. Sie wünschen sich Änderungen bei dem ersten größeren Windprojekt auf Eichstätter Territorium.
Alles grau hier: Bisher waren im Teilflächennutzungsplan „Windkraft“ viele, nämlich die grau eingefärbten Flächen, von der Windkraftnutzung ausgeschlossen, wie Stadtbaumeister Jens Schütte (rechts) hier erläutert. Mit der Neuüberprüfung könnten weitere potenzielle Standorte hinzukommen. Fotos: Zengerle
Rund ein Dutzend Buchenhüller saß gestern ebenfalls im Raum – ohne Protestplakate oder ähnliches, aber mit einigen Sorgen im Gepäck, wie sie anschließend im Gespräch mit Ei-live verrieten. Die Windräder seien im Westen des Ortsteils geplant – also genau in der vorwiegenden Windrichtung. Und so befürchten manche neben der Verschattung vor allem (Infra-)Schall, also Lärmbelastung – wie an so vielen Stellen in der Republik auch. Der Ausbau der Windkraft wird wohl auch weiter nicht geräuschlos vor sich gehen.
Dennoch werde er nötig sein, wenn es klappen solle mit den Klimazielen, die sich auch die Stadt und der Landkreis Eichstätt gesetzt haben – da war man sich auch gestern im Stadtrat einig. Und so hat das Gremium in seiner gestrigen Sitzung beschlossen, die potenziellen Flächen für Windkraft im gesamten Gemeindegebiet noch einmal neu zu überprüfen und den sachlichen Teilflächennutzungsplan „Windkraft“ gegebenenfalls anzupassen. Denn es hätten sich seit der Aufstellung des bisherigen Plans im Jahr 2014 durch politische Beschlüsse und neue Rahmenbedingungen zahlreiche Änderungen ergeben, wie Stadtbaumeister Jens Schütte und Oberbürgermeister Josef Grienberger (CSU) auch auf Anfrage von Stadtrat Christian Alberter (SPD), der auch Buchenhüller Ortssprecher ist, noch einmal im Detail erläutert.
Während es bei der Aufstellung des bisherigen Teilflächennutzungsplans „Windkraft“ noch zahlreiche Ausschlusskriterien wie Waldflächen, Sichtbeziehungen oder vor allem die Naturparkflächen gegeben habe, rechne man nach der Neuüberprüfung durch ein Planungsbüro möglicherweise mit zusätzlichen Flächenpotenzialen für Windkraft, so Schütte. Die Zeit dränge, denn die entsprechenden Planungen müssten bis Februar 2024 abgeschlossen sein, sonst gelte weiter der bisherige Teilflächennutzungsplan.
„Die Zeit gebietet, das zu tun, was man tun kann.“
Auch der weist bereits 2,1 Prozent der Gemeindefläche der Stadt für Windräder aus – „wir erfüllen also bereits die Forderung“ von mindestens zwei Prozent, so Oberbürgermeister Josef Grienberger. „Aber die Zeit gebietet, das zu tun, was man tun kann.“ Städte wie München oder Ingolstadt hätten wohl kaum die Möglichkeit, die Quote zu erfüllen. So müsse ein Flächenlandkreis wie der Landkreis Eichstätt eben auch mehr tun. Dass man im Landkreis in Oberbayern bereits die Spitzenposition in Sachen Windkraft habe, zeige ja, dass sich der Landkreis gut eigne. In Eichstätt allerdings sei hier das Potenzial durch die Tallage eher schlecht, wie Schütte anhand eines Planes zeigte, der die Windpotenziale unter verschiedenen Gesichtspunkten in bunten Farben erläuterte – von blauen Flächen im Tal mit wenig, bis zu den roten Flächen in höheren Lagen und im nördlichen Gemeindegebiet mit höherem Windkraftpotenzial. Letztlich bliebe nur „der Berg“, so Grienberger.
Einstimmig stimmte der Stadtrat der Überprüfung des Plans zu.
Auch der Stadtrat begrüßte gestern fraktionsübergreifend die Neuplanung und damit verbundene mögliche Ausweitung der Potenziale. Willi Reinbold (ÖDP) etwa wies darauf hin, dass der südliche Landkreis unter anderem wegen der Nähe zum Flugplatz in Manching und dem Bundeswehrstandort in Neuburg derzeit beinahe komplett von der Windkraftnutzung ausgeschlossen sei. Insofern müsse auch der ländliche Bereich im Norden mehr tun – und das trotz aller Kritik an der Windkraft zudem mit einem möglichst breiten Konsens mit den Nachbargemeinden und den Bürgern. Man sei bereits im Gespräch mit den umliegenden Gemeinden bestätigte der OB. Parallel liefen ohnehin die Planungen des regionalen Planungsverbandes an, der die Windkraft eben nicht auf Gemeindeebene, sondern übergreifend für die Region plane. Dennoch wolle man selbst die Flächen aktiv planen und in Absprache möglichst im Konsens mit den anliegenden Gemeinden selbst aktiv werden – „und zwar eben nicht erst, wenn der regionale Planungsverband tätig wird“.
Christian Alberter wollte zudem wissen, ob der Prozess und die Planänderung auch rechtliche Konsequenzen zum Beispiel im Hinblick auf den geplanten Windpark nahe Buchenhüll mit den vier Windrädern zwischen Ziegelhütte und Buchenhüller Forst haben könne. „Rechtliche Fallstricke sehe ich keine“, erklärte Schütte dazu. Die Gemeinde behalte natürlich die Planungshoheit für die Gemeindefläche. Man wolle auch nicht auf Zeit spielen, sondern einfach noch einmal eine neue Planungsgrundlage auf der Basis der geänderten rechtlichen Vorgaben, stellte Grienberger klar. Der Änderungsbeschluss gebe der Stadt nun noch einmal die Möglichkeit einer sechsmonatigen Prüfung.
Die Tallage Eichstätts schränkt die Standorte stark ein. Lediglich die rot eingefärbten Flächen am Berg oberhalb von Eichstätt eignen sich im Gemeindegebiet.
2021 hätten Investoren Interesse an der Errichtung von Windrädern auf dem Gemeindegebiet bekundet, die dann im Oktober im Bauausschuss behandelt und im Rahmen einer Informationsveranstaltung am 26. Oktober, einer „reinen Werbeveranstaltung“, wie er es nannte, öffentlich vorgestellt worden seien, erinnerte noch einmal Christian Alberter. Schon damals hätten besorgte Bürger auf die Position im Westwindbereich hingewiesen und nach Alternativen gefragt. Horst Bacherle (CSU) begrüßte die Neuplanung und fragte nach, ob man die Pläne der Investoren beeinflussen könne. Abgesehen von der Planungshoheit gehe es dabei vor allem um Grundstücksangelegenheiten, so Grienberger.
Rund 50 neue Windräder im Landkreis für Klimaneutralität
Damit das Ziel der Kliamneutralität bis 2035 oder sogar früher gelinge, brauche es neben PV-Anlagen vorerst rund 50 neue Windräder im Landkreis, hat das Energiebündel Eichstätt errechnet, wie dessen Vorsitzender Bernd Weber erst vor wenigen Tagen erneut im Energie- und Umweltbeirat des Landkreises bestätigt hat – inklusive der üblichen Standortdiskussionen. Der Landkreis will zudem Landkreiswerke schaffen, um die Landkreisgemeinden bei der Energiewende zu beraten und möglicherweise mittel- bis langfristig auch selbst Bürgerwindräder auf den Weg zu bringen, um die Wertschöpfung im Landkreis zu halten und die Bürger zum Beispiel auch an den Windrädern zu beteiligen, so Landrat Alexander Anetsberger in der Sitzung des Natur- und Umweltausschusses am Mittwoch. Letzteres aber sei noch Zukunftsmusik.
Die Energiewende ist und bleibt eine Herausforderung. Aber je fundierter die Datengrundlage und je mehr im Vorfeld gemeinsam über Probleme und Chancen gesprochen wird, desto schneller und reibungsloser wird sie wohl verlaufen. Die Stadt Eichstätt schafft mit der Neuplanung nun eine aktualisierte Datengrundlage. Die Sorgen der Buchenhüller wird das nicht schmälern. Aber vielleicht, so die Hoffnung auch der anwesenden Ortsteilbewohner, könne die Neuplanung auch neue Spielräume für einen anderen Standort für die von der Primus Energie GmbH aus Regensburg geplanten vier Windräder ergeben. Stephan Zengerle
Eichstätt. – Es ist ein weiterer kleines Puzzleteil auf dem Weg zu einer erneuerbaren Zukunft: Im Rahmen ihrer Klimaschutzinitiative baut die Diözese Eichstätt ihre regenerativen Energieerzeugungsanlagen weiter aus und hat mitten in der Coronazeit Ende 2021 nicht nur ihr neues, hochmodernes Rechenzentrum, sondern auch eine Photovoltaik-Anlage auf dem Dach in Betrieb genommen – die nun auch offiziell vorgestellt wurde und von den Stadtwerken Eichstätt gefördert wird. Gleichzeitig gab es dabei auch Einblicke in eines der bestgesicherten „Geheimnisse“ des Bistums: das neue IT-Herzstück, das weit mehr ist, als „nur“ ein Datenmekka für die eigene Diözese.
Ökostrom und IT-Sicherheit: Stadtwerkechef Wolfgang Brandl (von links), seine Co-Chefin Silvia Dollinger, die Eichstätter Zweite Bürgermeisterin Elisabeth Gabler, Amtschef Thomas Schäfers, Lisa Amon, Umweltbeauftragte der Diözese, und IT-Chef Robert Bittl stellten heute das mit Ökostrom versorgte neue Rechenzentrum der Diözese vor. Fotos: Zengerle
Es blinkt und leuchtet rhythmisch hinter den mehrfach durch Sicherheitstüren abgetrennten, mit Lochblechen verblendeten und sicher verschlossenen Datenschränken. Nun ja, im Zusammenhang mit dem Rechenzentrum des katholischen Bistums von einem „Datenmekka“ zu sprechen, ist vielleicht sprachlich gewagt – aber im übertragenen Sinne auch richtig: Denn hier läuft ein Großteil der Daten des gesamten Bistums zusammen – und nicht nur des Bistums, sondern auch weit darüber hinaus, wie Robert Bittl, Leiter der Abteilung IT-Management des Bischöflichen Ordinariats erklärt: Bis zu 17 Diözesen aus Deutschland und auch aus Österreich könnten – zum Teil fest, zum Teil auch flexibel und nur bei Bedarf – die Rechenkapazität des neuen IT-Knotenpunktes nutzen. Der war bereits 2021 in einer aufwendigen Aktion mit Schwerlastkran und Feuerwehreinsatz errichtet und Ende 2021 in Betrieb genommen worden – allerdings ohne große Feierstunde.
Und zwar nicht nur wegen Corona. Es gehe vielmehr auch um ein ganz und gar irdisches Thema: Datensicherheit. Das Rechenzentrum ist nach strengen Regeln in Sachen IT-Sicherheit zertifiziert. Es verfügt nicht nur über eine eigene Notstromversorgung, eine moderne Kühlung und Feuerlöschanlage, die im Falle eines Brandes sofort mit moderner Gastechnik löschen würde, sondern in allen Bereichen auch über redundante Systeme. Das heißt, das alles mindestens doppelt abgesichert ist. Es gibt genaue Zugangsregeln und Sicherheitsmaßnahmen. Fotografieren ist normalerweise verboten. Man darf das unscheinbare mit Holzverkleidung umgebene containerartige Gebäude nur mit Überziehschuhen betreten – vor allem aber nur mit entsprechender Berechtigung. Noch viel wichtiger als diese sichtbaren Sicherheitsmaßnahmen wie Zahlen- und Codeschlüssel sind die inneren, die digitalen Schutzmaßnahmen.
Krypto-Erpressung des Caritas-Verbands München als mahnendes Beispiel
Die sind auch nötig, davon ist Bittl überzeugt. Denn wie alle anderen Unternehmen mit Internetanschluss auch, sind auch die IT-Systeme kirchlicher Einrichtungen bedroht – wie nicht nur ihm zuletzt etwa das Beispiel des Caritas-Verbands München und Oberbayern gezeigt hat: Im September letzten Jahres war es dort zu einer Art digitalem „Super-GAU“ gekommen: Hacker hätten sich über eine Phishing-Mail Zugang zum IT-System verschafft, eine Schadsoftware installiert und sich dann immer weiter vorgearbeitet und schließlich die Daten verschlüsselt und den Verband erpresst, weiß auch Bittl, der sich natürlich über den Fall genau informiert hat.
Um sichere Daten kümmern sich die IT-Fachkräfte Adrian Schiebel (links) und Christian Stark.
Das Ziel ist Profit: Einen „höheren Betrag in Krypto-Währung“ solle man bezahlen, heißt es aus damaligen Medienberichten. Da gehe es um hohe Summen, weiß Bittl: Die digitalen Angreifer wüssten oft genau über Umsatzzahlen Bescheid und würde ihre Forderungen entsprechend anpassen: Je nach Größe geht es da schnell um Millionenbeträge. Zahlen wollte man das Ganze in München dann doch nicht. Allerdings kämpfe der Caritasverband auch immer noch mit den Folgen, wie Bittl weiß. „Das hat uns gezeigt, dass wir hier auch noch mehr machen müssen“, erklärt der IT-Experte. Auch wenn es natürlich auch eine Art Rückfall-System gibt, das im Ernstfall zusätzlich die Daten schützen würde – ganz sicher kann man sich nie sein. Und so will man alles tun, damit es der kleinsten deutschen Diözese eben nicht so geht wie dem größten Wohlfahrtsverband Oberbayerns.
Rund 600.000 Institutionen angeschlossen
Das Eichstätter Rechenzentrum allerdings reiche über digitale Verbindungen weit über die eigenen Grenzen der Diözese mit ihren rund 40.000 Usern hinaus, wie Bittl erklärt. Rund 6.000 kirchliche Einrichtungen von Pfarreien, Kirchenstiftungen oder Verbänden und anderen Einrichtungen könnten den Eichstätter Serverpark nutzen. Der ersetzt – nach der 80:20-Regel, wie Bittl sagt – eben nur zu rund vier Fünfteln das alte Rechenzentrum der Diözese, das zusätzlich noch im Einsatz sei. Seit der Einrichtung 1975 habe sich in Sachen IT unendlich vieles verändert – nicht nur technisch, sondern auch in Sachen Energieversorgung. Damals habe es noch massive Computer und ganz schlichte IT-Systeme mit Lochkartensystemen und anderem mehr gegeben, erzählt Bittl – und seine beiden Mitarbeiter Adrian Schiebel und Christian Stark, die hier für Netzwerk und Datencenter sowie IT-Systeme zuständig sind, schmunzeln. Die alten Systeme hat er aufbewahrt und zeigt sie ab und zu den jungen Kollegen, damit sie wissen, das auch IT-Systeme vergänglich und Kinder ihrer Zeit sind.
Auf dem Dach des neuen Rechenzentrums befindet sich die neue Photovoltaikanlage – natürlich angesichts der begrenzten Fläche mit ebenso eingeschränkter Leistung, aber dennoch mehr als ein Zeichen, sondern auch ein weiterer Baustein auf dem Weg zu einer vollständig klimaneutralen Energieversorgung. Wie die Stadt und der Landkreis Eichstätt will auch die Diözese Eichstätt bis spätestens 2035 klimaneutral sein – und geht dafür trotz vieler Herausforderungen in der Haushaltsplanung und Sparzwang weitere Schritte. Ein solcher ist auch die neue PV-Anlage auf dem Dach des Rechenzentrums. Die Anlage mit einer elektrischen Leistung von 15 Kilowatt produziert jährlich rund 13.800 Kilowattstunden regenerativ erzeugten Strom und führe damit gegenüber dem deutschen Strommix zu einer jährlichen CO2-Ersparnis von rund 7,5 Tonnen, so haben es die Stadtwerke Eichstätt errechnet. Für das Rechenzentrum mit seinen gewaltigen Datenmengen reicht das natürlich bei Weitem nicht aus: Der erzeugte Strom reiche in etwa „für einen halben Monat“, so Christian Stark – kein Wunder: Schließlich zählen Rechenzentren zu den besonders energieintensiven Bereichen eines Unternehmens.
Zertifizierung nach „Grüner Strom“-Energie-Gütesiegel
Aber auch die restliche Energie des Bistums kommt aus erneuerbaren Quellen. Die Stadtwerke Eichstätt haben sich dafür extra nach den strengen Vorgaben des „Grüner Strom“-Energie-Gütesiegels zertifizieren zu lassen, wie der Eichstätter Stadtwerkechef Wolfgang Brandl sagt, der gemeinsam mit seiner Nachfolgerin Silvia Dollinger gekommen ist, um einen Förderscheck zu überreichen: Die Stadtwerke Eichstätt Versorgungs-GmbH, die die Liegenschaften der Diözese über ihr Ökostromangebot Eichstätt regenerativ versorgt, hat sich entschlossen, die Neuerrichtung der PV-Anlage mit einem Investitionszuschuss in Höhe von 3.200 Euro zu fördern. Der Investitionskostenzuschuss wird über einen Aufschlag auf den Energiepreis in Höhe von 0,2 Cent je Kilowattstunde finanziert, der nach den Zertifizierungsrichtlinien des „Grüner Strom Label e.V.“ für Energieeffizienzmaßnahmen oder für den Zubau regenerativer Energieerzeugungsanlagen zu verwenden ist – wirkt also auch weiterhin nachhaltig.
„Die Errichtung der PV-Anlage durch die Diözese ist eine Investition, die sich im Zeichen der Energiewende und Nachhaltigkeit passgenau in die Vorgaben unseres Ökostromangebots einfügt und für eine enge regionale Kooperation steht, die wir mit der Diözese Eichstätt nunmehr bereits seit dem Jahr 2016 pflegen dürfen“, führt Brandl an. Und auch beim Bistum freut man sich über die lokale Kooperation in Sachen nachhaltigem Hightech: „Das Bistum Eichstätt hat sich ja schon im Jahr 2013 das Ziel gesetzt, die CO2-Belastung des Bistums zu reduzieren beziehungsweise bis zum Jahr 2035 klimaneutral zu werden“, betont der Amtschef des Bistums Eichstätt, Thomas Schäfers. „Ein wichtiger Hebel zur Zielerreichung ist der Einkauf von Ökostrom, der einen wirklichen Beitrag zur Energiewende leistet, wie es das Grüner Strom Label garantiert. Dass diese Ökostromqualität von den Stadtwerken Eichstätt geliefert wird, freut mich persönlich ganz besonders, fördert es doch regionale Wirtschaftskreisläufe“.
Weitere Maßnahmen geplant
Die Förderung der PV-Anlage dokumentiert nun auch ein Hinweisschild, das im Eingangsbereich der Anlage angebracht wurde. Dieses Schild setze auch ein dauerhaftes Zeichen dafür, dass es für eine erfolgreiche Umsetzung der Energiewende zwingend erforderlich sei, die Stromerzeugung durch PV-Anlagen „auf die Überholspur zu bringen“, heißt es von Seiten der Projektpartner – sehr zur Freude von Lisa Amon, der Umweltbeauftragten der Diözese. Zudem planten die Stadtwerke Eichstätt auch künftig eine noch engere Zusammenarbeit mit dem kirchlichen Partner, wie beide Seiten heute betonten. Beispielsweise soll nur wenige Meter entfernt das Herzstück des neuen Nahwärmenetzes für die Eichstätter Innenstadt entstehen, das im Bereich der Wärmeenergie gerade im Bereich der historischen Gebäude in der Eichstätter Innenstadt Zeichen setzen soll. Und auch in Sachen Sonnenstrom könne sich jetzt noch mehr tun: Neue Regelungen ermöglichten nun, die regenerative Energieerzeugung auch gegenüber dem Denkmalschutz einfacher zu installieren, wie Thomas Schäfers betont. Es werde sich also – trotz der angespannten Kostensituation – noch mehr bewegen in Sachen erneuerbarer Energieerzeugung – und in Sachen Datenschutz im neuen Hightech-Rechenzentrum. Stephan Zengerle
Eichstätt. – Blühende Wiesen mit weißen Margeriten, Flockenblumen und leuchtend blauem Salbei – jetzt im Mai und Juni kann man wieder die für den Naturpark Altmühltal typischen Blumenwiesen finden. Jedoch ist ihr Bestand in den letzten Jahren massiv zurückgegangen – ein immenser Verlust für die Artenvielfalt, denn artenreiche Wiesengesellschaften wie die sogenannten Flachland-Mähwiesen sind sehr wertvolle Lebensräume für die Pflanzen- und Tierwelt und insbesondere auch für die Insektenvielfalt. Ihren Erhalt hat sich der Naturpark Altmühltal (Südliche Frankenalb) e.V. seit langem auf die Fahnen geschrieben – und daher ein eigenes Kataster für solche artenreichen Wiesen angelegt: sogenannte „Spenderflächen“.
Die Farbe Weiß dominiert hier zwar gerade in Zeiten der Margeritenblüte, auf solchen Blumenwiesen aber geht es das ganze Jahr über farbenfroh und vor allem artenreich zu. Sie werden deswegen im Naturpark Altmühltal nun besonders erfasst und geschützt. Foto: Frank Molder
So wurden in den letzten beiden Jahren in vier Landkreisen des Naturparks die vorhandenen Wiesen erhoben und auf ihre Qualität und Artenausstattung überprüft. In diesem Frühjahr schließen sich die östlichen Naturparkflächen in den Landkreisen Kelheim und Neumarkt an. Gefördert wird die Untersuchung vom Bayerischen Staatsministeriums für Umwelt und Verbraucherschutz. Die Unteren und Höheren Naturschutzbehörden, die für die beteiligten Landkreise Eichstätt, Weißenburg-Gunzenhausen, Neuburg-Schrobenhausen, Roth, Kelheim und Neumarkt zuständig sind, unterstützen die Maßnahme.
„Uns ist es wichtig, die für das Altmühltal typischen artenreichen Wiesen langfristig zu erhalten“, so Christoph Würflein, Geschäftsführer des Naturpark Altmühltal e. V. Die geeigneten und kartierten Flächen können dann künftig als sogenannte „Spenderflächen“ dienen, das heißt man kann beispielsweise das gemähte Gras mit den in ihm enthaltenen Samen zur Begrünung nahegelegener Flächen verwenden. Auf diese Weise können artenreiche Wiesen mit naturraumtreuem Saatgut neu entstehen oder renaturiert werden.
Herkunftsgesichertes Saatgut vom Saatguthersteller wie zum Beispiel Regiosaatgut ist aufgrund der hohen Nachfrage und der anspruchsvollen Produktion oft nur schwer oder nicht immer in der gewünschten Artenzusammensetzung zu bekommen. Zudem ist im Naturraum gewonnenes Saatgut insbesondere für naturschutzfachliche Begrünungen besser geeignet. Das sogenannte Spenderflächenkataster, das heißt die Zusammenschau von geeigneten und beernteten Spenderflächen sowie entsprechend neuangelegten oder aufgewerteten Flächen, soll künftig bayernweit bei den Unteren Naturschutzbehörden, den Landschaftspflegeverbänden oder den Naturparken geführt und verwaltet werden.
Für die Bearbeitung konnte das renommierte Fachbüro Baader Konzept aus Gunzenhausen gewonnen werden. Die Bestandsaufnahme wird noch im Mai und Juni erfolgen, wenn die Wiesen in voller Blüte stehen. Für Rückfragen kann man sich gerne an verein@naturpark-altmuehltal.org wenden.
Eichstätt. – Viel zu entdecken und zu erleben gibt es am kommenden Sonntag, 14. Mai, beim beliebten Waldfest im Walderlebniszentrum Schernfeld. Vom Waldmärchen über Wildkräuter, ein mobiles Sägewerk eine GPS-Schatzsuche für Kinder oder die Vorführungen der Eichstätter Bereitschaftspolizei – ab 11 Uhr hat das Team des Walderlebniszentrums wieder ein buntes Programm zusammengestellt.
Mit dem Wald in Berührung kommen kann man beim Waldfest bei Schernfeld am Sonntag mit allen Sinnen – auch ohne einen Baum zu umarmen. Fotos: Robert Pehlke/AELF
„Ob groß, ob klein: Wir laden Dich ein!“ heißt es auf der Einladung des Amtes für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Ingolstadt-Pfaffenhofen a.d.llm (AELF), das am kommenden Sonntag bereits zum 17. Mal das beliebte Waldfest am Walderlebniszentrum Schernfeld ausrichtet. Von 11 bis 12 Uhr wird die Feier mit einem ökumenischen Waldgottesdienst eröffnet. Danach erwartet die Besucher an den verschiedenen Ständen eine große Vielfalt an Themen rund um Wald, Natur und Forst- und Landwirtschaft, zum Beispiel ein mobiles Sägewerk, ein Nistkasten-Workshop, Schnitz-, Drechsel- und Motorsägen-Arbeiten oder auch Falkner-, Wolfs- und Imker-Stände. Speziell für Kinder gibt es unter anderem eine Holz-Spielstraße, Bastelaktionen und eine spannende GPS-Schatzsuche im Wald.
Die Bereitschaftspolizei demonstriert Übungen aus Ihrem Ausbildungstraining. Und wer es lieber etwas ruhiger angehen möchte, besucht die Wildkräuter-Station der Altmühltal-Ranger oder lauscht der Märchenerzählerin im Wald-Theater und dem Eichstätter Kinder- und Jugendchor. Darüber hinaus finden jeweils zur vollen Stunde Hausführungen und Filmpräsentationen statt, in deren Rahmen das Publikum auch das neue Seminar- und Verwaltungsgebäude direkt an der Südeinfahrt des Walderlebniszentrums kennenlernen kann. Für Essen und Trinken, Kaffee und Kuchen ist ebenfalls bestens gesorgt.
Der Waldspielplatz ist nur eine der Attraktionen im Walderlebniszentrum Schernfeld, das am Sonntag zum großen Waldfest einlädt.
Details zum Waldfest:
Wann: Am 14. Mai ab 11 Uhr
Wer: Alle sind herzlich eingeladen!
Wo: Am Walderlebniszentrum Schernfeld, nördlich von 85132 Schernfeld: einfach in Schernfeld dem Erzweg in Richtung Norden in den Wald folgen. Das Walderlebniszentrum ist im Ort gut ausgeschildert. Hier ein Google-Maps-Link zum Südeingang des WEZ, der mit dem Auto erreichbar ist: https://goo.gl/maps/FW1NhQEoGBPi4CMcA
Programm:
11.00 Uhr Eröffnung des Waldfestes und Ökumenischer Gottesdienst
12.00 Uhr Eröffnung der Stände und Mitmachaktionen
12.30 bis 13.00 Uhr Waldmärchen, Märchenerzählerin Ulrike Mommendey; Waldtheater
14.00 bis 14.30 Uhr Waldmärchen, Märchenerzählerin Ulrike Mommendey ; Waldtheater
14.00 bis 14.45 Uhr GPS Entdeckertour für Kinder (ab 10 Jahre) 14.30 bis 15.00 Uhr Mobiles Sägewerk, Werkstatt
15.20 bis 16.00 Uhr Kinder- und Jugendchor Eichstätt; Waldtheater
16.00 bis 16.30 Uhr Mobiles Sägewerk, Werkstatt
16.30 bis 17.15 Uhr GPS Entdeckertour für Kinder (ab 10 Jahre)
17.00 bis 17.30 Uhr Mobiles Sägewerk, Werkstatt
Darüber hinaus finden jeweils zur vollen Stunde Hausführungen und Filmpräsentationen statt. Halbstündlich zeigt die Bereitschaftspolizei Übungen aus Ihrem Ausbildungstraining am Walderlebniszentrum.
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